Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
1366
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iz66 Ro ulket.

* RouIlet (Johann Ludwig). Zu Rom hakteer sich, durch seine persönlichen Eigenschaften so-wohl als durch seine Kunsi, die Freundschaft derdamals dorr lebenden berühmtesten Künstler, wieC. Maratti's, C. Ferri's u. s. f. erworben. N?are-ler nennt ihn, nicht bloß einen von Poilly's ge-schicktesten Schülern, sondern: „Vielleicht grös-ser als seinen Meister''; rühmt dann besonders diegroße Reinheit seiner Zeichnung, und glaubt, manhabe Mehreres von ihm, was man Bloemaert'sBeßtem gleichstellen könne. Bekanntlich hat der-selbe eine große Menge Blatter , theils historische,theils Bildnisse, beydes mit gleichem Erfolge ge-stochen. Rost VlI. Z/ch—/j/. führt einige der vor-züglichsten, ein Verzeichnis meines sel. Vaters aberweit mehrere an. Die Meister, nach denen er ge-arbeitet, find: H. Carraccio, Cotelle, P. Ferdi-nand, C. Ferri, R: le Fevre, L. Geminiano, G.Gcrardin, F. Girardon, C. de la Haye, I. Lan-franco, N. de kargilliere, P. Lucatelli, F. deMarca, P. Mignard, I. Parrocel, F. Poilly, leVieux, Watelet, D. Zampicri. Unter den Bild-nissen nennen wir z. B. diejenigen Ludwig XI V. inseiner Militairkleidung, Kniestück nach Largilliere ;Colbert ohne Namen des Malers, ein verständigerStich, welcher das Basrelief nachahmt, und Lul-ly's nach P. Mignard. Von Geschichtlichem vorAllem aus /ein Hauptblatt: Die drey Marien amGrabe, nach H. Carracci , ein bewundernswürdi-ges Werk, in Ansehung der festen richtigen Zeich-nung, so wie der milden Schönheit des Stichs,und der Kunst womit er den Ausdruck seines einstin Neapel befindlichen Urbildes beyzubehaltenwußte (das nämliche, welches auch Fr. Poilly ge-stochen, hier aber ohne den Johannes). Dannnach Lanfranco: St. Matthäus und Lukas, auszwey von den Winkeln im Dome der Jesufterkirchezu Neapel (St. Marcus und Johannes hat Lou-vemonl gestochen). Nach C Ferri (der ihn Spierre,sonst seinem Stecher, bald vorzog): Numa, dervom Himmel den Ancilischen Schild empfängt;Jupiter, der den Schild des Perseus schmiedenlaßt; Herkules, welcher Jupiter» die von ihm er-legten Ungeheuer überbringt. Nach Mignard :Den Besuch der H. Elisabeth, und die sogenannteH. Jungfrau mit dem Trauben (der Frau vonMaintenon zugeeignet, deren Bildniß es seyn soll).Nach Zampicri St. Paul: in Entzückung. Gan-delkinl bemerkt: Der Wienerhof habe ihn, abervergebens, in seinen Dienst eingeladen. Ebender-selbe giebt wohl die beßte Notitz von seine» histori-schen Blättern,' so wie hinwieder die Kataloge vonN?inkler und Brandes von seinen Bildnissen.Daß die letztgenannten Verzeichnisse nichts vonergcrn enthalten, beweist bloß ihre Seltenheit.

Rou liiere ( la). So nennt Gandellini,wohl apokryphisch, ganz ohne Weiteres, einenFormschneider.

RouINier ( ) Ein Gantkatalog führt von

einem solchen: (^oins 6e IZorciures zpar -Konmier)7. Blätter an.

' Roupert (Ludwig), Goldschmied, setztesich zu PariS , und starb daselbst in der letzten Hälftedes XVII. Jahrhunderts. Sein Schnitt war un-gcmein reinlich, und auf Blätterwerk verstand ersich ganz besonders, so wie er überhaupt seinenKunstgenosscn in schöner Arbeit zum Muster diente.Vergebens wollten einige Neider seine Zeichnungheruntersetzen; er beschämte sie mit dem Bleystiftin der Hand, und forderte sie keckiich heraus, esbesser zu machen. Auch kennt man von ihm selbsteinige rrefliche Blätter von Goldschmieds-Zierakhen.rft /'ontcunr.

* Rou 9 uet ( ). Zum Akademiker wurde

er i/bä. erkiest. Von ihm kannte man auf denSalons (bis 17H7.) z. B. die Bildnisse des MalersSylvestre, Cochins des Sohns, des General-Fermiers Desfourniel und dessen Schwester.

cft Xt. p. 291. Seine Schrift: I'Ltat

üL8 ^rts sn ^nLlsrorro, welche auch im namli-

Rousseau.

chen Jahr (i? 55 .) englisch erschien, enthält manchebrauchbare Notitz. Noch kennt man von ihm eineErklärung verschiedener Kupfer. Als Schmelzma-ler bemühte er sich, in Zincks Geschmacke zu ar-beiten. Fiorillo III. Z99. V. 607.

* Rous (Hieronymus), der im Anhange deskep. erscheint Von ihm nennt der Verlags Kata-log des bekannten ssi Visscher (Latslogus 6sLartes AeoZrupkiguss, Vilies, Nailles 6ouoesst Ickvres 6s cetts nature, 6s )Vrro/a56'Am8ter6am (a ^mstsrstnm s. a. in 8°.) p. 22.:ftivrs 6e Oieux par 7 ?o«L. 21. seuilles in 4^.;vielleicht lebte er um der Mitte des XVII. Jahr-hunderts in Holland . Erwähntes: Invre 6s1)isux dürfte eben die Blätter nach Carracci , de-ren schon das Lex. gedenkt, enthalten.

Rouska ( ), ein russischer, oder doch in

Rußland lebender Baumeister (vielleicht Rusca ),der das Collegium des Kriegs u. d. Archive zu Sk.Petersburg baute, von dem sich eine Abbildung inGalandrouse's de laMornay Vues er iVlonu-mens 6s 8t. ketsrsbour^ (1808.) befindet.

* Rousseau (Jakob), geb. zu Paris i6Zn.Zur Scene seiner Bilder wählte er gemeiniglich dieTrümmer des alten Roms, und die reizenden Ge-genden der Nachbarschaft. Von H. Swanefeld,dessen liebenswürdige Schwester er heuralbete,wurde er in den wahren Grundsätzen der Land-schaftsmalers unterrichtet. Man hat von ihmviele Arbeiten theils in Rom , die dort großen Bey-fall fanden, theils in Paris , wohin er in ivbo.zurückkehrte. Für den Präsidenten von Lambertführte er Mancherley in dessen Schlosse aus, undfür den König im Saale der Maschine» zu St.Germain cn Laye die Dekorationen einer Opervon Lully . In 1662. wurde er zum Mitgliede derAkademie, unv 167g. zum Rathe derselben ernannt,aber bald darauf (1681.) nach einem Befehle desHofes, mit fünf andern reformirten Künstlern da-von ausgeschlossen. Nach Aufhebung des Ediktsvon Nantes zwang man ihn sogar die Arbeitenunvollendet zu lassen, womit er (r 685 .) die äußernWände (?) des Schlosses zu Marly zierte, undsich in einer entfernten Provinz so lange zu verber-gen, bis er sich endlich (1688.) znm katholischenGlauben bekannte, worauf er auch seine Stelle inder Akademie wieder erlangte, aber nichts destomind r unaufhörliche Neckereyen erdulden mußte.Aus Verdruß darüber gieug er dann nach Holland ,wo ihn der Herzog Ralph von Monkague kennenlernte, der ihn nach England rief, um sein Schloßin Bloomsbury mit seinen Bildern zu schmücken.Von diesem Herrn erhielt er ein Jahrgehalt von2n<>. Pf. die er aber nur zwey Jahre genoß, daer ifigZ. oder 94. in London (nach Einigen 08 . I.alt) Todes verblich. Mehrere seiner Landschaftenuno Architekturstücke befinden sich zu Hampton-courk. Fiorillo III. 280-61. V. ^87. de Fou-renai bemerkt, daß die wunderschönen perspektivi-schen Darstellungen im Garten des Schlosses deRual, welche er für den Kardinal von Richelieu gemalt haben soll (an denen sich die Vögel dieKöpfe zerstießen), irrig, statt dem Johann leMaire, ihm zugeschrieben werden, da der Kardinal1642., wo Rousseau nicht über 12. Jahre zählte,verstorben sey; wohl mochte er dieselben an einigenschadhaften Stellen verbessert haben. Ebenfallsde Fonrenai sagt: »Dieser Künstler arbeitetesehr geschwind und pflegte zu sagen: „Ich würdemich glücklich genug schätzen, wenn meine Handdem Geiste folgen konnte. Der Gedanke sucht da-von zu fliegen, und entrinnt nur zu oft". „Daer" (heißt es bey Gaulr de Gr. Germain S. 19t).»-fast immer für die Auszierung der Palläste ar-beitete, so sind seine Staffeleybilder selten, undmeist bloße Scizzen seiner großer» Werke". Vonseinen sechs geetzten Landschaften, nach eigenerErfindung, werden bey Rost VII. 2Z8. viere nä-her beschrieben, so wie nach H. Carracci , von de-nen die eine mit der Ruhe in Egypten, die andre