Romeo.
ter August Masucci seine Studien fortsetzte, sichunter Balth. Orfi» auch in der Geometrie, Per-spektiv und Optik übte, und sich übrigens langebloß mit Kopien nach großen Meistern beschäfti-gen mußte. Von 1762. an blieb er eine geraumeZeit zu Follgni, und nachwerts zwey Jahre zuTurin ; an beyden Orten trift man schätzbareWerke von ihm an. Endlich kehrte er in seinVaterland zurück, wo er sich gut verheurathete.Von seinen Arbeiten bemerken wir hier als ver-glich: Ein großes Altarstück, die HH. Peter undPaul vorstellend, in der Kirche der Brüderschaft desH. Fahne,is zu Foligni; zu Turin einen Hamil-kar, der seinen Sohn ewigen Haß gegen die Rö-mer schwören laßt; ein Altarstück in der Eusebius-Kirche zu Comv; dann in seinem Vaterlande zweygroße Frcscogcmälde in der St. Marien-K.wche zuMorbegno, und den ganzen Chor in der Erz-priesterlichen Kirche zu Trevisto. Er malte inOel, in Fresco und a Tempera, und giebt demP. Ligariv wenig nach. Zwar ist seine Zeichnungnicht immer so fest; aber seine Bilder sind seelen-voller, und weit dichterischer, als man es sonstbey den neuern Künstlern zu finden gewohnt ist.Füßli V. ii6. u. ff. Lehmann II. 334 — 35 .
Romeo (Don Joseph), ein geschickter spa-nischer Maler, in Diensten König Philipp V. geb.zu Cervera in Arragon 1701. lernte die Kunst beyMasucci zu Rom , und verfertigte nach seiner Rück-kehr einige Bilder, welche die Erscheinung derMadonna an St. Peter von Nola darstellen, fürden Kreuzgang der Mercenarios calzados zu Bar-cellona. Von hier gieng er nach Madrid , wo erdie Malereyen im Pallast Duen Retiro ausbesserte,und 1772. verstorben ist. /lorrllo I V. 367.
* Romero (Johann de Sevilla), s. Sevrllaim Lcx. und in den gegenwärtigen Zusätzen.
— — (Simon). So hieß, wie wir's bey.sioklUo I V. 275. verstehen, ein geschickter spanischerBlumen- und Früchtemaler (von Sevilla ?)
*Romeyn (Wilhelm). Seine Hirtenstückeund Landschaften sind mit Figuren und-Thierenstaffirt. Er componirte, zeichnete und malte mitVerstand; zu Zeiten fällt jedoch seine Färbung insFinstere. In Deutschland besitzen von ihm, unsersWissens, einzig diejenige zu München : EinenHirten, der sein ruhendes Vieh bewacht, und eineLandschaft mit Pferden, einem Esel und mensch-lichen Figuren. Auch Düsseldorf hatte ehemalsvon ihm eine Landschaft mir Bersten Vieh). Einganz vortreflich gectztcs Blatt nach ihm (vielleichtnach dem ersten der eben genannten Bilder) gabum 1808. Adam Dartsch in dem FranenholzischenKunstverlage, welches, nebst einem ähnlichen nachH. Roos, ebenfalls von Bartsch 5 . ff. 2/j. Kr.kostete. Ferner haben auch nach ihm gestochenGarreau und R. Daudet, jedes eine Landschaftmit Ruinen und Vieh.
Romme! (Septimus und Nonus), zweyBrüder und Söhne des Töpfermeisters Ioh. Ja-kob Rommels zu Ulm , daselbst geboren, dererste 1778. der zweyte 178». lebten noch 1810.Mit sehr guter Zeichnung und Stellung verferti-gen sie aus Thon und Erde Bildnisse, Figuren undKarrikaturen, welche, gleich andern Töpferarbei-ten, im Ofen gebrannt, nachher gemalt, und mitFirniß überstrichen werden. Da sie auch schontreffende Bildnisse nach dem Leben, so wie anderevorzügliche Arbeiten in dieser Art, verfertigt ha-ben, obgleich diese Bildnisse kaum )(,. Elle hochsind, so ist ihre Geschicklichkeit um so mehr zubewundern, und sie verdienen daher mit Recht,in die Künstlergeschichte aufgenommen zu werden.Von einem aus ihnen (Septimus oder Nomis,finden wir nirgendwo?) kennt man namentlich,für eine Grotte in dem neu angelegten schönen Parkedes Grafen Fugger zu Dietenheim bey Branden-burg unweit Ulm , eine in 180g. gefertigte badendeVenus aus Thon. Eine ausführliche Beschreibungund Beurtheilung derselben s. im Tüb. Mor,
Romney.
geiibl. t8u8. S. 297—98. Nichts wird darangerüget, als der vielleicht zu ernste Charakter dcrGöttin, und ihre fast zu moderne Bekleidung.Von demselben Künstler kennt man ein Grabmal,welches der Landcsdirektionsrath Härlin seiner Gat-tin auf einem Gottesacker zu Ulm hat setzen lassen,und eine sehr treffende Büste des verstorbenen Ger neralkommissairs, Grafen von Arco . Ein größe-res bereits von ihm entworfenes Denkmal für die-sen letzter« kam nicht zu Stande, und vermochteden Künstler zu dem Entschlüsse, einsweilcn eineStelle bey dem Königl. Brückenbauwesen anzu-nehmen. Auch (nicht bloß Einer, sondern) dreyjüngere Bruder von ihm widmeten sich ebenfallsplastischer Kunst. Einer derselben, den das Loosder Conscription traf, bildete, nach seiner Rück-kehr aus Polen , das Haus eines dortigen Edel-manns mit seiner ganzen Einrichtung und denBewohnern in ihrem gewöhnlichen Thun und Le-ben so geschickt in Thon nach, daß das Dach undganze obere Fachwerk abgenommen werden konnte,und so jeder einzelne Theil anschaulich wurde. DasGanze soll in Augsburg Beyfall gefunden haben,und sich gegenwärtig im Besitze des H. General-Lieutenant Baron von Wredc befinden. Auch derVater dieser künstlerischen Söhne lebte (wie wir'sverstehen) noch 1809. und war zu Ulm noch im-mer durch seine geschmackvollen Ofcnarbeiten be-rühmt. Meusel's L L.
Roinney (George), ein englischer Dildniß-und Gattungsmaler neuerer Zeit, Schüler vonReynolds, dem er im erstem Fache sehr nahekömmt, so wie er auch im Komponiren viel Ge-schmack besitzt. Seine Drapperien werden nichtminder selbst von strengen Criukern sehr gelobt. Inder Shakespeargallerie hat er eine Scene aus demSturm gemalt, wo er eine Art von Mittelqeschö-pfen aus dem Geisterreich sehr angenehm auftre-ten läßt. „In seinem allegorischen Bilde: Sha-kpeare, wie er von der Natur und den Leiden-schaften erzogen wird, mißfällt uns" (heißt esbey Fiorillo V. 665 — 66 .) „die Zeichnung, sowie hingegen jenes andere: Shakespeare , von dertragischen und komischen Muse gebildet, vortref-lich ausgeführt ist. Eben so glücklich ist ihm eineScene aus Troilus und Crcffida gelungen. DieFigur der Cassandra auf einem dritten Bilde istebenfalls schön und von guter Wirkung. Vonseinen übrigen Arbeiten nennen wir: Die zweySchwestern, welche über die Vergänglichkeit desJrrdischen nachdenken; Allegro (tanzende Nym-phe) und Pensvroso (die ihr Haupt stützende jungeWittwe); dann so viele Bildnisse, die meist unten,unter den Blättern nach ibm erscheinen. In Kunst-nachrichten aus England um 1788. (Meus.M"s >v. 25 .) heißt es: Sein Haus stehe, wieeine Wildniß, voll unvollendeter Portraits. Unterseinen neuern Arbeiten zeichnen sich z. B. die Bild-nisse des Staatssekretairs Lord Grantbams, desAdmirals Hydc-Parker, des Tayadanecga, Heerfüh-rers derMohawks (der als Repräsentant der ameri-kanischen Menschenra^e gelte» kann), unddesSchau-spieiers Handersen als Mackbclh, aus. Die be-kannte Lady Hamilton hat er unzählige Mal gemalt,und scheint sein Urbild immer mit neuer Schwär-merei) betrachtet zu haben". Seine Biographiehakte dcr Dichter Haylen schon um 1800. ange-kündigt. Allein um 1806. wenigstens war solchenoch nicht erschienen. Gestochen nach ihm nennendie Gantkaraloge von Brandes und Minkler,und endlich ein Verzeichniß meines sei- Vaters bey)o. Bl meist Bildnisse, welche T. Cheesmann (derauf einem Blatt: tke ^eamstresi-, Pflegesohnvon Bartolozzi heißt), I. Dean, G. Dikinson,R. Dunkarton, V. Green, I. Jacobe, I. Jones,I. R. Smith, C. Townley, I. Walker und I.Watson nach ihm bald alle vortreflich geschabt ha-ben. Zu den schönsten gehören: Die Gräfin vonDerwin, von Dean; Lord Grantham, der Ad-miral Keppel und Miß Ramus (ohne ihren Na-men) von Dikinson; Mr. Humphry, und MistrißNotes (als tragische Muse) besonders schön, von
. <