Band 
Zweyter Theil [2].
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1358
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iZ 53 Rosso.

rühmte, durch senen Monarchen bewirkte Vertrei-bung der Unwissenheit. Bey diesen Arbeiten hatteer verschiedene Gehülfen; darunter drey Florentiner:Domenico dclBarbieri, Barkolomeo Miniati, undkucas »Paniii, Bruder des Fattore". Nach Q?a-reler O- v. /(orta:) und Lands» hatte unser Künstlerkeine» besondern Meister, schien sich aber einenbesondern Styl aus der Nachahmung von Michel Angelo und Parmesan gebildet zu haben. Einesolche Mischung konnte nur gelingen, wenn erdamit das Studium der Natur vereint hatte.Aber die Lebhaftigkeit seines Genie machte einenPraktiker aus ihm, der minder gelehrt war als erscheinen wollte, und nach einer Grazie haschte, dieihm nicht Stand hielt. Seine Zeichnung (sagtLOareler) war kühn, aber bizarr, plump und» manierirt; die Komposition reich; die Figurenhatten Bewegung, wie solches der FlorentiuischenSchule eigen war; die Drapperien Leichtigkeit".Lande»» hinwieder, der uns (Annal. XU. 129.)wahrscheinlich eine jener Grablegungen beschreibtund im Umrisse darstellt, die ohne Zweifel in Tos-kana für Paris erobert worden, urtheilt von diesemBilde insbesonders:Die Zeichnung hat einengewissen Charakter von Größe, der mehr gefallenwürde, wenn er mit seiner unvollkommnen Kennt-niß der Anatomie minder Gepräng gemacht hätte.In den Charakteren der Köpfe ist Adel, und Energieim Ausdrucke; der über das Ganze verbreiteteviolette Ton macht den Anblick unangenehm; dieTvkkirung ist leicht, doch wenig markigt; die Faltender Drapperie sind mager. Von seiner Lebensge-schichte wird dort allerley erzählt: Wie er bey demEacco di Roma den deutschen Soldaten die Beutenachtragen mußte, die sie in seinem eigenen Hausegemacht, und dann gen Venedig ging, von wo er'nach Frankreich berufen wurde. Hiernächst vonseinen mancherley Talenten, seinem feinen Geiste,seiner gebildeten Sprache, seiner glücklichen Phy-siognomie, was ihm Alles die Huld eines Königes,der solche Eigenschaften zu schätzen wußte, in soausnehmendem Grade erwarb, daß er sogar seinerEifersucht fröhnte, und seinetwegen Primaticciovon seinem Hofe entfernte. Füßli endlich (l.44 >), der unserm Künstler, wir wissen nicht auswelcher Quelle, den Taufnamen I. verlieht, sagtvon ihm: Derselbe hatte eine starke und feurigeEinbildungskraft, worin man aber meistens etwasMelancholisches bemerkt. Er erfand leicht, aberselten mit tiefer Ucberlegung; seine Kompositionensind wohl geordnet. Er war ein großer und gelehrterZeichner; seine Drapperien sind wahr und mit Ge-schmack geworfen, und die Leidenschaften wußte ergut auszudrücken. Sein Styl überhaupt, und seineFormen insbesondere, sind groß und edel; aberseine Einbildungskraft trieb ihn meist zum Sonder-baren, zum Ueberspannten und Ueberladcncn in denFormen; welchen Fehler man jedoch in seinen ita-lienischen Arbeiten weniger als in jenen, die er inFrankreich verfertigte, bemerkt. Für die übrigenTheile der Malerey halte er keine sonderlichen Ver-dienste". In Deutschland glaubt die einzige.Gallerte zu Dotsdam von ihm eine von den Musenumgebene Venus (ganze Figuren auf Holz gemalt)noch sehr gut erhalten zu besitzen. In der Zeichnung(sagt Oestreich) sind gute Stellen, das Koloritaber fällt etwas ins Rörhliche. Eine gute Litte-ratur von ungefehr 26. nach unserm Künstler vor-handenen Blättern giebt der Mmklersche Gant-katalog ; weit mehrere kennt ein Derzeichniß meinessei. Vaters, von Ch. Alberti, L. von Aven, D- delBarbiere, R. Doivin, I. Bonawnc, E. Bonnejone(?), I. Caraglio, I. B. Caoalicri, P. Cluffe, L.Davcn, D. Fiorentino, I F Fiorentino, H.Golzius, P. Graziani, L. Pcrini, D. Rasciolti,E. Dicus, und I. Zauoi; dann mehrere von un-bekannten Meistern, mit: 1 'b. Dsrlsoki exc. p.Lertelli lormis, L. 0 (uolierti) sorrnis, lau-ster! sormis, Honllius exo. bezeichnet; meistvon äusserster Seltenheit; fast alle mythologischenInhalts, von welchen, neben andern besonderssechs bey Füßl, (i. c.) angeführte, welche die

Rost.

vornehmsten Thaten des Herkules darstellen, undder Pieriden Wettkampf mit den Musen, alle vonCaraglio (letztres b). Virus resrit.) in einer festenund kräftigen Manier gestochen, dann Vertumuuüund »Pomona von I. F. Fiorentino und die Kinderder Niobe von E. Bonnejone (geezt) schöne Blättersind. Noch bemerken wir jenes Bild aus Fontaine-blcau: Franz I. tritt allein in den Tempel der Un-sterblichkeit, und laßtUnwissenheir, Dummheit undalle Laster (wie schön!) mit verbundenen Augenhinter sich , »och zu des Künstlers Lebzeiten von R.Boivin (lie-nütus seo.) gestochen, und späterhinvon dem Denetiancr Zenoi copirt; dann das seltene:Mars und Venus, in ihrer Kammer, jener vonAmor, und diese von den Grazien entkleidet, nacheiner Zeichnung, welche Rosso für den losen Areiinmachte, und bloß mit: a Paulo 6rat!ano gUB-sita. Koma ch/ö. signirte. Aus Biblischer Ge-schichte endlich, die Maitre Roup weit minderals die Heidnische anzubauen schien, kennen wireinzig: Die dieser letztere, sich annähernde Su-sanns im Bade von Perini; dann aber doch noch:Christus am Oelberge von Alberti, und aus derLegende, von Ebendemselben, die Marter von St.Stephan. Nach Gandelluil hätte Rosso nachP. del Vaga, Parmigianino , Titian u. s. f. auchselbst in Kupfer geetzt, und überdies schön inCrystall (?) gearbeitet. Lonf. über daS nach ihmGestochene auch He in ecke hsachr I. 028. säg.407. und II. 80. Malpö verwechselt diesen Künstlerhöchst seltsam mit Franz Rossi, S^lvian genannt.

* Rosso (JohannBaptist), der im Lex. unterden Art. Niclauö und Ioh. Baptist Rosso erscheint.S. auch Johann Rofto im Lex. sowohl, als ingegenwärtigen Zusätze».

(Joseph). So heißt ein italienischerBaumeister neuerer Zeit, der in 1802. damals alsArchitekt des Königes von Elrurien, zum Mitgliedder Akademia Etrusca zu Hortona aufgenommenwurde.

Rossorv (Helena von), auch Roswida,Roswitha und Hrosrvi'ra genannt. Sie sowohl,als die weiter unten folgenden, waren Nonnen,die sich als Schön - und Bücherschreiberinncn derVorzeit bekannt gemacht haben; und in Breir-kopfs Gesch. d. Schreibekunft herausg. vonRoch (S. 3 i.) aufgeführt werden. Helena, diewegen ihrer Gelehrsamkeit und der von ihr verfaßt.»Bücher einen Namen in der gelehrten Welt hat,lebte um 980. zu Gandersheim . Ihr Leben vonH. Meibom d. altern beschrieben, findet sich,wie Jächer sagt, in ihren von Gchurzfleisch 1707.herausaegcbnen Werken. Agnes, Aebtissin zu«Quedlinburg , aus dem Fürstlichen HauseMeißen gebürtig, schrieb (mehrern Nachrichtenzufolge) ein durchaus mit vergoldeten Versal-Buch-staben geziertes Plenarium, was noch die Stifts-kirche daselbst aufbewahrt. Zu Frankfurt a. M.besitzt die Bibliothek des Domstifts St. Bartho-lomäi einen: Cocl. Nembr. Homil., in welchemdie Verfertigen», welche im Xll. Jahrhundertlebte, ihr Bildniß, in einem der Anfangsbuchstabe»,mit der Unterschrift: peccatrjx blulier

sorlpsic st pinxitbunclibrum, hinterlassen hat.Ein deutsches neues Testament, von einer Nonnedes Klosters der H. Catharina, AunigundaSchreyberin, in is/jZ. verfertigt, zeigt die Biblio-thek zu Nürnberg . Zu Gotha findet man in derHerzoglichen Bibliothek ein: ülissals oum crmtuoliorali, aus dem ehemaligen Kloster zu Lanqen-dorf bey Naumburg, was Earharina Eschenfeldim X VI. Jahrhunderte zu Stande brachte. Unterden Griechen verdient eine Thecla genannt zuwerden, welche die Abschrift der 70. Dollmetschergemacht haben soll. die in der Königl. Bibliothekzu London verwahrt wird. Was übrigens dieoben erwähnte Agnes, Aebtissin zu Quedlinburg berrift, so sagt hingegen die: Rurze hsachrichtvon der öffentlichen Bibliothek zu (Quedli n -bürg von T- Eckhard (das. 17 > 5 . j°. S. ,b.)