Roos.
malte«: Bildern heißt es dort: »Man findet bariiiGenie/ correkte Zeichnung, ein gutes Kolorit, undschöne Harmonie (I. o. 097.). Nach seiner ElternTod erzog er zwey seiner jungem Bruder, undbildete aus beyden gute Maler, von denen deraltere sich in Stralsund niederließ, und Gattungs-bilder aus dem Baucrnleben malte, der jüngereaber, als Bildnißr und Stillleben-Maler 1697.in London gestorben ist. Nach seinem Tod hattenzwar auch seine Sohne und Wittib, doch meist sehrgeringe Arbeiten geliefert, und letztre starb endlichzu Cassel in Übeln Umständen. Noch wird eingewisser Gchuckmamr als sein Schüler angege-ben, der ihm Ehre gemacht habe. Hüsgen A. A-S. 267 — 60. Bilder von ihm finden sich inDeutschland : Inder Gallerie Lichtenftein zweygroße Mehstücke. Dort heißt es, neben Andermvon ihm: Seine Landschaften seyen mit wenigen(menschlichen) Figuren, aber mit Thieren aller Art,in zierlicher Disposition, staffirt. Zu Dresden ein kleines Bild: Wald mit Hirschen. (In Hage-dorns Katalog heißt er irrig: Philipps PetersSohn. Dagegen wird richtig bemerkt, daß erseinem Vater nicht beygckommen sey). Zu «fasse!ehemals: Ein Nachtstück, mit einem in Gesellschaftsingenden Frauenzimmer; dann zu Gaizrhalum 4.(darunter des Künstlers Bildniß in Lebensgröße),eine Löwen r und Liegerhetze, ein Bat von Hundenangepackt, und allerley wilde und zahme Thiere(letztres ein größeres, die übrigen kleine Bilder).Gestochen und geschabt nach ihm haben B. S.Setlesky Viehstücke; dann L. Deger, Seiler, B.Vogel, und A. M. Wolfgang; darunter Seilerdasjenige des Künstlers, dann mehrere Schaff-Hauser-Herren und Damen, woraus wir um so vielmehr schließen, daß Roos sich einige Zeit in derSchweiz aufgehalten habe, da er auch des Winter-thurer Felix Meyers Landschaften nicht selten mitFiguren staffirt hat.
* Roos (Joseph), der ältere,PhilippperersSohn. Einige halten ihn, nicht unwahrscheinlich,mit Jacob Roos für Eine Person.
— oder Rosa (Joseph), der jüngere,des oben genannten «fajerans Sohn (nicht bloßSchüler- wie es bey Hagedorn heißt), und deünachfolgenden Philipps Enkel. Die Kais. Galleriezu wien besitzt von ihm zwo Landschaften initVieh-heerden. Eine andre die Gallerie zu Dresden .In Hagedorns Katalog derselben wird besondersvon seinem lebhaften Grün, dann von der zartenWolle seiner Schaafe, und überhaupt von seinerschönen Vollendung sehr viel Gutes gesagt- Um1764. gab er 12. im Geist von Heinrich Roos ge-dachte, geetzte Blätter mit Schaafen und Ziegenauf Landschaftsgründen. Hinwieder haben nachihm L. Jansche, und O. C. Sahler gebirgigteLandschaften, erstrer aus dem Kabinet Battaglia,letztrer in Tuschmanicr eine aus dem Kabinet Hage-dorn gestochen, welche der wmklersche Katalogdas beßte Blatt von Sahler nennt. Ferner L.Zucchi vier Blätter zu dem: 1 'rionko stells keclelr»(Dresä. 764. 4 ".) Noch in seinem hohen Alter(1804.) wurde ihm der Charakter eines KK. Rathsfrey verliehen. Endlich starb er zu Wien 1806. dieeinen sagen 76. die andern 79. (wir glauben 77.)I. alt. In -796. und 97. gab er ein Verzeichnißder: Gemälde der BR- Gallerie. Erste undzweyte Abtheilung (Italienische u. NiederländischeSchule), deren Fortsetzung, unsers Wissens, nie-mals erschienen war, und welche, in mehrernRücksichten dem Werth derMechelschen von 1782-nicht gleich kam. S. Mensel's Ks. Miscell-III. 378. und VIII. 1084.
, * — — (Philipp Peter), Johann Heinrichsälterer Sohn, Rosa von Tivoli genannt. NachHüsgen geb. 1667. (der Katalog von winklergiebt sein Todesjahr 1702. irrig für sein Geburts-jahr an). Gen Rom gieng er 1677. und nahm dort1679. der schönen Tochter von H. Brandt zu liebdie katholische Religion an. Mit ihr floh er nach
Roos. tZI4
Tivoli, wo er sich niederließ, und anfangs einordentlicheSLeben führte, nach Brand« wacker studirteund malte, und dazumal seine beßlen Bilder ver-fertigte, dann aber sich der Schwelgerey ergab,seine betrogene Gattin einsam und verlassen ihrenFehltritt beweinen ließ, und einzig arbeitete, wennder Wirth nicht mehr borgen wollte. In der SchriftU)inkelmann u. s. Jahrhundert S. 188. wirdvon ihm geurtheilt: Er habe in seiner Gattungkühner und kräftiger als Casiiglione, aber auchflüchtiger und ohne sonderlichen Farbenreiz ge-arbeitet. Von ihm besitze» in Deutschland dieGallerie zu N?>en den Wasserfall von Tivoli, klein;LiHrenstein zwey große Bilder mit Viehherden;München Hornvieh mit Schaafen, ein großesBild, und eine Landschaft; «Ichleisheiin viere:Zwey Landschaften, ein todtes Reh, und einentodte» Thanhirsch, von mittlerer Größe; Dresden acht (darunter fünfe 10 und 16^ breite und nachMaaßgabe hohe) Bilder, eines: Noah's Dankgegen Gott, mitten unter seiner Heerde; die übn,gen Viehstücke; «fasse! ehemals 8. und Galzrha-lum2. Dann St. perersburg 4. JnEnglandviele. Daher haben besonders englische Künstlernach ihm gestochen und geschabt: P. C. Canot, ausdem Kabinet Houston : rke 5 Iiepercl (Hirt unterseiner Heerde), R. Dunkarton, W. Elliot (Ansichtvon Tivoli), Woollet (Landschaft mit Thieren);dann P. Monaco (Laban tränkt seine Heerde).Hinwieder hat er selbst in einer sehr feinen undgeistreichen Manier, doch nur wenige Blätter geetzt,welche in Zusammensetzung und Ausführung nurvon Wenigen übertroffen werden. Rost I- Zu—12.Hüsgen N. A. S. 266-67. von Männlich,
* Roos (Theodor), Joh. Heinrichs jüngererBruder, nach LVareler geb. zu Wesel 1628. Schonin seinem Achtzehnten arbeitete er nicht mehr inGesellschaft seines Bruders. Ort und Jahr seinesTodes ist unbekannt; der einzige pilkingron sagt,daß er 60. I. alt verstorben sey. Don ihm selbstgeetzt kennt man einzig eine Folge von sechs kleinennur Wenigen bekannten Blättern, wahrscheinlichnach Zeichnungen seines Bruders, welche Land-schaften init Ruinen und Vieh darstellen. DerAusdruck des Charakters seiner Thiere ist wunder-schön ; eben so die Abstuffung seiner Landschaftsrgründe und der Effekt seines Helldunkels; dieArbeit hingegen ist etwas trocken, da er seine breitenSchalten mit geraden Linien, wie es scheint, nachdem Lineal gezogen, zu decken pflegte. Das erstedieser Blatter trägt seinen Namen mik der Jahr-zahl 1667. La»kc/r IV. 297—201. Nach ihm ge-stochen kennen wir bloß Bildnisse von Hainzclmann iB. Brunners von Behrenfelö; von B. Kilian:Des Arztes I. I. Seuberts, und des ConsulsF. Seuberts von Straßburg ; von P. Schenk: DesRechtsgelehrten Z. C. Uffenbach; von I. I. Lhour-neiser: Der Pfalzgräfin C. A. von Rappolrsteni;und von einem uns Unbekannten: Des Arztes C-Patin. Nach Heinecke (Iciöe ^ön. p. 498-) hakteer auch selbst in Kupfer geetzt (?).
— — (der Ritter). Nach einem solchen, unssonst ganz unbekannten Künstler hat C. Merlan eineFolge von i3- Landschaften (nach Andern zweyFolgen, jede von 6. Bl.) mit Ruinen gestochen, undsolche (Franks. 1V66.) dem Churfürsten von Mainz ,Th. C- von Fürstenberg, zugeeignet,
— — ( ), zwey Söhne von Joh. Mel-
chior. S. oben den Art. desselben.
-- — ( ), von Amsterdam . So heißt inöffentlichen Nachrichten ein holländischer Maler,oder gar nur (wie das Tüb. Morgenbl. 1808.S- 640. sagt) Gemälde-Makler der neuesten Zeit,von dem uns aber nicht anderes bekannt ist, alsdaß derselbe bey dem damals errichteten Königl.holländischen Nationalinstitut der Schönen Künste,gleich von Anfang an eine Stelle bekleidete. Ober der nämliche holländische Roos sey, der sicheinige Zeit zu Dresden aufhielt, und von dem anf