Rivalz.
Weil er immer in der Provinz wohnte, sind seineArbeiten in der Hauptstadt wenig bekannt. InNarbonne sah man von ihm einen Sturz der En-gel (ob denselben, den er in Nom gemalt?), deran die Stelle eines nach Paris gebrachten Bil-des von Seb. del Piombo gesetzt wurde. Vonihm kennt man auch viele, ganz in dem leichtenund geistreichen Geschmack seines Jugendfreundesla Fage verfertigte Zeichnungen; dann Verschie-denes, ebenfalls mit vielem Geiste Geetztes, wiez. B. vier Blatter zu Vernarb du puy du Grez:Uralte sur la Ceinture, 4^> Toulouse 700.». K. 699.); darunter vielleicht das im winkler-schen Katalog genannte Blatt: Die Muse derMalerey, welche Minerva unter die Götter ein-führt, das dort ebenfalls ein schon geetztes Blattheißt. Ferner: Die Marter von St. Sympho-rianus, ohne Namen des Malers; endlich dieschon im Lex. angeführte Allegorie (die Wahrheitwelche die Laster, als Feinde der Wissenschaften,verjagt), zu Poussins Ehren, ie Brun zugeeig-net (der dort aus Versehen Audrö Louis genanntwird). Endlich ein Bildniß Germains de la Faille(1702.) u. s w. Was hinwieder sein Neffe Bar-rholomL nach ihm gestochen, f. in, gleich folgen-den Artikel. Fiorillo lll. 288—89. Rost i. 0.
* Rival; (Bartholom«), Antons Neffe undSchüler der im Lex. am Schlüsse des Art. dessel-ben erscheint, geb. zu Toulouse ,724. war Zeich-ner und Kupferetzer. Von ihm kennt man: NachB. Luti eine Communion der H. Magdalena; dann,nach seinem Oheim: Desselben, und Joh. PeterRivalz Bildnisse; Joseph und Potiphars Weib;eine St. Cäcilia; den Sturz der Engel, nach demoben angeführten Preißgemalde, jetzt zu Narbonne aufgestellt; Cleopatra; Arria und Poetus ; eineCharitas Romana. Rost lll. i 5 .
— (Joh, Peter), Aurons Vater. Der-selbe stammte aus einer alten adelichen Familie.Zu Toulouse sieht man von ihm eine Verkündigungals Hauptaltarblakt bey den Karmelitern, und beyden Karthäusern: Eine Heimsuchung Maria; St.Johann, welcher der H. Jungfrau die Commu-nion giebt, und eine 5 ?. Familie. Fiorillo lll.210. rühmt an seinen Bildern die treue Nachah-murg der Natur, und eine genaue Kenntniß derArchitektur und Perspektioe. Er starb in seinerVaterstadt Toulouse .
Rkvan (Anton). Ein solcher verfaßte einWerk über die Kriegsbaukunst: Hr-j munienciiloca ro^ularia seu irrsgulsria (?arls iüZZ. 40.).
* Rivarola (Alphons), genannt Ebenda.Nach dem Tode seines Meisters Bonone wurdeer, als derjenige, der den Styl desselben am Beß-ren nachahmen konnte, von Guido Reni auserse-hen, ein von jenem bloß sbozzirtes Werk zu vol-lenden , was z. D. Lionello nicht wagen durfte.Dasselbe befindet sich zu St. Maria in Vado,stellt das Verlöbniß der H. Jungfrau vor, undmuß sich nicht scheuen, einem andern seines Leh-rers zur Seite zu stehen. Eben so hoch schätztenKenner seine Taufe St Augustins, in der lkirchedieses Namens zu Ferrara , wegen der schönenVerkürzungen, und die Bilder nach Guariai undLasso, im Pallaste und der Villa Trotti u. s. f.Indessen machte er sich aus Kirchen- und Kabisnetsbildern eben nicht viel, und trachtete mehr nachdem Ruf eines guten Ingenieurs und Verzierungs-malers bey öffentlichen Festinen, und Tourniere»besonders, welche damals so sehr im Schwangegiengen, Eines dieser letzter» (heißt es) förderteseinen Tod; die Einen sagen, aus Verdruß, weilseine Arbeit dießmal wenig Beyfall fand; anderemeynen, durch beygebrachtes Gift, weil solche,nach seiner Neider Sinn, nur zu wohl gefiel.
II. 2. 257 — 58 . s. v. Oüencia.
— — mit dem Beynamen Genue e, ein
Münzmeister zu August in Italien , der hier, ge-schützt durch den Fürsten Syro di Ausiria, Prin-zen von Chorezo, deutsche Münzsorten in gering-
Rivello. iZ0Z
hastigem Werthe nachschlug. Die Reichsfürstenbeschwerten sich dieserhalb it>2Z. bey dem deutschenKaiser. Hirsch deutsch. Münzarch. IV. 190.
* Rivaz ( . . . de ) In Lessing's Lol-lekraneen 255—58 wird von ihm als Verftrkgernachgemachter Edelsteine gesprochen.
Rive-Godefroy (Peter Ludwig de la,s. k. Horaz ), ein berühmter Landschaftsmaler vonGenf , aus einer alten piemontesischen adelichenFamilie entsprossen, welche schon beym Anfangedieser ehemaligen Republik dort als Patrizier inAnsehen gestanden, geb. daselbst 1765. zeigte vonfrüher Jugend einen großen Hang zu den schönenKünsten. Die malerischen Gegenden seines Geburts-landes, und der Mangel an Vorbildern andererGattung (heißt es bey von Männlich) entschie-den seine Wahl für die Landschaft. Schon um1780. damals ungefähr 27. I. alt, sprach manvon seinen Bildern mit Ruhm. Alsdann studirteer mehrere Jahre unter dem Ritter Fassin zu Rom ,wo er sich noch um 1784. aufhielt, und damals be-reits seinen genannten Lehrer weit übertraf. Wah-rend der Revolution brachte er seine meiste Zeit inDeutschland zu Dresden, München und Mann-heim (deren Gallerten ihn noch vollends ausbil,beten), dann auch in der deutschen Schweiz , vor-nehmlich in Bern zu, und fand überall noch meh-rern Beyfall durch seine treflichen Arbeiten, alsdurch die hohe Meinung, welche er von sich selbst,in Vergleichung mit bald allen andern seiner leben-den Kunstgenossen hegte. Auf dem Berner-Salou1804. sah man von ihm zwey Sepiazeichnungen,Scenen aus dem güldenen Zeitalter , welche Geß-ner nicht schöner hatte denken, und Claude Lor-rain nicht lieblicher ausführen können; dann aufder Dresdner-Ausstellung r 8 o 5 . zwey Bilder inOel: Das eine die Ansicht um Presingue, einemzwey Stunden von Genf entlegenen Dorfe, desKünstlers gewöhnlichem Wohnort; in der Ferneerblickte man den Montblanc. An demselben wurdebesonders die harmonische Zusammensetzung, dieschöne Luftperspektive, und die, Berghem's wür-dige Ausstaffirung mit Figuren und Vieh gerühmt.Das zweyte stellte den gedachten Riesen unter denGebürgcn der alten Welt von der Nahe, in seinergoldenen Abendbeleuchtung dar, soll in seiner Arteinzig seyn, und sich gegenwärtig im Besitze einesGenferschen Liebhabers befinden. Die Münchner -Gallerie besitzt von ihm: Eine Landschaft mit Fi-guren und Vieh, „an einem warmen Herbstabend".Nach Einigen zeichnen sich besonders seine Arbei-ten im niederländischen (Ruysdaelschcn) Land-schaftsstyl aus. Wir sahen von ihm ganz andereim Poussinschen Geschmacke, sehr schöne, sowohl'Bilder in Oel als Zeichnungen in Sepia, meistmit beschränkten Horizonten. Dieser Künstler lebteund arbeitete noch immer zu gedachtem Presingueum i8in. Zu Dresden hatte er sich mit einerDemoiselle Godefroy verhenathet. Von seinendortigen Arbeiten heißt es in Ha sehen's Ma-gazin der Sachs, (öesch l V. 247. bey Aufzäh-lung der Merkwürdigkeiten der Dresdner -Auöstel-lung von 1787-: »Zwey große im historischen S>yigemalte Landschaften von la Rive in Genf . Ita-lienische Gegenden, die schon hinlänglich in Bay«reukher-Zeitungen gelobt worden sind". Der 1810.ausgegebene Raralog des Leipziger-Jndustrie-Roinproirs rubrizier: Vichstücke von la Rive(Pr. 2 Rrhl. 12 Gr.). Dann bemerkt man an-derswo von einem la Rive 6. Bl. Vichstücke imGeschmacke von Pottcr und du Jardin, mit demTitel: Lbuäes ä'^niniaux gr gu. 4 ". und ferner4. Blatt Viehstücke im Geschmacke von vorrer, qu. 4°.sämtlich sehr geistreich radirt. Ob darunter unserla Rive zu verstehen sey, ist uns unbekannt. Meri-sel's hJ. MisceU. V. 565 64. Arch. l. 4. 81.undm—12 Bourrit's A penr. S. 58 e.
* Rivello (Christoph), genannt Morerro,der im Lex unter dem Art. seines Vaters töalea-tius erscheint. Nach Loinazzo (?ratt. üslla?ittura y. 406.) arbeitete derselbe gemciuschafl-Dddddddd 2