Orkans (wahrscheinlich jetzt in Rußland ), danndes Prinzen von Monaco , des Grafen von Vencc,des Marquis von Voycr, des Grafen von Choi»senl, des H. de la Bouexiere, des H. Julienne,des Marquis von Lassay, des Herzogs von Tal-lard, der HH. Paquier und de la Live de Jullybefand, giebt Descamps. Wir nennen hier nuraus der Gallerie Orkans: Einen St. Georg; dieKönigin Tomiris , welche CyruS Haupt in demBlutgeschirr anblickt; die Enthaltsamkeit des Sci-pio; Philopeinen; Dianen's Rückkehr von der Jagd;das Urtheil des Paris ; Mars und Venus; die-Ent-führung des Ganymedes. Dann aus dem Kabi-net St. Julienne das Bildniß von Rubens Gat-tin; aus demjenigen von Lassay eine wunderschöneLandschaft; und aus demjenigen von Jully diegroße Skizze des Familiengemäldes einer Muttermit zwey Kindern, woraus man ganz besonderserkennen könne, wie Vieles dieser große Künstlermit Wenigem ausgerichtet habe.
Folgen die Niederlande. Antwerpen allein be-laß von ihni, bis zur Revolution, nur an öffent-lichen Oertern 36 . Mehrere, neben den schon ge-nannten, befinden sich in Frankreich . Wer sagtuns, wo die übrigen hingekommen sind, oder obsie ihre Stellen in der Kathedrale, in St. Wal-prkrgis, St. Jacob, bey den Annonciad-Nonncn,in der Abtei) St. Michel, bey den Dominikanern,Rccollets, den ehemaligen Jesuiten , Karmelitern,Augustinern u. s. f. noch einnehmen? Bey einemH. Lundens zu Antwerpen sah man das wunder-schöne Bildniß einer jungen Dame aus dessen Fa-milie; und man sagt, daß hier die Liebe den Pin-sel des Künstlers geführt habe. Gent hatte g. sei-ner Bilder in seiner Kathedrale St. Davon, beyden Jesuiten und den Baarfüßern; Tournay 3 . inseiner Hauptkirche und bey den Kapuzinern; Berg-St. Vinox i. in der seinigen; Namur i. in der Je-suiterkirche; kille 5 . in der Jesuiter- Kapuziner -und St. Catharinenkirche; Alst 4. in der KircheSt. Martin.
In der Gallerie de l'Ermitage zu Sr. Peters-burg befindet sich von ihm (wohl neben Anderm)eine römische Caritas, und zwar diejenige, wel-che schon in ältern Tagen C. van Caukerken ge-stochen.
Und nun unser Deutschland , mit seinen fastunermeßlichen, und (jene zu Salzrhalum ausge-nommen) bisher, unsers Wissens, unberührt ge-bliebenen Schätzen von unsers Künstlers Hand.Die Kaiser!. Gallerie zu Mien zahlt ihrer 44.Darunter von geistlichem Jnnhalt: Den Englischen Gruß, eine Pieta, eine Himmelfahrt Maria .Dann: St. Jgnatius von Loyola treibt die bösenGeister aus, und: St. Franz Xaver predigt denIndianern, diese beyden auch einst in der Jesui-terkirche zu Antwerpen ; St. Ambrosius, der demKaiser Lheodosius den Eintritt in die Kirche zuMailand virweigert; St. Pipin und seine TochterSt. Bega; St. Jldephons, der von der Ma-donna ein Meßgewand erhalt, mit den beydenEeitenstücken, welche die Bildnisse des ErzherzogAlberts und der Jnfantin Jsabella (des Künstlershochverehrte Landesfürsten) auf ihren Gebetschem-meln- nebst derselben Schutzpatronen darstellen.Dann von weltlichem Jnnhalt Bildnisse in Menge;darunter die beyden stehenden über Lebensgrößedes Jnfanken Carl Ferdinands, und FerdinandsKöniges von Ungarn, nachherigen Kaisers; desKünstlers eigenes in höherm Alter, seiner HelenaForman entkleidet, mit leicht um sich geworfenemPelzmantel, und Titians Liebchen, nach demselben.Don Geschichtlichem, Mythologischem und Allego-rischem: Die Zusammenkunft der beyden Ferdi-nande (16Z4.); die vier Welttheile durch die vierHauptflüsse dargestellt; das Fest der Venus aufder Insel Cythere; die Landschaft mit Jupiter undMerkur, Philemon und Baucis, u. s. f. u. f. —
Auch die Gallerie Lichtenster» besitzt von ihm nichtminder als 33 . Bilder. Darunter geistlichen Juu-halts: Das sehr große einer Himmelfahrt der H.Jungfrau. Von weltlichen: Die berühmten siebenBilder der Geschichte des Deciuö; Erichtonius nachOvid . Bildnisse; darunter des jungen Vandycks;des Künstlers Gattin, die sich im Spiegel beschaut,den ihr Amorine halten; seine beyden Söhne, gan-zer Statur. Eine Menge Skizzen, darunter zweysehr schöne allegorische. — Vor allen diesen Deut-schen Schätzen aber die »un in Bayern vereintenaus den Düsseldorfer- Münchner- und Schleierbenner-Gallericn, zusammen über ic>c>. Bilder,auch diejenigen nicht gezählt, von welchen wirvermuthen, daß solche in den uns bekannten Ver-zeichnissen der drey crwahnlten Sammlungen ge-doppelt erscheinen. Unter den Hunderten bemerkenwir: Von H. Geschichte A. T. das große Bildvon Jakob und Esau's gegenseitiger Bewillkomrmuiig, und die kleine Schlacht von Scnnacherib,beyde ehemals zu Düsseldorf (Man sehe die geist-volle Beschreibung dieses letzter» von Heinse inder bekannten Gleimischen Briefesammlung vonBörre l. 346—61.). Aus dem N. T. die großenBilder 2) der Geburt Christi , und das Pfingstfest,beyde wieder aus D.; dann die Dreyeinigkeit,eines der Hauptbilder zu München . „In dem-selben" (sagt von Männlich) „hak der Künstlerdie größte Klarheit, Kraft und Wirkung der Fär-bung erreicht". Das Venits keneclicti aus D-,wie der ehrliche Barsch sagt, „sehr freundlichexprimirt". Die große Himmelfahrt Maria ausD- Peter und Paul; über jenem halt ein Engeldie pabstlichcn Attribute, diesem steht ein andrermit einem Buch zur Seite, aus M. Eben daherPetrus und der Erlöser, welcher von den umste-henden Geist- und Weltlichen Rechenschaft fodert.„Durch einen knieenden Geistlichen" (heißt es beyMännlich) , „der mit freundlich verschmitztemGesicht zu denken scheint: Ich werde mich schonherauszuziehen wissen, mag sich Rubens einezu seiner Zeit gefährliche Satyre auf die Jesuiten erlaubt haben". Den Sturz der Engel durch St.Michael, und denjenigen unzählbarer verdammterMenschen, die zur Hölle fahren; letzteres, meintBarsch „unvergleichlich invenrirr"; beyde wie-der aus D-, so wie endlich von ebendaher die bey-den Darstellungen vom jüngsten Gericht, von wel-chen Barsch das viermal größere (21V hoch, - 6 ^breit) „das kapitalste Stuck" nennt, das Rubens jemals gemalt. — Nun von Bildnissen, der ano-nymen nicht zu gedenken, vördcrsi: Die eigenendes Künstlers, seiner Gattinnen, Mutter und Kin-der: In D- Er mit seiner ersten Frau, JsabellaBrant, im Garten; ein Bild über welches Heinse(I. c. 363 — 66 .) allerley theils Trefliches sagt,theils Ungenießbares faselt, wovon Folgendesnoch kaum das Aergste ist: „Hier sieht man R.augenscheinlich an, daß er mehr ist, als Alles waser gemacht hat, als sein Gott der Vater, und Gottder Sohn, und Gott der H. Geist, und alle seineHeiligen, Engel und Helden»)". In M. eben-falls Jsabella Brant allein, die ihren zweijähri-gen Sohn auf dem Schooß halt. Ebendaselbstwieder Er, mit seiner zweyten Frau, Helena For-man, in seinem Garten zu Antwerpen ; sein Sohn,die Wärterin seines Federviehes, welche Pfauenfüttert, und sein Hund neben ihm (kleines Bild).Ebendaselbst Helena allein, prächtig gekleidet imLehnstuhl; und schwarz gekleidet, Halbfigur mitzwey Händen, beyde zu M. Nochmals Helena,aus D. (vielleicht mit dem letztgenannten dasselbeBild). Sie (die schönere, malte er übrigens nochöfterer, als die Brant). Endlich: Ein Schäfernimmt ein junges Weib in seine Arme, die ihmlachend widersteht, worin man ebenfalls R. undeine seiner Frauen (Welche?) zu erkennen glaubt,wieder zu M. Dort dann auch das Brustbild
bemerkt ist, sind ebenfalls große Bilder, bald immer in
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r) Alle nachfolgenden, wo es nicht ausdrücklich andersoder vollends über Lebensgröße.
») Eint kleine artige Nachbildung davon s. als Titelblatt des Niederrheim'sche» Taschenbuches von