Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
1321
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Röhrscheid.

Rödrscheid (Wenzel), Vater und Sohngleiches Namens. Der Vater hatte die Bestallungals Stadtbaumeister zu Bauzen in der Lausitz . Fol-gende Gebäude verdankt ihm diese Stadt: DasRondel und Gemäuer am Wasserthurme » 558 .;das achteckige Beinhaus auf dem Kirchhofe zumTaucher »562.; den Zeigerthurm » 58 ».; und end-lich auch die steinerne Brücke zu Bostwitz über dieSpree Nachdem er in die Zo. Jahre sein

Amt verwaltet hatte, starb er zu Bauzen (wo erviel Nachruhm hatte, und nur der gute HereWenzel genannt wurde) 1682. 72. I. alt. SeinSohn folgte ihm als Stadtbaumeister. Dieserverfertigte das Modell zu der Gottesackerkirche aufdem Taucher, und fing »598. den Bau dieser Kirchean In den Jahren 1697. und »6n6. versah' er dieStadt mit Wasserkünsten. Auch findet man, daßer, als » 5 g 3 . von dem Rektor der Schule auf demMarkte zu Bauzen die Tragödie Holofernes agirtwurde, „sehr zierliche Gebäude der Stadt Be-thuliä und der Wasserkunst, so vom Feinde abge-stochen worden", aufgeführt habe. S- ein hand-schriftliches Werk des G. Milrvolf über Bauzenund die Lausitz , angefangen im Jahre »6o8. Fol.und L G.D »ermann'« gesammre priester,schafr zu Gberlausitz. Lauban und Leipzig 1777.30. S. 20.

R 0 eiand ( ), wird in öffentlichen Blattern

zugleich gekrönter Schüler der Architektur-Klassezu Gent , und Präsident der dortigen Gesellschaftvereinter Künstler genannt. In dieser letzten» Ei-genschaft hielt er am 18. Qct. 1808. eine Rede zurEinweihung der in gedachter Gesellschaft aufge,stellten Büsten von Rubens , van Dyck undDuqnesnoy (Flamingo).

R 0 elanr (Theodor). So heißt im winkler-schen Ganckaralog, ganz ohne Weiteres, einniederländischer Maler und Zeichner, nach welchemA. de Paul den Zahnbrecher in seinem Berufe, eingroßes Blatt, "mit 12. französischen Versen ge-stochen habe, das (wie wir anderwerts lesen) schönund selten seyn soll.

* Roelas (Paul oder Johann de las), pache-co, der ihn kannte, und mit ihm zu Eevilla lebt«,nennt ihn mit letzierm Namen. Geb. » 558 . oder60. siammte er aus einer vornehmen Familie zuSevilla , und muß sich anfänglich mit den Wissen-schaften beschäftigt haben, weil er den Titel Clerrigo und Licenciado führte, der ihm vielleicht durchirgend eine akademische Würde zukam. Hierauflernte er die Malerey in Italien ; zwar nicht vonTitian , wie einige glauben, aber gewiß von einemseiner Schüler, und gelangte zu einem so großenAnseht», daß er sich »6»6. nach dem Tode des Fabr.Castello um die Stelle eines Königl. Spanischen Hofmalers bewerben durfte, welche jedoch demBarth. Gonzalez zufiel. Dem ungeachtet blieb ereine Zeitlang an» Hofe, gieng dann von da in seineGeburtsstadt zurück, und zuletzt (1624.) nach Oli-varez, wo er fleißig arbeitete, und 1625. (nicht1620. wie Palomino sagt) Todes verblich. SeinenStyl betreffend, besaß er eine correcte Zeichnung,viel Natur, große Formen und Charaktere, undunter allen Spanischen Malern das wärmste undschönste Kolorit. Zeugen seiner Talente sind seinevielen Bilder in den Kirchen zu Eevilla, die denArbeiten von Tintoret und Palma gleich kommen —hätten seine Mitbürger nur mehr Aufmerksamkeitauf ihre Erhaltung gewendet! Sein St. Jacob,den er »609. für die dortige Kathedrale verfertigte,ist ein herrliches Werk, voll Feuer, Adel »nidMajestät. Eben so schön ist die Marter des H.Andreas im Collegium St. Thomas, die wegendes Farbentons und der Grnppirung wirklich einProdukt des Robusti zu seyn scheint, die ihm aberauch (er ließ es in Flandern schätzen) mit 0000.Dukaten bezahlt werden mußte, nachdem manüber seine anfängliche Anfoderung von dem bloßenDrittheil mit ihm hatte markten wollen. Dann feinaus dem Gefängnisse befreyter St- Peter in der

Roentgen. rJrr

Parochialkirche dieses Namens; St. Hermene-gildus Tod in der Kirche des Hospitals del Car-dinel; die Marter der St. Lucia in ihrer Kirche,und endlich (sein Meisterstück) der Tod St. Jsidorsin dem ihm geweihten Tempel, von meisterhafterKomposition, und voll Ausdrucks und Würde.Auch zu Olivares sieht man von ihm eine Geburt,und zu Madrid Verschiedenes, was Bermude;beschrieben hat. Fiorillo IV. 208—»0. warelerrühmt noch von ihm seine sinnreiche Kompositionund gefühlvollen Ausdruck; seine Kenntniß derPerspektive und Anatomie und sein tiefes Studiumder Proportionen. Alsdann nennt und preißt erbesonders seine Schlacht des Clovis bey Tolbiak,wo die Verwirrung der Besiegten init der stolzenRuhe der Sieger in den glücklichsten Kontrastgestellt sey.

Roelig (Apel), war um » 5 oZ. als Stadt,baumeister zu St. Annaberg in Cbursachsen ange-stellt. Dabey hatte er um gleiche Zeit den Bau derdasigen, von Gfierhelt (der in künftigen Nach-trägen folge» wird) angefangenen, schönen St.Annenkirche zu besorgen. S. Paul Jenisi»Ebronicon Annabergense aus dem Lateinischenübersetzt und vermehrt von Georg Arnold Fol.ein handschriftliches Werk. Sonder Zweifel istunter unserm Roelig der oben angeführte Apol,lonins Roehling zu verstehen.

Roemer (Christoph), Ernst Romanus ge-nannt, wie er sich selbst in einem Briefe an Lhur-neisser von »57». unterzeichnet. Vermuthlich einDeutscher, der wahrscheinlich als Baumeister beymHerzoge von Pommern in Diensten ^kand. WieThurneisser sein Buch pisan herausgeben wollte,schrieb er an ihn nach Stettin , er solle ihm eineZeichnung zum Titelblatts machen. S. M 0 ehsenBeprr. z. Gösch. d. wissensch. Wahrscheinlichderselbe, der bey rJicolai Maler und Baumeister heißt, welcher »557. die Befestigung von Spandau angefangen habe.

— (Johann Jacob), noch lebender Arzt,und berühmter Botanischer Gelehrter zu Zürich inder Schweiz , geb. daselbst 176Z. Zu: LricarurnIcones etllescriptiones, auctoribusetA. 0 . (wovon der erste Fascicul mit 6.

Kupfern luric. et I.ipsise 1794.) erschien,haben beyde Verfasser die Zeichnungen nach derNatur entworfen und einige Exemplare selbst illu,minirt; U)endkand hat überdies noch die Blättergeetzt. Römer neues botanisches vTIagaz.(Zürich »794. Band I. 287. sog.). Dann heißt esauch, daß Römer die Zeichnungen zu seiner klar:» ,Luropsea eigenhändig verfertigt habe. A/sc.

* — — s. Roman und Romanus im Lcx.und in gegenwärtigen Zusätzen.

Roennorv (Christian), s. unten Ronnorv.

Roentgen (David), ein großer Mechanikerund künstlicher Ebeniste, geb. zu Neuwied »72..berühmt wegen seiner musikalischen Instrumenteund geschmackvollen Mobilien, besonders aberwegen seiner treflichenEinlegungskunst, welche nichtnur in ganz Deutschland , sondern auch in England,Frankreich und Rußland gesucht und bewundertwurde. Ein mechanisches Kabinet für den Königvon Frankreich wurde ihm mit Zäoo. Schildlouisd'ocund dem Titel eines: Lböniste mcchanicien öukor et 6e la keine bezahlt; ein anderes ähnlichesKunststück mit 25,000. Rubel, u. s. f. K?»euselMisc. XXII. 24». und R. L. >- Bey derAnzeige (Leipziger-Jntelligenzblatt, Jahrg.1798. E. 067.) daß derselbe mit verschiedenen, inihrer Art ganz einzigen, Kunstmeublei» die Leipziger»Messe von 1798. bezogen habe, wird er der Königl.Preußische — geheime Kommerzienrath R. ausNeuwied genannt. Von seiner eingelegten Arbeitwurde, neben Andern», dergleichen bemerkt, dieman vermittelst einer feinen Sage zerschneidenkonnte, und so mehrere Exemplare von ein und

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