Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
1322
JPEG-Download
 

iZ22 Roeirtgeii.

demselben Kunstwerke erhielt. BreirkopfsGesch. der Schretbeknnst herausgegeb. vonRoch S. > 3 i.

Roenrge»( ), ein jungerKünstler von Esens in Ostfriesland , Sohn eines dortigen Consistorial«raths und Verwandter des Direktor Tischbeins,kam um 1806. nach Paris , wohin er nichts zufeiner Empfehlung mitbrachte, als seine Geschick-lichkeit, wurde aber bald von dem Eigenthümer derPorcellanmanufaktur zu Paris , welche den Namender Kaiserin Josephine trug, P. L. Dagoty, auf-gefunden, von dem er gegenwärtig nicht nur derLieblingsgehülfe in dessen Kunst, sondern auch seinHausfreund ist. Tüb. Morgenbl. 1808. 788.

* R 0 e p e l (Conrad). Seine schwächliche Ge-sundheit in der Jugend, vielleicht auch mittelmäßigeAnlagen behinderten ihn, im Bildnissemalen bedeu-tende Fortschritte zu mache»; und um erstre wiederherzustellen, versorgten ihn die Seinigenaufs Land.Hier gewann er Geschmack an der Blumenmalerey,und fand bald, daß dieses die Gattung sey, wo-durch er sich Ehre und Nutzen erholen könnte. Sotheilte er sein Leben zwischen der Anbauung seinesGartens und der Uebung seiner Kunst. Die reineLuft stärkte allmalig seine Brust, und man erstaunte,wie einMensch, den man kaum zum Jüngling zu er-ziehen hoffen durfte, sein Leben an die Siebenzigegebracht. In Deutschland besitzen von ihm, unsersWissens, einzig die Gallerte zu München Blumenin einem Wassergefäß, mit mancherley Insektenumflogen und umkrochen; und diejenige zu Dres-den ein ähnliches Btumenbild in metallenemGeschirr.

Roerich (Heinrich), Münzmeister von Teutschtwohl Deutz), welcher im Jahre 1280. von demChurfürsten von Kölln in Bestallung genommenwurde. H1 rsch teutsch. Münzarchw ll. S. 284.

Roesch (Anna u. Casimir), des nachfolgendenFranz 'Josephs Tochter und Sohn, seine Schüler,gaben (1778.) Hoffnung, in der Malerey berühmtzu werden. Meusel I. Indessen haben wir vonihnen seither nichts weiter vernommen.

* — — (Franz Joseph), Maler und Vor-steher der neu angelegten KK. Zeichnungsschule zuFreyburg im Breisgau , geb. daselbst 1724. undgest. 1777. malte in Oel , Pastel, Miniatur undEmail, und stellte die Kunst, in Wachs zu malen,wieder her (?). »Es ist, wie man mir schreibt"(heißt es bey Meusel I.) »die wahre, ihrerDauerhaftigkeit und Glanzes wegen schätzbare,enkaustische Malerey der Alten, sehr verschiedenvon der hinfälligen Erfindung des H. von Tauben-heim. Die Farben werden mit Wachs zubereitet,und in Marmor oder Holz eingebrannt. Für dieseErfindung erhielt er eine Pension vom Kaiser!. Hofe.Einige Zeit hernach trat auch Calau mit der scinigenhervor. Kurz vor seinem Tode erfand Roesch nochdas Kunststück, alte schadhafte Oelgemälde vonHolz, Tüchern und Mauer auffrische Tücher über-zutragen. Zwar hatten schon Alexander von Sienazu Neapel, Picault zu Paris und Roxin zu Nancy,diese Kunst ausgeübt, aber sehr geheim gehalten.Roesch, und ein Schwedischer Maler dessen Namedem Verfasser dieser Nachricht entfallen ist, kamenzu gleicher Zeit, jeder auf einem ihm eigenen Wege,zu eben dieser Erfindung, die für die Künste sobedeutend ist."

— — (G. S.), Bildhauer. Nach einemsolchen findet man Blätter in dem: VltruveLavsrois.

— — (Siegmund), Kupferstecher zu München ,(wahrscheinlich mit dem oben angeführten Joh.Siegmund Resch Eine Person), gab um 1750. indas Werk: Lmcomia Loelituum, 26. Bildnissenach I. G. Baumgartner, und F. Sigrist. Nachersterm auch: Joseph, der Korn in Egypten verkauft.

— — (S.). Ein solcher wird irgendwo alsein Kupferstecher aufgeführt, der, nach Lancret, für

R 0 e se l.

den Verlag von I. G. Hertcl, 4 - Bl. in gr. qu. Fol.gestochen habe. Diese wären: le Mari (gröber:t)ocu) battu, et content; la 8srvsnte zustisiee;les Oies lle klnlippe; Xicaise.

Roesch ( ), Obristlieutenant, Ritter des

Wirtembergischen Militär-Verdienst. Ordens, gabi8uo. in Mensel'» A. Miscell. XII. 388 —412. die ausführliche Scizze einer Theorie derschönen Baukunst, an welcher er schon seit mehrernJahren arbeitete, „und", wie er sagte, »nocheinige Jahre zu thun haben werde, um solche insReine zu bringen". Dann i8>,2. in eben dieseZeitschrift (Xlll. 5 n—49.) einen ebenfalls weit-schichtigen Aufsatz über: ^»Die Vorzüge der ehe-maligen Französischen Garten über die jetzt üb-lichen Englischen ", worinn dieses Paradoxon nichtunfein behauptet wäre, wenn es nur mit demabusus non rollit nicht eben auch seine alte Rich-tigkeit hätte. Ob dieser Dilettante zugleich aus-übender Architekt sey, ist uns unbekannt.

Roeschel oder Reschel (Marx), ganz falschaber pöschel und poschel genannt, war desMarkgrafen von Brandenburg Münzwardein zuSchwalbach, und wurde dieserwegen 1567. vomReiche verpflichtet. Im folgenden Jahre - 568 . klagteman über seine geringhaltigen Münzen; endlichwird er bey Gelegenheit noch 1671. dort angeführt.Hirsch teursch.Münzarchtv Th. II. S. 3 o. 58 . 88 .

* Roesel (August Johann), geb. zu Nürnberg 1705. und dort gest. 1759. (a.K. 60.) führte den Bey-namen von Roseiihof, wie aus seinem von van derSmissen gemalten, und von I. W. Winter ge-stochenen Bildnisse erhellet. Nicht unwahrscheinlichwar er von der Familie des späterhin im Lex. er-scheinenden Roshoofs, Rosenhofs oder Rose-llus. Seine bekannte Insekrenbelusttgung mitausgemalten Blättern erschien in 3 . Th. (Nürnb.746 — 55 . in 4° ); den vierten und letzten gab Blee-mann (ib. 761.). Der Preiß des Ganzen stieg auf60. fl. (Fourniev setzt es bloß zu 100. Livr. an).Noch kennt man von ihm: RistorisirÄnarum N08-tratium, c. prsef. An/ser-i kol. Xcrrimb. 758 .ebenfalls mit ausgemalten Figuren. Preiß i 4 - fl.(Fournier 60. Livr.) Ueberhaupt mag die (wirk-lich trefliche, und, was die Insekten betrifc, nurvon Peter Cramer und Caspar Stoll überrroffene)Kolorirung das Beßce seiner Kunst seyn. Dennfreylich jämmerlich erscheint er z. B. als Etzer derBlätter zum deutschen Telemach (8°. Franks, undLechz. 786.) ^c.

— — (Franz). So hieß ein Maler zu Nürn-berg , der uns einzig durch sein Bildniß bekannt ist.

* — — ( ), der Schüler von Boethius ,

der im Lex. unter dem Art. von A. I. Roesel er-scheint, hieß G> B. Roessel (nicht Roesel) undlebte zu Dresden . Von seinen Arbeiten kennen wirdie nach eigener Erfindung geätzte architektonischeZeichnung eines öffentlichen Springbrunnens; einschlechtes Bildniß des Chursächsischen General-Lieutenants Christoph Heinrich Vitzthum von Eck-städt's nach Stephan Torelli in 4°. vom Jahre2769; dann, und viel besser, das flüchtig radirteBrustbild eines Mannes in Pelz und Pelzmütze,nach einem Gemälde von P. Grebber, und einervon C. Hütin 1767. verfaßten Zeichnung desselben,von ihm 1777. in kl. 4°. geetzt; das Bildniß desArztes Reymond Lullius, ohne weiter« Namen alsden seinigen; einen Wald mit wilden Thieren nachOrient; zwey Bauerngesellschaften nach Leniersu. s. f. Fast möchten wir aber vermuthen, daß dieNadel nur eine Nebensache bey ihm gewesen sey;vielleicht war er Maler, oder Zeichner, oder Archi-tekt, oder auch Ingenieur. Wobey wir noch be-merken, daß Ltporvsky die mehrern der vorer-wähnten Blätter dem A. I. Roesel zueignet, unddiesen ebenfalls zum Schüler von Boethius macht.

— — ( ), Landschaftsmaler, Professor und

Lehrer im Zeichnen von Bauverzierungen bey der