Nieter.
tolorirte Manier er sich so vollkommen hinein ar-beitete, dasi er nach desselben Tode alle seine Plat-ten übernahm, und theils solche herauszugebenfortfuhr, theils sie mit seinen eignen Arbeiten ver-mehrte, welche bald die des Meisters noch weitübertrafen Zeugen davon sind, nebst mehren,andern, seine beyden großen Kapitalblatter: DerWasserfall bey Reichenbach, und der Gicßbach amBrienzer - See; dann der Gipfel der Jungfrau,ein kleines, aber vorzüglich schönes Blatt u. s. f.Auch seine Oelgemälde und Aquarell-Zeichnungenhaben, zumal in den Mittel- und Hintergründeneine Wahrheit der Darstellung, bisweilen aucheinen Farbcnzauber ohne gleichen. In Absicht aufZusammensetzung, geben übrigens achte Kennerseine Arbeiten nach der Natur seinen idealischenKompositionen entschieden den Vorzug. Er lebtenoch 1811. in Bern , von Einheimischen und Frem-den eben so sehr geliebt wegen seines biedern Per-sonal-Charakters, als geehrt wegen seinem aus-nehmenden Kunsttalent. Füßli V. 19Z. u. f. RostII. Zog---, und Meusel's N. R L wo sicheben so wie in der Libl. d. red. u. bild.A. I.'(2.)253 . 255 . und besonders 280 — 89.) eine ziemlichvollständige Litteratur seiner Blatter befindet. Oont'.Meusel's Mus. XIV. 20. wo seine: Vüe stu(chateuu 8>)iet2 sur Is f.ao cle Nliouri aus-führlich beschrieben und beurtheilt ist; eben so wieim Vl. Mus 482 — 83 . seine schon genannte:Deroier«-Lascacle <Is lLoicüenbacü (98, K.) und:türme <le la^untzsrau (,2. (..); erstres Blatt be-sonders gründlich im: Zournal k. bilcl. Künsre8. M —45 (wo übrigens die etwas sonderbareIdee erscheint, daß Freudenberger Nieters Land-schaften mit seinen Figuren hatte staffiren sollen).Wieder der Fall des Reichenbachs, und die eben-falls wunderschönen Blätter: Vüe Prise ü Iselr-vsltl zur le Kaa cle krien? ( 36 - I..), und: älai-son cle ?avsan 8ursse clu pav» »llemsnä clekerne (48. H.), dieß von ihm, nach einer Zeich-nung Aaberli's gemalt, und von Lori geetzt, nebsteinigen seiner kleinern Arbeiten, und überhauptmanches seine vorzügliche Kunst Betreffendes in> den M MisceU. V. 534 — 44 - Und endlich imArch. l. ( 4 ) 4 /- 09. 67. II. (2.) 9. 5 o. ru2., sowie auch in der Bibl. f. red. u bild. R. (l. 0.)219—20. 233 -, was er im Bcrnersalon 1804. aus-gestellt hatte; wie z. B. sein unterer Fall des Nei-chenbaches in Del, und seine vortrefliche Aquarell-Zeichnung des Meyringcr - Thals, die, dem Ver-nehmen nach, an den Russischen Grafen Golofkinverkauft wurde, und von welcher es in dem Zür-cher-Journal für Eirrei'. u. Bunst S. 283. wohlmit Grund heißt: „Es möchte für jeden andernschwer seyn, einem Blatte von solcher Greße undsolcher Genauigkeit des mannigfaltigsten Detailseine solche Haltung und Harmonie zu gebe», undein so weitläufiges Ganzes mit solcher Nettigkeit,Reinheit und Kraft auszuführen. Dann sein obenerwähntes Blatt des Gießbachs, vollends das un-übertreflichste in seiner Gattung (wovon das Ur-bild sich im Kabinet des H. Doktor Grambs ;üFrankfurt am Main befinden soll), das mit demhohen Preis von 96. Livr. dennoch nicht zu theuerbezahlt ist, so daß der Künstler den Verfasser ge-genwärtiger Zusätze mehrmals versichert hat, daßeine neue Bestellung auf dasselbe ihm nicht seltenmehr Schrecken als Freude verursache. Auf dieKunstausstellungen zu Zürch von 1799, 'd'oi, i 8 o 5 >ki, 7. u. 9. lieferte er eine wunderschöne Arbeit nachder andern: So z. B. in 1799. eine Ansicht derPerersinsel; in 1801 jenen herrlichen Gießbach,in Oel ; in 180Ü. die reiche Aussicht von dem Beartenberg den Lhuner-Sce hinüber nach dem Hoch-gebirge; in 1807. die Gegend um Meyringen, inOel; 1809. eben so eine Ansicht am Thunersee ,Auch auf dem jüngsten Bernersalon von 1810.sah man wieder von ihm vier ausgezeichnete Ar-beiten : Die Gegend obcnhcr Thun bey der Scha-dau, gegenüber das Hochgebirge, und eine italie-nische Schweizerlandschafk, beyde in Oel ; dannauch hier eine Aussicht vom Bealenberg hinab auf
Rieux. rrgZ
den Thuner-See, gegen die Gletscherreihe; undwieder ein Oberhasli-Thal. Diese zwey, in Aqua-rell, erhielten im Landschaftsfache den Preis. Dievon ihm verfaßte Biographie seines Lehrers undFreunds I. L. Aaberli's fi im : Helver. ^ourr-uls. IKtter. u. Kunst I. 34 — 44 - H- 13 g— 52 , III.
249—71.
Mieter (Jacob), geb. zu Winterthur , Kant.Zürchs in der Schweiz , Sohn eines dortigenFabrikanten. Wegen seines jugendlichen Triebes zur Kunst thaten ihn seine Eltern bey N. Schellen-berg in die Lehre, wo er nicht nur die Anfänge imZeichnen, sondern auch das Radiren und Stechenerlernte. Zur Erweiterung seiner Kenntnisse gienger dann nach vollendeter Lehrzeit nach Zürch zumProfessor Sonnenschein, reis te mit diesem nachStuttgart , wurde dort unter die Kunstschüler derHerzogt Akademie aufgenommen, und genoß auchdaselbst den Unterricht des Pros I. G Müller inder Stecherey. Nach zwey Jahren begab er sichwieder mit Sonnenschein nach Paris , und hieltsich dort ebenfalls ein Paar Jahre auf. Dannbesah' er mehrere deutsche Städte, wie Berlin undWien (nach Einigen auch Kopenhagen ), hielt sichaber nirgends lange auf, es sey nun, daß er das,was er suchte (?), nicht antraf, oder aus Liebezum Reisen. In Berlin befand er sich 1791. und93. und wurde schon bey seinem ersten dortigenAufenthalte zum Mitgliede der Künstlerakademieaufgenommen Seine Lieblingsbilder bestehen allein Anlquast (?) oder Wassergemälden (?? vonBildnissen, deren die meisten, mittelst der Bey-hülfe des Dleystifts, und schwarzer oder auch weis-ser Erhöhungen gute Wirkung thun. Dann inFigürchen (?) von verschiedener Größe. Seinegeetzten und gestochenen Arbeiten endlich verrathen,da wo er Fleiß anwandte, Schönheit und freyeBehandlung; doch besaß er (wie er glaubte) immermehr Talent zum Miniaturmalen, als zum Gravi-ern. Auf dem Zürcher -Kunstsalon 1801. sah manvon ihm ein gutes Bildniß des selbst mit so vielemGeist die Kunst übenden Landvogreu Laudolts, und1808. dasjenige des Hugo Grotiuö, nach Vandyck,beyde in schwarzer Kreide: und die Klugheit, eineallegorische Zeichnung nach Caliari, in Tusch. Jit1809 gab er ein Bildniß des GeschichtschreibersJohann von Müller, welches von Einigen sehrgerühmt, von Andern hingegen laut getadelt wur-den, weil solches sein Urbild nicht getreu darstelle.Tüb. Morgenbl. 1809 S. 8jc. Mensel (I-R- E- nach Ebendess. kJ Miscell. IX. 67 69.wo Mehreres von dem Obigen noch weil breitererzählt ist, und es z. B. heißt: „Was seine Ar-beiten betrifft, so sind sie groß gedacht, und mitviel Feuer verfertigt, so viel die Zeit erlaubt (?).Einige sind aber, wegen geringer Bezahlung flüch-tig gemacht; doch verrathen sie immer Spurenvon Gcschirklichkeit. In seinen Miniaturen herrschteine freye und beherzte Führung des Pinsels, sowie gute und wahre Natur, indem er oft ganz gutzeichnet, Besonders zieren seine Gemälde eine un-gezwungene, freye Kleidung in Neglige, und seineschön und leicht behandelten Haare, welche er sehranständig, besonders an Frauenfigurcn lockigr undfliegend anzubringen weiß '. Dann von Rieter,dem Menschen: „Er ist hienächst leutselig; zwarvon einem etwas schnellen und feurigen Wesen,das sich aber nach Maaße seines Alters verlierenund duldender werden wird. Eine originelle schwei-zerische Aufrichtigkeit macht ihn dabey beliebt, in-dem sie mit besonderer Lienstferligkeit vergcsell,schaftet ist. Den kriechenden kann er nicht machen"u s f. Zu seinen Arbeiten werden, nebewAnderm,ein Cupido nach Guibal, und ei» Paar Bildnissenach Graf gezählt.
Rierfeld (Johann), war Hofbildhaner zuBerlin mit 3oo. Rthlr. Gehalt, und starb daselbst1703. Mcolai.
Rieux ( ), Baumeister zu Paris , der die
Stelle eines Professors der Stercotomie an derCcccccce
>