Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
1344
JPEG-Download
 

LZ44 Rosa.

Rosa.

Künstler immer in seine Arbeiten ;u legen weiß.Einen großen Charakter in den Köpfen, und lebhaf-ten Ausdruck findet man indessen auch in einigendieser Blätter". Gandelli'm endlich bemerkt, daßauf mehreren derselben das: pinxir stehe; wo dochnur der Tod des Regulus im Pallaste Colonna,Demetrius, und Diogen, der die Schaale vonsich wirft, nach Gemälden, die übrigen bloß nachZeichnungen geetzt seyen. Dieselben bezeichnete erbald mit seinem Namen, andremale einzig mit ei-nem k. und wieder andremal mit dem Monogrammeines verschlungenen 8. und k. — Das nach ihmGestochene dann soll sich an die 200. Bl. belaufen,von welchen ein Verzeichniß meines sei. Vatersüber 80. und die Kataloge von winklec undBrande« ebenfalls eine gute Zahl anführen. DieStecher sind: N>. Backlie, I. Baldrey, I. P.le Bas, F. Berardi, John Boydell , I. Brorvne,I. D. Campiglia, I. B. Cecchi, P. F. (s. k. R.)Charpentier, L. Desplaces, RDodd, Earlom,B. Eredi, B. Godfrey, F. Goupy, T. Grig-nion, Guttenberg, I. Hearh, Ä. Laurent, L.Lorenzi, Martiny, Mad.Maugin, I B. Michel,I. H. Mortimer, St. Non, I. F. L. OeserSohn, I. Ossenbeck, S. Pacini, Ph. Parizeau,G. k)erher, B. Picart, F. Poilly, A-Pond,I. M. Preißler, V. D. Preißler, Prenncr, Tb.prestel, B- Probst, S- .f. Ravener, W. Ry-land, Sandrart, A. Scacciati, p. Simon,Gebr. Smith, R Strange, I. Taylor, Th.Derkruys, H. wmstanley, I. Wood, Zucchi *).Unter diesen nennen wir von englischen Künstlern:Den bärtigen Alten, von Baillie (geetzt): Moses im Nil gefunden, von Baldrey (punktirt); Jasontödtet den Drachen, von Doydell (gestochen); Jo-hannas predigt in der Wüste aus dem KabinettChesterfield, und Apoll mit der Sibylle von Cuma,beyde von Browne (gestochen); die zurückkehren-den Reisenden, schöne gebirgigte Landschaft, vonDodd (geschabt); Jacob ringt mit dem Engel,David als Ueberwinder Goliaths, die Soldaten,und die Reisenden, alle viere von Earlom (geetzt);acht bis zehn Landschaften, die mehrern historischstaffirt, mit: Hagar und dem Engel, JacobsTraum, Tobias und dem Fische, St. Johann inder Wüste, der Taufe des Kämmerlings, Glaucusund Scylla, Glaucus als Seeungeheuer, den Au-guren, mit Straßenräubcrn, Soldaten u. s. f. vonGoupy (geetzt); Phryne und Tenocrates von Grig-non; die drey Soldaten in Unterredung, von Heath;Landschaftsstudien von Mortimer (geetzt); Democrrtund Protagoras, von Pether (geschabt); wiederSt. Johann in der Wüste, und einen auf demBoden sitzenden Mann, beyde von Pond (geetzt);den verlorene» Sohn, und wieder Phryne undTenocrates, von Ravenet (gestochen); Diogenes der die Lasse wegwirft, ein großes schönes Blattvon Rylant (geschabt); die Marter von St. Cos-inus und Damian, von Simon (punktirt); denjungen Tobias der den Fisch fangt, von Smith(für Boydell); den bettelnden Belisar aus dem Ka-binet Townshend, zu Rainham (was DallarvayU. 269. für sein Vorzüglichstes in England hält)und Laomedon der den Neptun und Apollo bekriegt,aus dem Kabinet Hunter, beyde von Strange(schön gestochen); Demokrit »nd Protagoras ausder Gallerie Houghtvn, von Js. Taylor (gestochen);Glaucus und Scylla, von Winstanley (geetzt);eine gebirgigte Landschaft aus dem Kabinet Kent,von Wood (geetzt). Aus diesen 56 . Blattern (diewir mit Vorsatz so vollständig wie möglich, herge-zählt haben, erhellet einerseits, welche Menge vonRosa'« Bildern und Zeichnungen England in sei-nen Kunsischatzen birgt **), die auch für den Nartionalcharakter dortiger Liebhaber ganz besondersgeeignet seyn dürften; und anderseits bemerken

wir, daß (wohl aus gutem Grund) weit mehr dieEnglische Nadel und Grabstichel, als hingegen ihresonst so beliebte Schwarzkunst anHalvaror sich geübthaben. — Von den übrigen Blättern nach ihm be-merken wir noch: Diogenes , der seine Trinkschalewegwirft, von einem Ungenannten im Verlage, vonFr. Chereau gestochen; Saul der die Pythonissa be-frägt, ein schön geetztes Blatt von Laurent; die Mar-ter derHH.Crepin und Crepinian von Simon; diearbeitsamen Wäscherinnen, in einer schönen Land-schaft, von Mad. Maugin; eine reiche Marine,den Vesuv in der Ferne, von Charpentier; endlichzwey artige Blätter: St. Anton der den Fischenpredigt, und die Auguren, beyde von Martinygeetzt, und von le Bas mit dem Grabstichel vollen-det. Und endlich, aus den neuesten Tagen: SeinenTobias mit dem Engel, nach Debret's Zeichnung, vonGuttenberg, für s VII. Heft des Musee Napoleon ;dann eine Soldatenwache von Dequevauviller, undden Schrecken von L. A. Masquelier, nach Wicar'sZeichnung, beyde für's 27. und 28. Heft der:Pablesux äcc. de in Oslerie de blorence etdu Palais pitti gestochen; dann von Prestel eineLandschaft, nach einer seiner Zeichnungen in Zeich-nungsmanier (v.'fl.), und eme Anficht von Sizi-lien, nach seinem Urbilde bey dem Grafen vonStadion zu Würzburg (braun n.fl. kolorirt dasDoppelte); endlich die oben erwähnten Bilder, zuSt. Petersburg , im ersten Bande der (lalerio dsI'Uermitsxe, in Umrissen.

Daß Rosa kein unbedeutender satyrischer Dich-ter gewesen, ist bekannt. Als er von Rom unzu-frieden nach Loskana gieng, war es zu Volterra ,wo er seinen, in Italien noch jetzt gelesenen, sechsSatyren: Die Musik, die Dichtkunst, die Ma-lerey, der Krieg, die Babylonia und der Neid,die letzte Vollendung gab. Durch dieselben zog ersich — freylich Wohl nicht ohne manchen Genuß,hinwieder auch manche Unannehmlichkeit zu, sowie überhaupt sein beißender Geist verursachte, daßer von der Römischen Akademie ausgeschlossenward: „ Ein Unrecht" (sagt Wareler vortreflich),»das nur für die Urheber erniedrigend war, wenner nicht die Schwachheit gehabt hätte, darüberempfindlich zu seyn". Von seiner Satyre über dieMalerey besorgte Florillo i Götting. 17L3.) eineneue Ausgabe, und begleitete solche mit einer eige-nen Biographie des Künstlers. Salvaror warauch ein guter Tonkünstler; und eben so hatte erin seinem Hause eine kleine Bühne errichten lassen,

um so ganz für die schönen Künste zu leben.

Man kann von dem seltenen Manne kaum scheiden lHier noch ein Paar artige Anekdoten von ihm: Alser eines Tags auf einem schlechten Klavier spielte,sprach er: „ Ich will es wenigstens um ino. Tha-ler mehr werth machen"! und malte auf der Stelleein sehr schönes Bild darauf. Und wie er's freylichden Herren der Akademie arg genug sagte: Alsdiese einst einem Künstler von deswegen den Zu-tritt in ihr Gremium verweigerten, weil derselbezugleich Chirurgie trieb, glaubte hingegen derSpottvogel: „ Sie hatten eines solchen Mitgliedshoch vonnöthcn, um die Glieder wieder einzurich-ten , die sie in ihren Bildern täglich krumm undlahm schlügen" ! Drxr.

* Rosa (Siegmund). Lansr II. 55 g. nenntihn Schüler des (bessern) Joseph Chiari.

* — — (SiMis), genannt Badalocchio ,geb. zu Parma i 58 i., gest. zu Rom iö/,7.

II. 555 . s. v. Sacka/occür'o nennt ihn noch jung in1609. und giebt ihm das rühmliche Zeugniß, daßer in Leichtigkeit und andern Künstlergaben Lan-franco nahe gekommen. In Parma zweifle man jetztnoch, ob der St. Quintin in der Kirche diesesNamens, des erstem oder des letztem Arbeit sey.

*) Die mit Schwabacher abgedruckten gehören zu den Vorzüglichsten seiner Stecher.

»») Versteht sich, daß noch so viele andre uns noch durch keine Stiche bekannt sind. So nennt z. B. Dallarvaye > c.) dasjenige iatvrische Bild von ihm, welches die verschiedene» Nationen Europens unter der emvlemati-schon Gestalt von Lbieren darstellt, was ihm einst (nach Domenici) die schimpfliche Verjagung aus Rom zu-gezogen habe (wohl eine der zahllosen apokrpphischen Äunstauekdote»!), und sich jetzt im Besitze des Scrzvgsvon Beausort befinden soll.