Hlingjii.
und Fessel von sich wikft, zu ihren Füßen ein klei,ner Vogel in Freyheit, mit einem Strick am —Schnabel! Ein Freyhauptman» Werdtmiller dasselbst besaß von ihm (noch 1769.) einen geplagtenHiob, ganz in Spagnolett's Manier gemalt. Auchseine Handzeichnungen waren Beweise ausnehmen-der Geschicklichkeit: Eine Grablegung Christi, wel-che Kenner für Tintorec's Arbeiten hielten, be-findet sich jetzt in London ; viele andere ziertendie Sammlung Caspar Füßli's, Verfassers derSchweizers. Künstlerbiographien (und kein Menschsagt uns, wo sie hingekommen sind). Endlichetzte er in leichtem, malerschen Geschmacke, schnittin Holz, und machte, kurz, Versuche in Allem,was in die Kunst einschlagt. So kennt man z. B.von ihm radirt: Die Blatter zu Josuah Ma-ler'« Gurjabr für alle Christen, 4 ". Zürch616. Dann einen David mit der Harfe, blachihm etliche Bildnisse, wie z. B. des TheologenLh. Zwinger, des Luzerner-Rebellen ChristianSchybi's (beyde von I. Schweizer gestochen), unddes Bündtnerschen Geschichtschreibers, JohannGuler's von Weineck, ohne Namen des Stechers.In seiner Vaterstadt stand er in so großer Ach-tung — daß ihm der Magistrat vergönnte, nebender Bewerbung einer ihm durch Erbschaft zugefal-lenen Oeltrotke, noch fernerhin seine Kunst zu üben,was — wohl verstanden, seine — Kunstgenossenhingegen, ihren hergebrachten Jnnungsrechten ge-mäß, ihm wehren wollten. Darauf zielte ohneZweifel sein Wahlspruch:
Durch Mißgunst dem nichts widerfahrt,
Der ehrlich, und auf Gott harrt,
In den ich mein Vertrauen stell,
Man ringgle es gleich, wie man well.
Noch gebührt ihm das Andenken der Ehre, daßder vortrefliche Samuel Hofmann sein Schülerwar. Füsili l. 77—81. Leu's Ley. s. v.
Ring in, s. oben Maria Elisabetha Ring.
R«ngk (I. S.) soll, nebst Daniel Chodo-rviecti? Daniel Berger, Clem. Rohl und I. F.Volt, zu den in 1792. bey Voß zu Berlin erschie-nenen: Zwölf historischen Gemälden und zwölf Bild-nissen (wozu Georg Förster einen Commentarschrieb, unter dem Titel: Erinnerungen aus demJahre 1790. Preiß rü. Gr.) die Kupfer (Preißi. Rthlr. 20. Gr.) gestochen haben. Von ihmkennt man auch (179^,.) im ersten Bande des Oan-rbeons der Deutschen (8". Chemnitz ) zwey schöneBlätter: Catharina von Boren, die ihren, dreyTage vermißten Luther wieder findet, und (beson-ders) Friedrich II. wie er den Kammerdiener Gla-ser , der ihn vergiften wollte, ins Aug' faßt. )ourn.f. bild. Xünsts 8. 28. Dann gab derselbe (1800.)zu Berlin etliche Blatter nach tzampe's Zeichnung,welche Scenen aus der vaterländischen Geschichtezum Gegenstand haben. Wohl fast sicher dürftedieser, uns sonst aus neuern Tagen unbekannteKünstler der oben angeführte Rinack scye.
— — ( ) So heißt auch in öffentlichen
Blättern, ohne Weiteres, ein Lehrer der Civil-und Oekonomischen Baukunst auf der UniversitätGöttingen um 1806.
Ring! oder Ringlin (Joh. Georg). S.oben den Art. von Eilst Rösch, seiner Ehefrau.Er selbst war ein guter Kupferstecher und st. 1772.Lipowsky. S. auch d. gleich ff. Art. JG- Ringlin.
Ring! er (Bastian). Ein solcher wurde in1H7H. von Reichs wegen als Münzwardein desKurfürsten von der Pfalz verpflichtet. Er starbum 1^89. denn in diesem Jahre erhielt der Gold-schmied B. Reitz seine Stelle. Hirsch deut-sches Münzarch. II. 2Z1. u. VII. 261.
Ringlin (I. G.), Kupferstecher, vermuth-lich zu Augsburg in der ersten Hälfte des XVlll.Jahrhunderts. Vor uns liegen einige (einer, nachI B. Werner sehr mittelmäßig gestochenen An-sichten verschiedener Städte, wie z. B. Naumburg,Leipzig u. s. f. die den Namen Martin Engelbrccht's
Ripkiug. rzoi
als Deelegers tragen. Fast zweifeln wir nicht, daßdieser Ringlin mit dem so eben angeführten Joh.Georg Ringl Eine Person sey.
Ringlin (Sixt), ein bey Leu (Suppl. 8. V.)genannter guter Maler, gebürtig von Schorndorf ,Kantons Basel , der um 1610. sein Geschlecht indie Hauptstadt brachte, wo es aber bereits wie-der erloschen ist. Von ihm soll noch (wo?) einwohlerhaltenes Bild vorhanden seyn, welches dasInnere des Baseler-Münsters mit der versammel-ten Gemeinde vorstellt, worunter viele Figurenwirkliche Bildnisse waren. Nach einer unserer Hand-schriften erneuerte er auch (16Z9.) die Malercy anden Flügeln der Orgel des gedachten Münsters,welches ursprünglich Holbeinische Arbeit gewesenseyn soll: Ob vielleicht mir dem vorhin erwähn,ten Bilde gerade dasselbe?
Ringuee (P.). So heißt in Landon's:Xouvello8 ä«8 -).rt8 II. 224. (1802.) ein neuererfranzösischer Kupferstecher, von dem dort ein Eku-dienblatt nach eitler Zeichnung von Palmerius an-geführt wird, welches zwey alte, vom Wind be-wegte Eichen darstellt, und 2. Fr. schwarz, und2 Fr. äo. Cent. getuscht kostete. Zugleich wurdenvon ihm mehr andere ähnliche Blätter angekün-digt. S. auch den gleich ff. Art.
— — ( ) Ein Gantkatalog will, daß
ein solcher (wohl mit dem vorhergehnde» der Näm-liche) nach eigener Zeichnung: 8outorram8 in ovalqu. Fol. gestochen habe.
Rinklake ( ), ein Maler zu Münster .
Nach demselben erschien 1810. von Pros. Müllerin Stuttgart , »des schone» Gemäldes wegen"(heißt es in öffentlichen Blattern) „mit besonde-rer Liebe gestochen", das Bildniß Friedrich Leo-polds, Grafen zu Stollberg , und wird der Künst-ler ebendaselbst überhaupt „unser" (zu Munster)„im Auslande noch bey Weitem nicht nach Ver-dienst bekannte Rrnklake" genannt. Dieses Dild-niß kostete in der Coppenradkschen Kunst- undBuchhandlung zu Münster 2. Lh. id. Gr. (avanttsttro 5 . Th. «2. Gr.).
Rio (Bartholomö del). So nennt FioriUoIV. 108. ganz ohne Weiteres, einen spanischenMaler, Schüler von Caspar Becerra.
* Ri 0 ler ( Carl). Irgendwo treffen wir auffolgende Anzeige: Orte topoAraphiqus kie8 8n-viron8 ste Üsris, Isvee Aeometriyuement parI'Alrbe ste /a ( 7 rwe, et sur Ie8 ob8orvstion8 dnmeme par 0/. LVrarl. /ft'o/et, §ravee par tTr/ve»Aio/et et )V. Zaiste«! Is zeun« 1721—42. 8. senil.Sonder Zweifel ist der Cl. Charl. R. obiger Carl;ob aber hierunter die im Lex. aufgeführten 9. Bl.der Gegenden von Paris um 17 ,0. von Riolerund Grive radirt, zu verstehen wären, bedürftewohl einer nähern Untersuchung. Noch kennt manvon Carl: Pkestre lnstorique, Aeo^rsphigueer clironoloZigue du steZns sie I,oul8 X V. svec1«8 kece8 1649.
— — (C.), s. oben Beauvarler. Nichtunwahrscheinlich Carls Tochter. Nach Bastan(Ld. 8ee.) ward sie 1787. mit Beauvarler ver-mählt und starb bereits 1788.
* Riora (Dominikus de la). Fiorillo IV.nennt diesen spanischen Bildhauer Rioxa.
* Ripanda od. Ripenda (Jacob). LanziII. 2. 17. kennt ihn schon um 1480.
* Rlpanelli (Richard) blühete um isino.Von Ph. Thomassin kennt man nach ihm: EineMadonna mit dem Kinde aus der Tribune, vonverschiedenen HH umgeben (1607.), und die H.jungfräuliche Märtyrerin Apollonia , der man dieZähne auereißt (1H98.), beydes große Blätter,liniier.
Ripklng (Bernhard), Feldmesser und Merchanikus, vermuthlich um 1700. Nach seiner Zeich,