Roßmaeßler.
hington's, Nelson's, Schiller's, Sintenis, Pro-fessor Ecks des jungem nach Jung, Carus, derOcmoiselle Jagenrann, wahrscheinlich incist fürBuchhändler, so wie Anderes; z. B- Klarchen zuThümmels Reisen, einen Herrn - und einen Damen-köpf, recht niedlich, zu Sophie Mereasss Amandaund Eduard. Die Auferstehung der Todten, einsakyrischcs Blatt (gr. cj?-) colorirt, wurde »807.bc») Sommer von ib. Gr. auf 8. heruntergesetzt.In 1808. u. 9. arbeitete er an den Verzierungen fürdas Leipziger-Taschenbuch für Frauenzimmer, nachder Zeichnung von Schubert und Schnorr. OhneZweifel ist er mit dem unten folgenden Roßinaeßlerdein jüngern, ohne Taufnamen, Einer und Der-selbe. Er lebte noch zu Leipzig 1811. MenselN. R. L.
* Roßmaeßler (Johann August), des
Obigen älterer Bruder, Zeichner und Kupferetzer,geb. zu Leipzig 1752. lernte bey Oeser die Zeichnung,und legte sich dann verschiedene Jahre aus die Bau-kunst unter dem Universitätsbaumeister Lange. In-zwischen vernachläßigte er das freye Handzeichnennicht; übte sich in der Landschaft, besonders nachBach, den er sehr glücklich copirte; zeichnete dieKöpfe und Figuren aller seiner Bekannten, und ver-suchte ganz für sich, auch einige Köpfe nach derNatur in Oel zu malen. Die Bekanntschaft mitMadamePhilippi, einer Tochter des KupferstechersSisang, dessen Kunst sie fortsetzte, gab ihm dieerste Veranlaßung, Einiges zu radiren. Nach einPaar Versuchen zeichnete und etzte er (»777. u. 78.)zwey große Blatter: Den Auerbachs-Hof, und diePromenade bey Leipzig von der Baarfüßerkirche bisan das Thomasthor (beyde hat Bergler nachge-stochcn), die ihn auf einmal bekannt machten, undihm Chodowiecki's Bekanntschaft, Freundschaft,und einen Briefwechsel erwarben, dem er allenweirern Unterricht in Gebrauch der Nadel, so wieüberhaupt allen Fortgang seines Geschmacks ver-dankte. Von da an legte er sich ganz auf dieEtecherkunst, und hatte in sechs Jahren über Zoo.Oktavblätter und Vignetten für Buchhändler, meistnach eigner Erfindung ausgeführt; dann auch vieleCopien nach Chodowiecki . Ein vollständiges Der-zeichniß derselben, nebst den Honorarien (kein un-bemerkenswerrhes Kunstaktenstück!) findet sich inMeusel's Miscell. XXX. Z2Z-Z7. In 1781.besuchte er Chodowiecki in Berlin ; in 1782. brachteer ein Vierteljahr in Dresden zu, um theils dieGallerie zu studiren, theils seinen Vorrath vonStudien nach dem Lebe» zu vermehren, und endigtedann sein eigenes, für die Kunst viel zu frühe, dieleider! auch bey diesem wackern Manne nach Brodgehen mußte, 1780. Meusel 1 . II. Rost ll. 219.urtheilt von ihm: „Wenn die Kunst an seinenArbeiten hin und wieder Richtigkeit in Verzeichnungund Perspektiv, und Weichheit des Grabstichelsvermißte, so entdeckte der Kenner doch viel Launein der Wahl der Gegenstände, und treffende Aehn-lichkeit in den Figuren und Anordnung der Grup-pen". Hierauf nennt er von ihm: Gcllcrts Kopf,nach einer Büste von Kaucksdorf, als seinen erstenVersuch; den Auersbach-Hof wahrend der Leipziger-Messe; vier Blätter Dresdner -Köpfe und Kleider-trachten (1782.), u. s. f. S. auch den gleich
folgenden Art.
* — — ( ), der Baumeister. Das Lex.
ist hier in so weit zu berichtigen, daß er um 1770.nicht Baumeister war, sondern zu dieser Zeit dieBaukunst nur erst zu Dresden erlernte. Was weiteraus ihm wurde, ist uns unbekannt; und eben so,ob. nicht vollends hier bloß von Job. August X.welcher anfänglich diese Kunst studirte, die Rede sey ?
— — ( ), der jüngere, zu Leipzig , schnitt
einen Vignettenstock in Messing für die 1808. zuLeipzig erschienene, gleich aber wieder entschlafeneZeitschrift: Orpheolvra. In welcher Anverwandt-schaft derselbe mit obigen Johann August, oderJohann Adolph, stehen »nag, ist uns unbekannt.Noch wahrscheinlicher aber ist er der Joh. Adolphselbst.
' Rosso. iZ57
Roß mann (Niclaus), ein Kunstmaler, wel-cher, im Jahre 162). oder 2H., die Orgel der Gr.Moritzkirche zu Halle in Sachsen, mit biblischenFiguren und ander» Bildern zierte.
* Rosso de Rossi oder del Rosso, beyden Franzosen unter dem Namen Maure Roupbekannt. Ungeachtet er, mit einem originellen,schöpferischen Geiste begabt, in der Kunst seineneigenen Weg ging, so hatten doch die Studien,die er nach den großen Cartons des Michael Angelo machte, einen mächtigen Einfluß auf ihn. Wennman seine Werke genau betrachtet, so findet man inden Physiognomien, Stellungen u. s. f. Aehnlich-keit mit dein Charakter des erster»», dessen eigent-lichen Unterricht er indessen niemals genossen hat.Mit großem Fleiße legre er sich auf die Anatomie,und hatte einst die Absicht ein Werk von anatomi-schen Zeichnungen aus Licht zu stellen. In der Folgeüberließ er sich der erworbenen Fertigkeit, ohneweiter die Natur zu Rath zu ziehen, und bildete sicheine wilde, phantastische Manier, die aber vollGeist und Feuer war. Florenz besitzt einige Meister,stücke von ihm; wie z. D. eine Anbetung der Königein St. Spirito, ein Derlöbniß der H. Jungfrau inSt. Lorenzo, die Himmelfahrt derselben im Vorhofeder Nunziata, und vorzüglich ein bewulidcrnswür-diges Bild im Pallaste Pitti, das beßte, was Ita lien von ihm auszuweisen hat. Nach Frankreich wurde er » 53 o. berufen. Dort rvurdc ihm zuerst dieWürde des ersten Hofmalers zu Theil; alsdannerhielt er die oberste Aufsicht über alle Unternehmun«gen zu Fontaiuebleau, dem damaligen Licblings-aufenthalte der Französischen Könige. Ausserdemverfertigte er viele Frescomalereyen und Zeichnun-gen, nach welchen in Gold und Miniatur gear-beitet wurde. In Fontaiuebleau sah man seineschönsten Werke vornehmlich in Fresco, die aber,da sie mehrmals ritoccirt werden mußten, endlichganz zugrundgegangen sind. Eine Beschreibungderselben findet sich noch in: <?or«/'et Histoir« 6>rLollcAe liozcgl 60 b'rance etc. /so UaiM 788.und in: Oescription tiistorigus 6c ssontsiricblsau.p. l'^bbe 8". pari!, 7ZZ. Fiorillo I. Z87—
90. 111 . ioj. Lanz» dann (l. tüi>— 5 l.) zähltunsern Künstler zur Schule von Andreas del Sarro,wo er aber freylich mit seinem schöpferschen Genieeine ganz eigene Bahn ging : „ Geistreichere Köpfe(heißt es dort), launenhafter»» Putz derselben, einfröhlicheres Kolorit, ein grandioseres Licht- undSchattenspiel, einen freyern, kühnern Pinselstrichendlich harke Florenz vor ihm nicht gekannt; undüberhaupt scheint er in dortige Schule einen gewissenGeist eingeführt zu haben, an dem nichts auszu-setzen wäre, wenn er nicht bisweilen ins Aus-schweifende gegeben hätte. So z. B in jener Ver-klärung zu Cirka di Castello, an deren Fuße er stattder Apostel, eine — Zicgheerde stellte. Ganz an-ders hingegen jenes Bild im Pallaste Pitti. Hier stellter seine verschiedene Heiligen so treflich, daß dasHelldunkel von jedem das Relief des andern erhöht;und überhaupt herrscht darin ein so schöner Farben-und Lichtcontrast, eine solche Kühnheit der Zeich-nung und des Gcbehrdensviels, daß man davor,wie bey etwas ganz Neuem, nie Gesehenen, er-staunend stillsteht. Noch befindet sich iin Loskani-schen von ihm: Iin Oratorio St. Carlo zu Volterra ,eine nicht ganz vollendete Abnahme von» Kreuz;und eine andre in St. Chiara zu Citta St. Sepolcro,wovon der Dom (zu Florenz ?) eine alte Kopie hat.Das große Verdienst dieses letzter»» besteht in derHauptgruppe, und in jenem Dämmerlichte, dasdem Ganzen einen dunkelen, hier wahren Tongiebt, der jedes Flamniänders würdig wäre. InFrankreich (zu Fontaiuebleau) wurden viele vonseinen Arbeiten, um die dortigen Danken zu er.weiten», schon von seinem Nebenbuhler Primakiccioeingerisse», der denn aber doch nicht, wie Bcn-veinito sselliii» wissen will, ein bloßer Kopistc vonRosse» war. Inzwischen blieben »och »Z. aus derGeschichte Franz I. übrig, 'welche uns Goujer1. c. p. 8». beschreibt, und unter diesen die be>