rzzS Roos.
Kar jemals besser die Wolle des Schafes gelockt,ihrFleuret, ihre Rogners und Riflart so zu gebengewußt; eben so das Haar und die Loupcs derZiege». Bey ihm ist kurz Alles, nach seiner wahren,unterschiedenen Natur, Gestalt und Ansicht behan-delt. Was hienächst seinen Thiergruppcn noch einebesondre Schönheit giebt, sind die ungemein artigenGründe, worein er solche stellt. Eine aumuthigeLandschaft, bisweilen ein schöner Baumstamm, dasStück von einem Haage, Bauten, antike Ruinen,im Vorgrunde eine großblätterige Pflanze, u. a.dergl. Beywerke, immer an gehöriger Stelle ange-bracht, und mit zarter, geistvoller Nadel ausge-drückt, machen diese herrlichen Blatter noch an-ziehender, und erheben jedes derselben zum Rangeines wohlcomponirten Gemäldes. Hierauf giebtBarrsch (I. c. iZZ— 58 .) die Beschreibung: Zo.)Einer Folge von (mit dem Titel) 9. BlatternSchaafe und Ziegen, welche er die schönste vonAllen, wohl aus des Künstlers bcßtcr Zeit nennt,die von 1871. dalirt, und dem Herrn I. P. Fleusch-bein dem jüngern zugeeignet ist. Dieselben haltenbis 5 " 3 ", in die Breite, und bis 4 " in dieHöhe. 2°.) Eine andre von 8. Bl. mit dem Titel:(^uelques snimsux tires su vik, et Arsves surje cuivre, gvec estuäe et trsvsil psr A.
1665. Diese bis 6 " 7"^ in die Breite undbis 5 " 5 '" in die Höhe. 3 °.) Eine dritte von i 3 .Bl. den HH. Nieiaus Ruland, Dan. von Haasund H. I Heldewics zugeeignet. Diese sind diegrößten, überhöhet, und halten bis 7" 3 " in dieHöhe, und 5 " i 5 ^" in die Breite. Unter denselbenbefinden sich auch Maulthiere, Esel und ein lie-gender Ochse. Das bemerkte deutsche Titelblattwird selten gefunden; und die Blatter dieser Aus-gabe hat keine N°. Eine zweyte hingegen ist inzwey Folgen: öeestbeokje äoor A'.
I» Oeel und II. Oeel, jede von 6. Blattern ein-getheilt, und diejenigen des zweyten Theils sindmit a — 5 . nummerotirt. Dann folgen noch 9.einzelne Blätter: Die Hirte», eines der schönsten,und sehr selten; die kleine Heerde beym Stall, vondes Künstlers erster Zeit; die Kuh eben so; dieSpinnerin; die Ziege; das geschorene Schaaf undder Widder; die Ziegen; der Hirt und seine Heerdein der Ruhe, ein seltenes, und von allen dasgrößte, 12" hohe und 9" 3 "< breite Blatt, von1664. dakirt, welches der LVinklersche Katalog einCapitalblatt nennt, und: „Eine gesperrte Land-schaft, mit einem alten Denkmal, Hirten und Lieh"rudriziri; endlich die Kuh und der Stier, wiederein eben so vortrefliches als äusserst seltenes Blatt.Eine ähnliche, wahrscheinlich aber nicht so genaueLitteratur obiger Blatter findet sich auch bey RostI. 309—11. Dort führt z. B. eine dieser Folgenjur Aufschrift: -znimslis sä vivum äelinests etsqns fort! s°ri imyresss, stuäio et srte sb
A. 1670. 8. Bl. was aber wohl zuverläßig
nur ein neuer Titel zu der Folge: (Juelques snl-msux u. s. w. seyn mag. Copien dann der Folgevon 12. oder i 3 . Bl. erschienen, eine bey JeremiasWolf zu Augsburg , mit dem Titel: LtwelclieHrten von Vieh, ioventiert unä Aeseiclinetvon A. //. -?oor, und wie wir glauben noch einezweyte (oder wieder die eben genannte) bey G. w.Lnorr. Daß hingegen wie Rost meynt, auch diebey < 5 . Dankerrs erschienenen zwey Folgen:keestboekje u. s. f. zu den Copien gehören sollten,scheint uns nach dem, was wir oben von Barrschvernommen, unrichtig zu seyn. Gestochen und ge-ttzt nach ihm dann haben: A. Bartsch, vördersteine trefliche Copie von des Künstlers eigenem obenerwähnten Blatte: Die Kuh und der Stier; dannzwey Bl. nach seinen Studien: Die stehnde Kuhund den kletternden Ziegenbock, welche, nebst vierandern ähnlichen Blättern (nach van Bloemen, vander Velde, und van der Meer de Jonghc) von ebendiesem Künstler um 1808. (Pr. 6. fl.) bey Fraucnholzerschienen waren, eben so wie den ruhenden Hirt(ein ganz vorzügliches Blatt, nach einer Zeichnungim Kabinet Sachsen-Teschrn) mit seinem Pendantnach W. Romeyn, welche zusammen 3 fl. 36 kr.
Roos.
und vor der Schrift 5 fl, Zo kr. kosteten. HicrnächstDunker: I^ivre äe äitl'eren« Sujets et snimsur:(8. Bl); C- Echart: 8lx (euilles ä'snimsux(schön); Herzinger zwey Blätter Thiere in Aquatinta (bey Rittncr zu Dresden 4 1. Th. 8.Gr.) und(Ebendaselbst um denselben Preiß, oder colorirtä 2 fl.) ein Heft Thiersindien nach Roos und A.van oe Velde in Crayon-Manier; G. Kilian vierBlatter in Schwarzkunst; Ph.A. Kilian eine schöneAnbetung derHirten (wie es scheint zu einer Thesis);I. F. Morgenstern eine Folge von fünf geetztenBlättern ungleicher Größe (an der Spitze desKünstlers Bildniß), welche zu Frankfurt am Main 1800. erschienen waren, und 7 fl. 5 o kr. kosteten;F. Reinermann um eben diese Zeit ei» großes Vieh-stück in Aqua tinta (s 11 fl.); Ridinger sechsBlätter. Andre I. B. Hunt, G. W. Knorr, P.Laurent, M. Merlan, G H. Schifflin, I. Wagner(Di quell rerren piu vs^o — 8en2s pensiersol — K0220 e il mio — dlells mls xre^e) ,I. Wolf. I. P. Aubry endlich (sehr mittelmäßig)Blätter nach seinen Zeichnungen, ebenfalls meistThiere zu: ^obl I.uäolst, sliss 1 .eut-trolk äicti,käistoris -zetkiopics. Franks, a. M. 1681. Fol. —Bildnisse dann (meist von dunkelen Männern undFrauen): I. Ch. Hauch , L.Heckenauer, E. Hain-zelman», B. und Ph. Kilian, I. Schweißer, I.I. Schollcnberger und I. P. Thelott. Unter diesenBildnissen zeichnet Hüsgen dasjenige des obengenannten Frankfurter-Schoppen, I. Ph. Fleisch-bein von Klecberg, als eben so vortreflich gemalt,wie von Ph. Kilian schön gestochen aus. Eons./^ürL/e»'. Meus. Arch. II. ( 3 .) 106. 108. i 5 i.
* Roos (JohannMelchior), Johann Hein-richs jüngerer Sohn und Schüler. Von 1686—90.hielt er sich in Italien auf, verheyrathete sich nachseiner Rückkehr zu Nürnberg mit der Tochter desdortigen Dr. Landhansen (conk. das Lex.), undließ sich dann in seiner Vaterstadt Frankfurt haus-hablich nieder. Anfangs malte er Geschichte undBildnisse; späterhin aber legte er sich ganz auf dasSchildern von wildem und zahmem Vieh SeineStärke hierin kann man noch in einem großen Bildesehen, das ehemals in dem Museum zu Cassel auf-bewahrt wurde, welches die ganze Menagerie desdamaligen Landgrafen darstellt, und woran er zweyJahre gearbeitet hatte. Sonst hatte er einen sehrfertigen und markigten, aber nichts weniger alsgeleckten Pinsel. Alles war mit großem Verstandgezeichnet, und in der ersten Starke und Wuchhingemalt; bisweilen fast allzuflüchtig. Denn,gleich seinem nachfolgenden Bruder Philipp Petersoll er ein Schweiger gewesen seyn, der seine Bildernur zur Zeit der Noth (an den Samstagen, wo dieFrau Marktgeld brauchte) Hausiren getragen, unddaher auch den Namen Samstags , Roos trug.Neben seinen eigentlichen Gemälden verfertigte ereine große Menge Studien, klekste solche aufbraunen und rothen Oelgrund meisterhaft hin,meist lebensgroße Köpfe allersinnlicher Art undAusdruckes, alles durch-und übereinander. Ebenso waren seine Handzeichnungen mit Rötbel undschwarzer Kreide, meist auf getränkt braun Papier,sehr flüchtig aber gut gezeichnet, und die Figurenwohl gruppirt. Ost entwarf er auch nur sei»Vieh, ohne Ordnung, über und unter einander,und gab dabey seinen Löwen, Bären, Tiegern,die seltensten Stellungen und gräßlichsten Gebehr-den; und das Alles mit so vieler Wahrheit, daßseine Meisterhand daran nicht zu verkennen ist,wenn er gleich seinen Namen selten auf solcheZeichnungen setzte. Von ihm selbst geetzt endlichkennt man einen stehenden Ochsen in ganzer Ansicht,ein kleines, aber äusserst seltenes, mit seinemNamen, und der Jahrzahl 1680. bezeichnetes Blatt,mit breiten, groben Schraffirungen, welche freylichwenig Kunde der Nadel verrathen, worin manaber nichts desto minder die Correktheit der Zeich-nung, und die Geschicklichkeit bewundern muß,womit er die Muskeln seines Thiers anzudeutenwußte. LM-kcL IV. 399. Auch von seinen ge-