rzzr Romano.
auf vier großen Tafeln die Marter dieses Heiligenmit so mannigfaltigen, geistreichen, und, wasdie Henkersknechte betrift, so schreckbarrn Figurenmalte, daß man sich in dieser Gattung nichts darü-ber hinaus embilden kann. Eben diese Fruchtbar-keit der Ideen, und noch mit besserer Wahl derFormen zeigt sich auf seinem Altarblatt von St.Maria in Calcara zu Brescia , mit dem BischöfeSt. Apollonins, der dem Volke das Abendmahlreicht; ein Bild, das in allen Theilen gefallenmuß, so reich jsi die Bühne mit allen ihren ge-weihten Verzierungen; so trcflich die Andacht desHeiligen, seiner Priester und seiner Gemeinde aus-gedrückt ; so mannigfaltig der Ausdruck allerStände und Charakter; und bleibt denn doch Allesdarin inner den Schranken des Wahren und Ziem-lichen. Minder groß im Umfange, aber nicht we-niger schön ist seine Abnehmung vom Kreuze beySt. Fausiin und Giovita (ebenfalls zu Brescia ),welche Palma für ihre Aehnlichkeit mit dem -Vene-tianische» (eigentlicher zu reden, Tikianeschischen)Styl so wohl gefiel. Andremale näherte er sichmehr demjenigen der Bassano's. Aber eben anTitian hielt er sich doch denn mehr als an keinenAndern; sey es nun, daß sein, selbst mittelmäßi-ger , Lehrer Rizzi ihm «ine besondere Hochachtungfür Vecelli einflößte, oder daß er nicht (gleichseinem anfangs genannten Nebenbuhler) sich einenneuen Styl schaffen, und daher denselben bloß aufdieser Bahn der Nachahmung eines großen Kunst-lichtes zu besiegen hoffen konnte. Und wirklichgiebt es noch heut zu Tag in Italien viele, die ihmfür grandiöse Behandlung, Energie des Ausdrucks,und die Kunst, jeden Gegenstand sich unterwürfigzu machen, vor Moretto (Bonvicino) noch diePalme reichen. II. 100—101. Auch Fiy-
rillo II. 26. nennt den unsrigen einen vortrefflichenMaler, kräftigen Koloristen, kühn und phantastischin seinen Erfindungen, allein vom Geschmacke desMichael Angelo zu sehr eingenommen, einemHange, den er auch seinem Schüler H. Muzianbeygebracht. Wetteifernd dann mit Moretto findeman ihn zu Brescia in der Kapelle Corpus Do-mini der St. Iohanns-Kirche , wo letztrer den Ra-phael, und erstrer den Titian nachzuahmen sich be-strebten.
Romano (Angelo). Von einem uns sonstganz unbekannten Künstler dieses Namens sah'man die Zeichnung eines Entwurfes für die Vor-hänge des neuen Theaters zu Berlin auf der dorti-gen Kunstausstellung von 1800., welche, als eingeschmackloses Mischmasch allegorischer Figuren,die gutentheils nicht hieher gehörten, wenig Bey-fall erhielt; dann zwey andre Zeichnungen: Ent-wurf eines Theaterplafonds, und die Rückkehr desFeldmarschall Suvarow zu Paul I. , welche vol-lends keiner Beurtheilung werth waren.
II. ( 5 .) 122.
* — — (Dominikus), Schüler von Sal-viati, lebte noch 1566 . T.auri I. i 85 .
* — — (Lucas), s. penni.
* — — (Lucius), arbeitete zu Genua umi 5 Zo. Dort sieht man von ihm vier Zimmer imPallaste Doria, nach P. del Daga Cartons ausge-malt , und zu Rom eine Frise im Pallaste Spada.T>a>t2:i I. HZs. u. II. 2. 285. 8. v. /.«rro.
* — — (NiclauS). Heinecke in seinem
Schreiben an den Buchhändler Krause (1771. S.45 .) sagt, daß die beyden im Lex. genanntenpliclaus Romano und Aiclaus von Modena ,einzig auf die Person des Mcolerro da Modena zu beziehen wären; indem er zur Erläuterung an-führt, daß dieser letztre, vonpapillon zum Form-schneider gemachte, Kupferstecher auf seine in Rom verfertigten Blätter: Koma zu setzen pflegte.
— — (Peter de), wahrscheinlich der apo-kryphische Name eines Malers, von welchem dieGallen« zu Salzrhalum ein Staffeleybild besaß,
Romegiallo.
auf welchem das Kind Jesus die Späne sammelt,welche Joseph von einem Stück Holz gchaueu hat.
Romano (Vincenz), heißt bey Gagino, ganzohne Weiteres, ein Maler, der zu Palermo gear-beitet habe. Mehr von ihm dann weißt uns Fio-rillo II. 792-94. zu erzählen. »Er ward zwar"(heißt es dort) »zu Palermo geboren, siudirle aberviele Jahre hindurch in Rom , und erhielt daherden Beynamen: Der Römer. Dort fand er anPolydor da Carravaggio einen genauen Freund, undmachte sich durch verschiedene trcfliche Arbeiten be-rühmt. So malte er z. B. den Triumph des Todesund hatte die eigene Idee, diesen Fürsten über alleWesen — zu Pferde, und unter die Füße desselbenMonarchen, Pabste u. s. f. abzubilden; ein Werk,von welchem der Bildhauer Jacob del Duca, einSchüler M. Angelo's urtheilte: Wenn letztrer zuPalermo gewesen, so würde man denken, er hättemanche Idee seines Jüngsten Gerichts aus jenemBilde entlehnt (Sa§/iom p. 5 i )".
» — — (Dirgil). vasari lobt ihn für einig«al Fresco's zu Siena , wo man ihm überhauptmehrere Grotesken von im Grund ungenannterHand zuschreibt. Ln-uri I. 219—20.
* R 0 mans ( ), der im Lex. unter dem Art.
von p. Call angeführt ist. S. oben Iac. Roman.
* Romanus, s. Lucas penni, Roemerund Roman, theils im Lex. theils in den gegen-wärtigen Zusätzen.
Romany (Madame). So nenntFiorillo III.5 o 6 . u. 25 . eine Bildniß- und Gattungsmalerin inParis , welche auf dem Salon vom I. Xll. undXIII. von ihrer Arbeit ausgestellt hatte. Der^lmsnsck 6s 6eanx-^rts 180Z. heißt sie bloßBildnißmalerin. Die wouvelles 6e8 ^rts IV.116. rühmen ihre Familienbildnisse für sinnreicheComposition und sorgfältige zarte Ausführuag.
v Rombours (Theodor). Seine Arbeitentrugen ihm viel ein. Er wollte es nicht nur anTalenten, sondern auch an Pracht, Rubens zuvor-thun, ließ sich gleich diesem, einen Pallast auf-bauen, fand sich dadurch zugrundgerichtet, undstarb aus Aerger darüber. Sonst bemerkt wareler:»Jene Begierde, einen so furchtbaren Rival auchin der Kunst zu besiegen (so verwerflich übrigensin andern Rücksichten diese Eitelkeit war), er-hob Rombours über sich selbst; und wenn er auchkeine vollkommene Palme davon getragen, so bliebihm wenigstens der Trost, in einigen Parthien alsSieger erklärt worden zu seyn". In welchen,wird denn doch nicht ausdrücklich bemerkt — esmüßte denn der bessere Geschmack in der Zeichnungseyn. Zu seinem Deßten im eigentlich historischenFache gehören: St. Frantisc, der die Stigmateempfangt, die Aufopferung Jsaaks, und Themismit ihren Attributen (letztres im Justitzsaale zuGent), was selbst von Rubens bewundert wurde.Von ihm besitzen, unsers Wissens, in Deutschland einzig die Gallerie zu München eine Musikgesell-schaft von drey Personen, ein lebensgroßes Knie-stück; und diejenige von Salzrhalum hatte ehe-mals eine seiner Landschaften, die aber vielleichteher dem unten folgenden Ronrbour gehört, ob-gleich auch Er einige dergleichen gemalt haben soll.Nach ihm kennt man eine Aufopferung Jsaaks ineiner schönen Landschaft, von S. Dolswert, undwieder von Jeurat; dann eine H. Familie vonBalliu; bas Conzert eines Manns und einer Dame,wieder von Bolswert; und Ebendasselbe (kopirt,mit dem Titel: Msitre 6e lUusi^ue) von duFour. Zu den von ihm selbst geetztcn Blatternscheint ein Christian IV. von .Dänemark zu Pferdzu gehören.
* — — s. auch Ronrbour.
Romegiallo (Joh. Pet.), geb. zuMorbegnoin Veltlin im I. 1729. von armen Eltern. Joh.Franz Cotta gab ihm daher unentgeldlichen Unter-richt. Jni 1 . 1757. gieng er nach Rom , wo er un-