Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
1343
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Ro sa.

sie erzeugen, ihren Triumph; ein fressender Blut,durst entzündet die Streitenden; Wunden und Todsind niemals scheußlicher dargestellt morden.Ueberhaupt sind die meisten Figuren in seinen Wer-ken, und namentlich in seiner Landschaft kriegrischdrappirt, aber in bizarrem Costum, das mehrcrnverschiednen, und doch im Grund keinem gleicht;noch am meisten demjenigen von Sbirren, Contre-bandiers und Straßenrändern". Auch Taillassonbemerkt: Daß Galvarors Bilder durch seinenseltsam schwarzen Farbenton, den mehrern Men-schen, die gewöhnlich alles Wunderbare lieben,am meisten gefallen, und schließt dann mit folgenderrichtigen Betrachtung: » Dem Menschen die Natur,von welcher Gattung sie immer seyn mag, nur aufirgend eine neue Art darzustellen, ist, was sie vor-nehmlich haben wollen; und nur um diesen Preißsichern sie uns einen dauernden Ruhm zu. DiesemGedinge leistete Salvaror Rosa Genüge, undgenießt daher eines Rufs, den Einige umsonst ihmabzustreiten versuchten " Endlich auch bey unserm^üßii (III. r8i82) heißt es kurz und gut vonihm: »Rosa war einer der wenigen Maler, diesich bloß durch eigene Gcistesstarke, durch die Be-trachtung der Natur, und durch ausscrordentlicheThätigkeit, in der Kunst emporgeschwungen haben.Sein feuriges und äusserst lebhaftes Temperament,untz. sein unruhiger Geist hinderten ihn, in derNatur das Schöne, das Gefällige und Ordnungs-mäßige zu suchen; daher fand er auch aus solchernur das Sonderbare, das scharf Bezeichnete undAuffallende heraus, und wählte meistens düstre,fürchterliche und Schauer erregende Gegenstände,in öden und wilden Gegenden, die er in einer ihmganz eigenen originellen Manier darzustellen wußte.Seine Erfindungen und Anordnungen von derleyGegenständen sind voll Feuer und Geist; den Figurengab er eine» kühnen und trotzigen Anstand, zeichnetesie aber sehr nachläßig, und ohne gehörige Richtig-keit; doch wußte er die Köpfe sehr oft mit Starkeund Wahrheit zu charaktensire». Licht und Schat-ten behandelte er mit Gcschicklichkcit; sein Koloritaber fiel zu sehr in das Braune, und hatte einen zudüstern Ton. Die außerordentliche Leichtigkeit undKeckheit seines Vertrags mit dem Pinsel endlich,verdient Bewunderung.

Unter der ungemeincn Menge seiner Gemälde"(sagt FioriUo I. c.>verdienen vorzüglich zwey,die er in Rom verfertigte, eine genaue Erwägung.Das eine stellt die Vergänglichkeit des irdischen Le-bens, das andre die Göttin des Glückes vor, wiesie ihre Güter an diejenigen austheilt, welche siegerade am Wenigsten verdienen. Diese und meh-rere andre Produkte seines beißenden Witzes zogenihm die Feindschaft der ganzen Akademie von St.Lucas zu Bey dieser Gelegenheit war es, daßer den Ruf nach Florenz annahm, und sich dengrößten Beyfall des damaligen Herzogs, durchmehrere für denselben ausgeführte Werke erwarb".Neben obigen nennt Fiorillo von seinen histori-schen Bildern: Die Verschwörung des Carilinaim Pallaste Martelli, und den am Boden geket-teten Tikius, eine meisterhafte Figur, in der Gal-lerte Gerini, beyde zu Florenz ; und zu Rom (wo-hin er späterhin wieder zurückkehrte) die zweyScitcngemalde in der Kapelle Rossj, und seineArbeiten in den Kirchen St. Maria di MonteSanto (Daniel in der Löwengrube, Icremias ausder Grube gerettet, eine Auferstehung. die Aufer-wcckung Lazari, Tobias mir dem Engel), undSr. Johann der Florentiner (die Marter von St.Cosinus und Danrian). Das /ranzösifcheMuseum besitzt von ihm, neben jener berühmtenSchlacht, und dem ebenfalls schon von Taillassongenannten Schalten Samuels, welcher Saul'n er-scheint (in lebensgroßen Figuren, ein Bild, dasden ganzen Charakter seines Urhebers in sich faßt),den Engel Raphael mit dem jungen Tobias (kleineschöne Scizze), und eine H. Jungfrau, welche dieSeelen aus dem Fegfener erlöst. Letztre dreyBilder finden sich bey Landon Vll. 2>. IX. ,Z. u.

") S. auch die bald »Uten ff. Anmerkung.

Rosa. iz4Z

XIV. 2,. beschrieben und im Umrisse abgebildet.Die drey ersten der Viere waren schon alte Besitzun-gen des Französischen Kunstschatzes. Das letztge-nannte eine Kunsteroberung aus St. Johann dellaCasa zu Mailand ,ein Capitalwerk von Rosa"(sagtLandon)von guter Komposition und Zeich-nung, dem es dann aber freylich an Adel ^ge-bricht, so wie auch das Kolorit mittelmäßig, hartund rauchigt ist, so daß viel Detail darüber ver-loren geht, den sonst der feste Pinsel des Malerssehr interessant machen konnte". In Deutsch­ land kennen wir von ihm: In der KaiserlichenGallerte zu Wien einen geharnischten Krieger inruhiger Stellung (Kniestück Lebensgröße), und ei-nen kleinen büßenden St. Wilhelm; in der Galleriezu München lediglich eine kleine Landschaft mitLandwirthschaft; bey dem H. von Männlich hin-gegen : Saturn, der seinen eignen Kinder frißt,in Lebensgröße; in Schleisheim: Gedeon er-kennt die tapfern Soldaten aas dem Trinken, undzwey Landschaften mit Soldaten, kleine Bilder;in Dresden : Des Künstlers Bildniß der einVogelnest weist, hinter seinen Schultern ein Affe(Brustbild in Lebensgröße), und eine Landschaft;in Salzthalum einst: Einen sitzenden Philosophbey einem Grabmal, umher liegen Bücher undThicrskclete; in Düsseldorf einst einen Soldaten-marsch. Mehreres von ihm, was sich in Eng-land befinden mag, werden wir aus dem dort nachihm Gestochenen erkennen. Die Gallerie de l'Eremi -tage zu Gr. Petersburg endlich hat von ihm(vielleicht neben Mchrern) Dcmokrit und Protago-ras, Ulyß und Nausikaa , und einen Trupp bewaff-neter Männer. Von den durch ihn selbst sehr geist-voll geetzten nennt Rost lV.26 2?. neben einemBuch von (io. Oktavblättern mit allerley militairi-schen Wachten (ob Ebendieselben, zu Paris inBonnart's Verlag erschienenen Kopie oder Aus-stich sind, ist uns unbekannt), noch 24 einzelnemeist von großem Maaßstabe, theils historischen,theils mythologischen Inhalts, theils Eapricci.Vorzügliche Meisterstücke heißt der Katalog vonwi'nkler: Regulns im Faße, Polykrates amKreuze, Jupiter der die Riesen in den Tartarusstürzt; das Kuid Oedipns auf dem Cikhaeron ge-funden (alle viere von 28" Breite und 18" Höhe).Die übrigen sind: Der Genius des SalvarorRosa, ein cmblematisches Bild, worin er sichselbst unter seinen personificirten Gemüthseigen,schaften vorstellt, mit der sonderbaren Inschrift:ln^cnuus. lckbor, ?it:tc>r, Huccensor etc. Ale-xanders Besuch bey Diogenes ; Alexander, der inder Werkstatte des Apelles über dessen Arbeit ent-scheidet, und dem der Künstler ein Zeichen giebt:Daß junge Zarbenreiber im Nebenzimmer sich übersein Urtheil lustig Machen. Plato unterredet sichin den Gärten des AkadcmuS mit seinen Jüngern,und Democrit am Fuß eines Denkmals betrachtetdas menschliche Nichts (diese fünfc von 17^ Höheund 10" Breite) Dann: Apoll und die Muse;Glaucus und Scylla, Jason der den Drachen küb-let, Ceres die den Phytalus für seine Gastfreund-schaft die Cultur des Feigenbaums lehrt; Dioge­ nes wirft seine Schaalc weg; die Buße des Fcrrargus, nach Arivst (s. ü. die Buße von St. Wil-helm); St. Albrecht an einen Baum gebunden,der ein vor ihm liegendes Kreuz unabläßig zu be-trachten scheust,; ein schlafender Krieger; zweynackte Frauen in einer Landschaft; endlich sechsBlätter Flußgötter, Tritonen, Najaden, Faunenund Satyre (Frisen). Anderswo werden noch an-geführt: St, Sebastian, St. Georg, Marsiasund Cadmus, die Cumäische Sybille, und Deme»trius (?). Sehr sorgfältig beschreibt Füßli i 5 .dieser Blätter (l. c. 181 -190.) Der einzelne wa-reler scheint weit minder als Andre aus denselbenzu machen :Man kann sie" (sagt er)mit P.Lesta's vergleichen; sie sind an und für sich wenigmerkwürdig, und würde» unter der Hand einesNachahmers all' ihr Verdienst verlieren, welchessie einzig dem Gefühl verdanke», das ein geschickter

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