izo 4 Rittschier.
von Herzinger und Haldenwang, nach Klinskyund Mechau , jedes zu 10. Th. (Achnliche, aufHerder und Kant, wurden damals ebenfalls ange-kündigt, welche aber, unsers Wissens, nie erschie-nen sind). Dann 57. Ansichten von Dresden undden umliegenden Gegenden, nach Hammer und Thor-meyer, und 16. böhmische Prospekte, geetzt undausgemalt, für mancherley Preise; den Buchen-hain nach Ruysdael , und die Vehmburg nach Klen-gel, in Aquarinta, von Herzinger (zusammen0. Th.); cieux Vues 6s Derracina, von Veithgezeichnet und gestochen (zusammen 2. Th. 8.Gr.);24. Costumes von Sachsen , kolorirt (2. Th. 8. Gr.);Zeichenstudien von Klengel und Herzinger; zweyBlatt Thiere, nach Roos, von Ebendemselben;Madonna mit dem Kinde, nach Carls Dolce, vonLehman» (16. Gr.); ein Bildniß des Kaisers Ale-xander!. nach Kügelchen (18. Gr) u. s. f. Men-sel'« Arch. II. ( 3 .) 149— 5 i. In 1810. ein Denk-mal auf die Königin Louise, wozu er (es lebe dieIndustrie!) eine ältere Platte von Cardelli undFolo benutzte, und bloß den Kopf der Hochseli-gen sehr nett in Linienmanier(?) hineinstechen ließ,und daher auch das artige Ding um 2. Th. 12. Gr.liefern konnte. Tüb. Morgenbl. 1810. S. n 36 .Endlich schon (1806.) gab er auch einen Gypskopfzur Erläuterung von Gall's Schädellehre (2. Th.12. Gr. und in einem Kästchen 3 . Th.) u. s. f.Eine nähere Beschreibung dieses letzter» findet sichin der Bibl. d. red. u. bild. R H- (1.) 191—92.
Rittschier ( ), Schüler von I. Alex.
Thiele, malte, wie sein Meister, Landschaften.(Zorhnagel N°. 207. 208. 099. u. 4 <>o.
Ritz, auch Riltz und Rie; (Heinrich),fälschlich auch Rist genannt; ein vorzüglich ge-schickter Goldschmied und Medailleur zu Leipzig ,dessen Namen aber die wenigsten Schriftsteller ge-denken, und dessen Biographie im Dunkeln liegt.Daßdorf in dem Humismarisch-HistorischenLeitfaden der Sächsischen Geschichte (Dres-den 1801. gr. 8°.) bringt von ihm (S. 21.) einengroßen und (S. 12.) zwey andere sehr schöne Schau-münzen bey. Letztere (an Gewicht die größere4. L. 1. Q. die kleinere 2. L. 2. Q.), die nur inKleinigkeiten von einander abweichen, haben aufdem Avers Adam und Eva, umgeben von mehrernThieren, unter dem Apfelbaum, dessen Blattersauber aufgelöthet sind; auf dem Revers die Kreu-zigung Christi. Beyde wurden i 536 . auf Anord-nung des Kurfürsten Joh. Friedrich von Sachsen verfertigt, und werden in Tenzel'« SächsischemMedaillenkab. Band I. st'ab. 8. N°. 1. u. 2. ab-gebildet gefunden. Weiterhin giebt auch TenzelB. II. lab. 8. ?. I. u. ?. ll. das Kupfer und dieBeschreibung wieder einer mit treflicher Kunst ge-arbeiteten Medaille, worauf ebenfalls die meistenFiguren und Zierrathen auf Goldschmiedsart an-gelöthet find. Der Avers enthält die Dreyeinig-keit; Gott der Vater gekrönt, und, mit Zepterund Reichsapfel versehen, auf dem Thron sitzend,hält den gekreuzigten Christus, über dem die Taubeschwebt, im Schooße. Die Umschrift des Reversesbesagt, daß diese Schaumünze i 544 - zu Leipzig von ük. (seinem Monogramme) verfertigt wurde.Hier bemerkt Tenzel, der von unserm Künstlerkeine Kunde hatte, daß er sich entsinne, dieses Mo-nogramm in Heinrich Reiy (das Lex. führt aucheinen solchen als Stahlschneider in Braunschwei-gischen Diensten, aber um ibin. auf) ausgespro-chen gehört zu haben; und daß dasselbe auch ander schönen Medaille auf Kaiser Carl V. ersicht-lich sey, die Lucklus S- 90. abschildere. Obge-dachte Schaumünze mit der H. Dreyeinigkeit istunter den Sächsischen die größte und schwerste(doch möchte wohl die, nach Te/izel's« Zeiten er-schienene und künftig unter Mcl. Seelander auf-zuführende, noch mit ihr hierin wetteifern). Auchder Münzkatalog von Aug. Polic. Edlen v. Lexser(Leipzig 1791. S. 10. 14.283. 287. 311.312.209.)führt von ihm (S. i-j.) an: Eine fleißig ausgear-beitete Medaille auf Kaiser Ferdinand !. von 122g.
Rivalz.
(Gew. 3 . '§/,§. Loth) ; eine dergleichen satyrische(S. 287.) ganze Goldschmiedsarbcit, und nach derErfindung des Mcl. Anisdorf, vvm I. 1241.mit der Umschrift: Lsti^ies Larllinum lVlumii;eine dergleichen auf den Kürfürsten Joh. Fried-rich von i 53 b. (in Kupfer bey Tenzel B.I. lab. 7.N°. 1) mit verschiedenen Stempeln zum Reversu. s. f. Endlich heißt es hier von unserm belobtenHeinrich, daß er seine Stempel mit dem müh-samsten Fleiße ausarbeitete, die Buchstaben nebstdem Grund ausprägte und die Figuren auflöthete,oder auch die Exemplare nur goß, und sodann vor,treflich überarbeitete.
Ritz (Johann), Maler zu Wasungen , einerStadt im Hennebergischen. J.S-Güthe (gründ-liche Beschreib, der Stadr Meiningen, Gotha 1676. 4°. S. 34.) nennt ihn gelegentlich 8. a. 1667.Ein vor uns liegendes handschriftliches Werk vonTbrist. Juncker führt einen gleichnamigen I. R.ebenfalls Maler in abgedachter Stadt, mit derBemerkung auf, daß er 1704. einen Prospekt vonWasungen gezeichnet habe. Der Letztere möchtemithin doch wohl von dem Erster» zu unterschei-den, und vielleicht der vohn desselben seyn.
— — (Joh. Caspar), Ingenieur in Königl.Preußischen Diensten. Scheibe!'« Einleitungzur mathematischen Bücherkenntniß, St. !!.S. 180—81. sagt, daß er 1700. ein Buch über dieMathematik und Fortifikation (Berlin 8 °. mitKupf.) herausgab, was 1702. (Berlin und Frank-furt a. d. Oder) von neuem aufgelegt wurde.
— — ( ) Bildhauer zu Hannover in 1800.
Seinen Namen liefert ein gleichgültiges Averlisse-ment in den Hannoverischen Anzeigen, Jahrg.1800. N°. 62. S. 1943.
* Riva (Franz). Mit dem jungern FranzGennari gieng er 1674. nach England, wo er dieGrelle eines Aufsehers der Garderobe der Königinbekleidete, und lebte noch dort, wenigstens um ib 85 .Jener war, bey der erfolgten Revolution, wieder nachItalien gegangen, der unsrige hingegen, der seinAmt nicht gerne aufgeben wollte, zurückgeblieben.F'iorillo V. 443—44.
* Rivalz (Anton), der im Lex. unter dem Art.seines Vaters , Joh. perers, erscheint, lerntedie Anfangsgrünoe der Kunst bey seinem Vater,und studiere, aufgemuntert durch das Beyspiel sei-nes Mitschülers, la Fage, die beßten Kunstwerke,die sich ihm darboten. Ein Zug aus der GeschichtedeS Calvinismus (er war ein Loulouser!), den er inseinem Fünfzehnten zeichnete, wird »och jetzt bey sei-ner Familie aufbewahrt, und setzt, durch die Wahr-heit der Darstellung, jeden der es sieht, in Er-staunen. In Paris besuchte er die Lehranstaltenbey der Akademie; in Rom studirte er mit anhal-tendem Fleiß die Antike und die Werke von Ra-phael, Michel Angelo u. a. Sein dortiges Preiß-gemälde stellte den Sturz der Engeln vor; dieKrone dafür erhielt er auf dem Kapital aus derHand des Kardinals Albani (nachherigen Cle-mens XI. ). Den Grund zu seinem Glück indes-sen legte er vornehmlich durch einige Bilder, dieder damalige Französische Gesandte am RömischenHofe, Kardinal Janson, nach Paris gesandt hatte.Nach einem langen Aufenthalte zu Rom kehrte er,aus Liebe für seinen bald hernach verstorbenen Va-ter (1701.), nach Toulouse zurück. Dort fand erdie ehrenvollste Aufnahme, und stiftete daselbsteine Zeichcnschule, welche spätherhin (i7bo.) ineine Akademie verwandelt wurde. Er starb in sei-ner Vaterstadt. „In Rivalz Wecken" (heißt esbey Rost VIII. 17.) „findet man Richtigkeit derZeichnung, Stärke im Kolorit, eine sinnreiche unddurchdachte Zusammensetzung, Grazie und Gefühl.Man vergleicht seine» Kunstcharakter mit Poussins"^Fiorillo hinwieder rühmt bloß seine Zeichnung undKomposition; nach ihm blieb er hingegen in derFarbengebung stets zurück, de Fonrenai endlichcharakteristrt ihn vollkommen, wie das Lexikon.