Rosa.
Noch ausführlicher spricht eben dieser Schriftstel-ler von dem unsrigen (II. 2. i 5 i —Z2.): Wiezierlich rr gezeichnet; wie viel deswegen sein LehrerCaraccio auf ihm gehalten, und ihn hierin nichtbloß allen seinen Mitschülern, sondern auch sichselbst vorgezogen; wie sehr es zu bedauern sey,baß seine 6. Bl. von der großen Cupole Coreggio'szu Parma unvollendet geblieben u. s. f. Dannnennt er die Kapelle St. Diego, wo er eine Ge,schichte dieses Heiligen, nach Hannibals Cartonsgemalt. In der Erfindung sey er zwar unter denersten Lichtern seiner Schule geblieben, und habez. B in St. Gregorio, neben Guido und Zampieri,so wie im Pallaste Verospi neben Albano, bloßeine zweyte Rolle gespielt; indessen sey seine Gala-thea in diesem lctztern das Bild eines großen Mei-sters. Im Wettstreite mit geringern Lichtern dann,habe er den entschiedenen Sieg davon getragen;so z. B. in St. Sebastian zu Rom , wo er mitTacconi, und in Reggio , wo er mit andern Bo-lognejern gearbeitet. Diese letztere Stadt rühmesich neben Andern: seiner Cupole von St. Johann,welche eine kleine, aber schone Kopie derjenigenzu Parma sey. Anderes von ihm sehe man imModenesischen; wie z. B. im Herzog! PallasteGualrieri seine Arbeiten des Herkules. In Parma endlich sey sein Beßles, in Figuren sowohl als inder landschaftlichen Staffirung wahrhaft Caracces-chisches, ein St. Francisc bey den Kapuzinern.Uebrigens könne man im Allgemeinen von ihm,was von Lanfranro sagen: Daß er Vieles mindergut gemacht, als er's gekonnt hatte. Von ihmselbst geetzt kennt man, neben dem schon oben undim Lex. Erwähnten, die Gruppe des Laocoons,und eine H. Familie nach Schidone. Hinwiederhat nach ihm P. del Po eine- liegende Venusgestochen, welche irrig den Namen von Aug.Carracci tragt. H. Frezza dann seinen Polyphemund Galakhca, Polyphem und Acis u. s. f. ausdem Pallaste Verospi; ein Ungenannter endlich dieAufopferung Jsaaks.
* Rosa (Stephan), s. oben und im Lex.Christoph und Stephan.
* — — von Tivoli, s. oben und jm kex.pi>. perer Rose.
— — ( ), ein Medailleur um 1782., ver-
muthlich zu Rom . Einige von ihm auf den PabstPius VI. schön gefertigte Schaumünzen, sührtder Lengnichsche Münzkatalog (Danzig 1796.S. 98. Nr. 558 -40.) an.
* — — s. überhaupt oben und im Lex. dieArt. Roos.
Rosaccio (Aloys). Unter diesem Namen fin-det man die Geschichte Heinrich IV. von Frank-reich , von seiner Kindheit an bis auf die Krönungseiner Gemahlin, auf Zu. Blattern geetzt.
Rosaesler, s. unten Roßmaeßler.
Rosalba ( ). Mit diesem Namen und
einem Monogramm. das einem verschlungenenLD v. t). gleicht, nebst dem IHr bezeichnet, wirdirgendwo eine Vignette zu einem in Hamburg um17h«. erschienenen (ungenannte»'! Buche angeführt,welche einen kleinen Unhold (oben liest man: »lvclitsnto) die Feder hinter dem Ohre, umgeben mitBüchern und das Ganze in einer Verzierung imGeschmacke damaliger Zeit eingeschlossen, vorstellt.Mrc.
Rosarr (Jacob Franz), ein Schriftschneider.Zuerst war derselche bey der Schritkgießcrcy derGebrüder Enschede zu Harlcm anaeücllt; sodannsetzte er sich zu Brüssel , wo er in »745 als Schrift-gicßcr und Schriftschneider genannt wird. EinSohn von ihm arbeitete ebenfalls zu Brüssel inletzterwähntem Berufe. Breirkopfs (öesch.der Schreibet, heransg. v. Roch S- üb.
Rosaspina. 1Z4S
Rosaspina (Franz), Zeichnsr und Stechermit dem Grabstichel sowohl, als in Crayon- undMuschter Manier, geb. zu Bologna um 17b«.Seine Lehrer, so wie überhaupt seine frühern Le-bensumstande sind uns unbekannt. In dem neun-ten Dezennium des verflossenen Jahrhunderts gienger nach Bologna , und stand im Begriffe, denHieronymus von Coreggio zu stechen, als diesesberühmte Gemälde nach Paris wandern mußte.Seit 1798. beschäftigte er sich, nach demselbengroßen Meister, die Alfresco's zu geben, welcheman um 2794. in einem Zimmer der Nonnen-Abteyzu Parma , so gut als neu entdeckt hatte, wovondas Haupkbild Dianens Rückkehr von der Jagd,das Uebrige der Seltenwände aber, nebst demPlafond, mannigfaltige Acceßorien in den graziö-sesten Gruppe» darstellt. Wirklich erschien dasangekündigte Prachtwerk 1800. bey Bodoni zuParma , mit der Ausschrift: Citture ste
esintenti in Usrnia riel blona^tvrio städun in 55 . nach Fr. Vinira's Zeichnung,
von dem uiisrigLN in Crayonmanicr meisterhaft ge-stochenen Blattern, welche (sehr mäßig) io. Livr.kostete». Das übrige vornehmste, was man vondiesem Künstler kennt, sind förderst ebenfalls nachCoreggio : Die Kreuzesabnahme (2^,. Livr.), undder Evangelist Johannes , begeisternd gen Himmelschauend (io. Livr), beyde aus dcr Bcnedcktiner-Abtey St.Johann zu Parma . Von dem erster» heißtes in der Allgemeine»! Runstzeirung S- 215.»Schwerlich ist Allegri je würdiger im Sticke er-schienen, als zumal in dem erstem dieser Blatter;denn Rosaspina fällt nicht in den Fehler so vielerseiner berühmtesten Zeitgenossen, welche das Ku-pferstecherische Verdienst dein Malerischen vorzie-hen, und versteht eS vollkommen, mit seinem In-strumente Farben und Harmonie auszudrücken".Den genannten beyden, und einer Gruppe vonEngel» aus dein Plafond des Doms ( 4 - Livr.)wollte er auch die übrigen Werke von Coreggio ingedachter Abtey folgen lassen; allein sie waren,gleich dein Hieronymus, bereits nach Paris gegan-gen. Dann keunk man von ihm aus frühern La-gen eine Folge von 20. Blättern nach den schönstenZeichnungen von Parmesans, in der Manier derOriginale mit so gutem Geschmack und so vielerEinsicht behandelt, daß man von dieser Art nichtsSchöneres sehen kann. Der Titel ist: Oeleb./). ^kaLSvii parmensi-! Ol-upliiäo-; per L« 4 ou./«izs ilonaniae colieclce elliccegue »788. (22.Livr.).
— Nach Ebendemselben i 4 .kleineBlätter (lö.Livr.).
— Nach Handzcichnuiigen von A. und L. ssaracci,le Fage, Gandolfi, Kionina, Reni, Sanziound Tibaldi, 12. BI. (2s. Livr.). — Alle diestrcflichc Studien für junge Künstler. — Hicrnachstvon einzelnen Blättern: Nach Barbier» ciwAmor dcr in dcr cincn Hand ei» brcnncndcs Hcrz,in dcr andern einen Pfeil hält, ein meisterhaftesBlatt (4. Livr.); dcr Friede zündet mit «einerFackel die Waffen an l8oi. (8. Livr.); und Venusund Amor 1802. (8. Livr). Nach G-Cagna cieine Magdalena ( 4 - Livr.'). Die Zeichnung undder Stich dieses Plattes erwarben dem Künstlereinen von dem Herzoge von Curland ausgesetztemPreis. Nach L. tsaracci eine Chariras (5 Livr.);und die drey Engel bey Abraham (1 4 . Livr.V NachJ'ranceochmi ein Amor der seinen Bogen spannt,»787. ( 4 - Livr.i. Nach G Rein eine Madonnamit dem schlafenden Kinde 1795. ( 4 . Livr.). NachD- Aampierl Gk. Franz von Assis, meisterhaftin punkrirter Manier ( 5 . Livr.). Brutus und Bir-gst, zwey herrliche Köpfe nach Antike» »798. (jederä r. Livr.). Die Bildnisse des Dichters Casti undPauls Paciardi. Endlich fur's XIV. XX undDU. Heft des Musec Napoleon z also noch bis1807.) eine Geburt der H. Jungfrau von Albano,nach Gianni's Zeichnung; Ht. Margaretha u. a.Heilige von Lr. Mazzuoli, und ein Kopf vonRembrandt nach Fragonards Zeichnung. — Eineneue, von ihm erfundene Art, die Zeichnung aufdie Platte z» tragen, wird beschrieben im Deutsch.Merkur t 8 o 5 . S. 176—77. Dieser trestiche Künst-
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