Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
1363
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Rothscholz.

gemäide i» -ein großen Saale des Gräflich Hatz-feldischen Palais, in genannter Stadt, ist ebenfallsvon seiner Hand; dort befinden oder befanden sichauch zwey Bacchanalien von ihm. I. ss. Rund -mann die Schulen Deutschlands in Mün-zen (Breßlau 17 ji. 4 °) S. 147. 368 . Zu be-merken ist noch, daß dieses Werk ihm die Vorna-men Johann Michael giebt. Was seine Male-reyen in Wien anbelangt, so sieht man diese inder Kirche bey St. Dorothä, und in der St. Peters-kirche, wo auch, so wie in der Kirche St. Caro-lus Dorromäus, die Kuppel ihm angehört.

Rothscholz od. Rotbschulz ( ), ein

Kunstverleger des XVII. Jahrh, zu Nürnberg ,für dessen Verlag mehrere mittelmäßige Stechereine Sammlung Bildnisse berühmter Theologen,Rechtsgelehrten, Aerzte, Künstler, Buchdruckeru. s. f. geliefert haben.

Roti (Philipp). So heißt irgendwo, ohneWeiteres, ein Medailleur in England, unter Carl ll.

* Rotier (Jacob, Johann, Joseph, JosephCarl, Norbert und Philipp), s. Roerriers theilsim Lcx. theils in den gegenwärtigen Zusätzen.

Ratschew (Wassili, >. e. Basilius), Adjunkt-Professor der Malerey zu St. Petersburg . Alser bey seiner Znrückkunft aus Rom in die Akade-mie aufgenommen wurde, stellte er ein sehr gutesGemälde aus: Androkles, der sich vor dem Löwenverbirgt. Seine schwächliche Gesundheit hinderteihn aber in mehrern Fortschritten. Er st. 180Z.Hall. A. L- Z. I 8 <> 5 . Int. Bl. N°. 42.

* R 0 trenhainmer (Johann ) von Me-chel setzt seine Geburt in l 56 /,. seinen Tod zuAugsburg in 1608. von Scerren dann behaup-tet, nach dein Angsburgischen Gerechtigkeitsbuche,dieser wackere Künstler habe in 1622. noch gelebt,und damals i» gedachtes Buch seine zwey Söhne,die aber ganz unbekannt geblieben, einschreibenlassen. Sein Meister Johann Donnauer (a. >1.Hans Thonauer' war Baycrscher Hofmaler. Sei»Vater dann hieß Thomas, war (nach von Männ-lich) ein mittelmäßiger Maler; nach andern (Ei-porvsky) diente er in dein Herzog!. Hofstatte. ZuVenedig malte Johann in der Siechen-Spi-thalkirche eine H. Febronia (nicht Frabonia, wiedas Lex. sagt. Wenn ihin anderer Verdienst man-gelte, arbeitete er für die Gemäldehändler, frey-lich mit sehr geringem Vortheile; und so wurde»mehrere kleine Bilder von ihm zu Tage gefördert,von Männlich bemerkt über ihn (wohl etwasgewagt): „Obgleich die Natur ihn vielleicht be-stimmt hatte, sein Muster, Tmtorett, zu übertref-fen, so erreichte er cS doch nicht, weiter ihm sei-nen Geist unterwarf"; und Hagedorn: „Er warder erste Deutsche , welcher Zierlichkeit und Gra-zie" (aber auch die ächte?) „in seine Werke zubringen wußte. Seine Köpfe zumal haben vielAnmuth, und seine Färbung ist kräftig. Er stelltebesonders gerne Nymphen vor, und seine kleinenBilder sind von schöner Vollendung". Von ihmfinden sich in der Gallerie zu Wien : Christus inder Krippe; ein Bethlchemitischcr Kindermord;die Auferweckung des Lazarus ; ein jüngstes Ge-richt; ein Stnrz der Verdammten; der Streit derCentauren und Lapithen auf der Hochzeit des Piri-thous; und endlich (1604.) eine Landschaft vondem Dlumen-Breughel, welche er mit den vier Ele-menten (unter allegorischen Figuren) staffirt habe;lauter kleine Bilder. Diejenigen zu München undSchleisheim 5 . heilige Familien; die Taufe Christiim Jordan, Engelchen tragen die Werkzeuge desLeidens; das jüngste Gericht; Venus neben Marsauf dem Bette; Diana von Akteon belauscht; achtkleine Kinder im Kreise tanzend (lauter kleine Bil-der, meist auf Kupfer gemalt, mehrere mit land-schaftlichen Staffagen von Breughel ); dann aber inlebensgroßen ganzen Figuren: Lucrezia, in derenSchlafgemach eine ihrer Frauen dem Tarquin denEingang eröffnet. In der U. L. F. Kirche zu Mün-

Rottenhammek. rz6z

chen befindet sich von ihm ein Altarblatt: DieKrönung Mariä. In der ehemaligen Franziscancr-kirche sah' man einst: St. Vitus und St. Seba-stian; in der ehemaligen Augustincrkirche den Hei-ligen dieses Namens. Augsburg besitzt von ihmin der Kirche St. Ulrich : Den Stur; der Engel;Madonna mit dem Kinde, vor welchem Et. Ulrichund Afra knieen; den Englischen Gruß (1608. nachden Mehrern sein Todesjahr); Maria Himmel-fahrt , in der H. Kreuz-Klosterkirche das ehemaligeChoraltarblatt, welches auch daö Lex. nennt, wo-für er i6o<». fl. erhalten haben soll; in der ehema-ligen Dominikanerkirche ebenfalls einen Englischen Gruß; in der Moritz-Pfarrkirche wieder eine Him-melfahrt Mariä ; Freismg in der Domkirche einenSt. Sebastian; Ulm in dem Münster eine schöneGeburt; Benedikr-Bayern in der ehemaligenKlosterkirche einen St. Leonhard, und im obernAufzuge St Placidus u. s. f. Liporvsky. Dortheißt es, nach Sandra«, daß er sich durch seineKunst gegen 8«),«»i,o. fl. erworben. und doch, ausbekannten Gründen, in Dürftigkeit gestorben sey.Auch werden daselbst nach von Srerren'«Runst- und Gerverbgeschichte S. 268. nochmehrere als die obcrzählte» Beweise beygebracht,daß sein Todesjahr spather als in r 6 «> 4 - oder 8.fallen müsse: Der (unsichere), daß er erst 1607. dieMalergerechtigkeit zu Augsburg erhalten; dannaber, daß er dort rtrii. die Orgelflügel der Evan-gelischen Krenzkirche (um 35 c». fl.) gemalt, un-endlich erst gegen 162«. das Haupkportal des gol-denen Saals verfertigt habe. — In der Galleriez» Dresden befindet sich von ihm: Ein Götter-mal, wo Venus und Bacchus, denen Cupido denBecher reicht, besonders zu bemerken sind; ein klei-nes, aber eines seiner schönsten Bilder, vielleichtdasjenige, welches er für Kaiser Rudolph gemalthabe» soll. — Salzrhalum halte einst von ihm:Adam und Eva hören die Stimme des Herrn,ganze Figuren Lebensgröße; eine Taufe Christi ;eine Auferweckung Lazari; Maria Himmelfahrt ;ein jüngstes Gericht; Hers« von einer Nymphe be-schuhet (hinter dem Vorhänge läßt sich Merkur sehn); alle letztgenannten kleine Bilder; endlicheine Landschaft von Johann Breughel, von demnni'rigen mit einer sitzenden Nymphe, welche Blu-men gesammelt, siaffirt. - Pommersfelden einjüngstes Gericht und ein Urtheil des Paris (die Land-schaft von Breughel). Auch in Frankreich befan-den sich schon von Alters her einige Bilder vonRorreichammer. Der König besaß eine Krcuz-tragung; das PaiaiS Royal (jetzt vielleicht St.-Peterüburg) eine Pieta und eine Danae. Ware-ler sagt von ihm: „Er zierte seine Kompositionengern mit reichen Nebenwerken, und verschwendetedarin das Nackte, welches er gut zu koloriern sichrühmte. Ueberhanpl verrath sein Geschmack diedeutsche Schule, vermischt mit der Nachahmungvon Tintoret - Seine Färbung zeugt von seinemlangen Aufenthalte in Venedig ; sie ist glänzend,spielt aber ei» wenig ins Grünlichle; die Zeich-nung eben nicht die richtigste; er suchte aiimulhigeGegenstände; «eine Köpfe sind lieblich. Man schätztbesonders seine kleinen Bilder anf Kupfer, die mitvieler Feinheit roccirt sind. Besonders gerne stellieer nackte Nymphen vor, wußte in seine Figureneine sehr glückliche Abwechselung zu bringe», ohneihre Stellungen n»d Gebebrdenspiel zu übertrei-ben" u. s. f. Land 0 n, in Annal . XI. 43 . u. X Vl.25) dann nennt und beschreibt aus der jezigenGallerie des Museums einen Tod des Adonis,und den von Zeus niedcrgeschleuderten Phaeton,von welchen er die Abbildung im Umrisse giebt;beydes kleine Bilder, letzteres jedoch sehr zahlreichan Figuren voll Feuer und Leben. Ersteres hin-gegen verräth nach Landon's wob! nicht unbe-gründetem Urtheil eine zu ängstliche Befolgung vonLintvrets oft so gezwungenen Stellungen; so wieauch eben dieser Kunstlichter bemerkt: Es sey selt-sam genug, daß Rortenbaininer, der die Graziesuchte, und solche auch öfters, doch selten ohneManier, gefunden, gerade Robnsti zu seinem vor,