I 2 Y 4 Riese.
der letzten Hälfte des XVII Jahrhunderts. Ma-gazin der Sachs. Geschichte I. 148.
Riese ( ), Modellmeister an der Porcellan-
fabrik in Berlin . Auf den dortigen Kunstausstel-lungen von 1804. und i 8 » 5 . sah man von ihm meh-rere Büsten, welche aber Kenner, der Kenntlich-keit einiger derselben ungeachtet, für ein lebloses,steifes und geschmackloses Machwerk erklärten.Ein nicht viel günstigeres Urtheil wird im LI. D«Merkur (1806.1. 56 .) über ihn gefällt.
— — s. den unten folgenden Art. Rieße.
Riesenberger (Johann Moritz ), ein braverHamburgischer Maler um den Anfang des XVIII.Jahrhunderts. Laireße war sein Lieblingsmeister,den er sich immer zum Muster wählte; man findetdaher Vieles von ihm, was nach diesem Künstler,und in dessen Geiste gemalt ist. In Hamburg siehtman viele Deckenstücke und Zimmer mit großenallegorischen Vorstellungen von seiner Hand, sowie auch einige Blumenstücke, worin er Pfeiffer»nachzuahmen suchte. Er starb in seiner Vaterstadt1760. Hamburg . Künstler- Xsckr. p. I7.
Riesener oder Riesner ( ). So heißt
ein neuerer französischer, oder wenigstens schonin 1800. zu Paris lebender Maler, Schüler vonDavid, von dem viele Bildnisse gewiesen werden,unter welchen dasjenige von Eugene Beauharnois,Großoffizier des Reichs und Generalmajor derJäger, für das vorzüglichste angesehen wurde.Ueberhaupt fand man solche voll schönen Details,und zugleich in einem einfachen und wahren Tongemalt; dagegen die Gründe nicht immer gehörigmit den Figuren verbunden, und die Schatten-maßen nicht kräftig genug. ^Iman. des keaux->^rts 180Z. Kouvelles des ^rts IV. H. Fio-rrllo III. 48 i. Auch auf dem neuesten Salon voni8ro. sah man wieder acht Bildnisse von ihm.
Riesing (Friedrich Carl Ernst), Münzgra-veur zu Würzburg , geb. daselbst 1776. und nochdort lebend 1809. Unter Anleitung seines Vaters,veirh Riesings, Münzstempelschneiders, bildeteer sich im Zeichnen, Bossiren und Graviren, zumTheil auch in der Malerakademie zu Kassel . Eineseiner ersten Arbeiten (1794.) war eine mit vielemFleiß und Genauigkeit ausgeführte Schaumünzemit dem Bildnisse des Fürstbischoffs Franz Lud-wigs auf dem Averse, auf der Gegenseite des mitder Malerey beschäftigten Evangelisten Lukas . Un-ter gedachtem Fürsten dann und dem letzten Fürst-Bischoffe giengen aus seiner Hand die Stempelzu den Würzburgischen Landesmünzen, mitbezeichnet, hervor; und bey der hernach zweymalerfolgten Veränderung der Landesregierung arbei-tete er für sämmtliche Dikasterien und Landesämtcrdie Siegel, so wie auch für mehrere benachbarteRegierungen. Mensel N R L.
— — (Reich), des obigen Fnedr. LarlErnft's Vater. S. den vorhergehenden Art. zuAnfange.
Rieße (Abraham), Formschneider. Derselbestammte aus der Familie des berühmten AdamLießen son., dessen Sohn Jsaac (churfürstlicherHof- und auch des Raths-Visirer zu Leipzig , wo er1601. setat. 62. starb) sich, in erster Ehe, mit ei-ner Tochter des Formschneiders Wolfg. Stür-mer'« verehlichte und überhaupt vier Söhne zeugte,deren einer unser Abraham gewesen seyn wird.Die beßte Auskunft darüber mag eine, der leidigenPfefferdüten wegen, sehr seltene LeichenpredigtJsaacs (Lcipz. in j.) geben, wovon sich wenigstensein Exemplar in der Sammlung von Leichenpre-digten zu Stollberg am Harze befindet, wie wiraus dem gedruckten Katalog derselben (erschien1716. Fol.; dann vermehrt, aber unvollendet imAbdrucke, 172Z. Fol.) ersehen Es ist überhauptzu bedauern, daß man weder über Adam, dembekannten Heerführer aller deutschen Rechenmeister,dessen Name noch tagl ch spruchwortlich erscheint,
R i e t e r.
nach seinen Nachkommenschaft, alles zu ihrer Zeit'berühmte Mathematiker und Gelehrte, biogra-phische Notitzen besitzt. In den meisten Büchern,wo man ein Recht hätte, diese zu fordern, findetman entweder gar nichts (so z. B. bey Bougine),oder das Wenige mangelhaft und irrig (so z. B.in Scheibe!'« mathemat. Bücherkenntn. 12. St.S. 545 . der, bey Anführung der Schriften desältern Adam'«, seiner Söhne bloß kurz und unrichtiggedenkt). Beyläufig zu bemerken spricht von einem,neben Andern aufgeführten Jacob kvieße, Hirschin dem deutschen Münzarchive II. Th. S. 568 .III. Th. S- 264. Das Richtigste scheint uns nochein kleiner Aufsatz in dem Dresdner gelehrt.Anzeiger Jahrg. 1765. S. 559-6». zu liefern.Noch in einer andrer unsrer Notitzen lesen wir:«Der Münzabschied des Obersächsischen Kreises,datirt Leipzig i5g2. befahl, daß die von ChurfürstChristian von Sachsen 1689. herausgegcbnen über100. verschiedner Sorten enthaltenden geringenund zum Theil falschen Münzen, von neuem aufge-legt und die mittlerweile etwa eingeschleiften die-ser Art, hierbey mit ihrem verzeichneten Wertheangefügt werden sollten". Zu dieser Arbeit hatteman nun unsern Abraham und den (oben erwähn-ten) Wolfgang Stürmern bestimmt. Hirschdeutsch. Münzarchiv III. Th. S. i 5 . Stür-mer wohnte zu Leipzig , und sonder Zweifel warauch sein Gehülfe Abraham hier einheimisch.
— — (Georg), und Hans GeorgSchehl,werden im I 1619. als Obermünzmeister, sowieDavid Weichmnrh als Untermünzmeister, zuQuerfurlh in Sachsen genannt. Das wachsendeCluerfurrh (Weißenfels 1687.)
— — (Gottlieb), Graveur aus Suhl «etablirtzu Leipzig " empfiehlt sich dort selbst, zur Messezeit1810., in öffentlichen Blättern, mit seinen Arbei-ten im Siegel-, Wappen- und Stempelschneiden.
— — (Marc Christ ), Major und Ingenieurder Stadt Scbweinfurth. Man hat von ihm einBuch: Der Curieuse Officier im Felde (Nürn-berg 1700. 8. mit Holzschnitten).
Riete! ( ), Kupferstecher in Leipzig , gab
in 1808., nach einer Zeichnung, die von einemGemälde Davids genommen ward, ein Bildnißdes Kaisers Napoleon , dessen Kenntlichkeit, inöffentlichen Blättern wenigstens sehr gerühmt, undbey Heinrich in Leipzig für r. Th. 12. Gr. verkauftwurde.
Rierer (Gottlieb), des nachfolgenden Hein-richs Sohn, ebenfalls Landschaftsmaler, lerntebey seinem Vater, und lebte eine Zeitlang in Ita-lien . Nach seiner Rückkehr sah man von ihm meh-rere wackere Arbeiten. So z. B. auf dem Zürcher-Salon 1809. Hofwyl, eineZeichnung in Aquarell,und Ebendas. 181». eine Landschaft in Del. Dannauf dem Berner -Salon desselben Jahrs die Ansichteines Theils der Stadt Freyburg itt Uechtland,wieder in Aquarell.
— — (Heinrich), Maler und Kupferetzer,geb. zu Winterthur, Kant. Zürchs in der Schweiz 1761. Nachdem er seinen Vater frühe verlorenund die Anfangsgründe des Zeichnens zu Hausebey dem ältern Schellenberg erlernt hatte, gieriger nach Ncuschatel, wo er sich, aber mit gerin-gem Erfolge, aufs Bildnißmalen legte. Alsdannbegab er sich zu seinem Landsmanne Graf nachDresden , wo er zwar nach demselben und anderngroßen Meistern mit anhaltendem Fleiß studirte,aber bald fand, daß er mehr für die Landschaft,als für jede andre Kunstgattung bestimmt sey.Nunmehr wurden Lorrain, Berghem, Ruysdaelu. s. f. seine Muster, Zingg sein Rathgeber, Bach,Klaß u. a. seine Freunde, und nach fünf Jahrenkehrte er bereits als ein geschickter Künstler indiesem Fache nach Haus. Hierauf gieng er 1777.nach Bern , wo er in Aaberlr wieder fand, waser in Dresden an Graf und Zingg verloren hatte,einen treuen Freund und Lehrer, in dessen schön