I^ZL Rubens.
Lamme spielen; Rochus, den die Pestbehaftetenanflehen; Boreas, der die Orythia entführt. End-lich (wieder eine Seltenheit von Rubens ) einStillleben: Gewirkte Decke, worauf ein vergüteterHarnisch liegt.
Die Schönbornsche Gallert zu pommers-seiden besitzt von ihm g. Bilder, lauter Geschicht-liches. Von größern: Die Hl. Könige; St. Fran-zisc, mit kreuzweis erhabenen Händen; eine Cha-ritas; der sterbende Antonius mit verschiedenenOrdensmannern (sagt der Katalog uns unver-ständlich), und Merkur bringt die güldene Zeit insLand (dieß 18^ hohe und 8' breit). Von kleinern:David mit der Harfe; die Grablegung; die demH. Jgnaz erscheinende Dreyeinigkeit, und St.Jgnaz erhält die Bestätigung seiner Ordensregel.
Sanssouci endlich und Potsdam , vielleichtauch Berlin und Ebarlotkenburg, kurz dasKönigl. Haus Preußen will von ihm an die o«.haben (man kann aus Oesterreich in seiner wun-derseltsamen Beschreibung aller Gemälde zu Sans-souci, porsdam und Lharlorrenburg (8°. Ber-lin 77Z.) nicht klug werden). Unter denselben sollenzu den schönsten und solchen gehören, deren (sagt De.)keine Sammlung schönere ausweisen kann: EineAnbetung der Könige; eine Erweckung Lazari,und Perseus und Andromeda. Dann nennt mannoch: Eine keusche Susanns; Maria mit andernH. Frauen, eine reuende Magdalena (die Land-schaft darin von Uden ); zweymal Mars und Ve-nus; Boreas raubt die Orythia; eine Hirschjagd(die Thiere von Snyers), klein zu Sanssouci ,groß zu Berlin ; ein Paar Skizzen und ein PaarBildnisse.
Daß Rubens zum Zeitvertrieb auch einige Blat-ter selbst geetzt habe, ist bekannt. Rost V. S. 268.nennt derselben füufe: Einen St. Franzisc vonAssist, der die heiligen Stigmate erhalt; Mag-dalena, die sich die Haare ausrauft (?), ohne sei-nen Namen; St. Sacharin« , die jungfräulicheMärtyrerin, ein sehr schönes Blatt, gezeichnetum ihm zum Plafond zu dienen; die Fra» mitder Kerze, an welcher ein Knabe die seinige an-zünden will, von ihm geetzt, und dann für spä-tere Drücke von einem Andern (Pontius oder Vor-stermann) mit dem Grabstichel vollendet, mit:B. R inv. et sxo. bezeichnet (dieß in
den bloßen Etzdrücken äußerst selten); das kleineBildiriß eines Englischen Ministers (dieß und St.Sacharins allein mit />. Z'. fsc. stgnirt).
Ein Verzeichniß meines sei. Vaters nennt nocheine Flucht in Egypten. Warum H. Barrsch inseinem Peintee Lraveur dieser Blatter keine Er-wähnung thut, ist uns unbekannt; und eben so,was Rubens, dem Lex. zufolge, nach Titian ge-ctzt haben soll-
Die beßke Litteratur der von den ältesten Zeitenan bis in das siebente Dezennium desXVlII. Jahrh,nach Rubens gestochenen Blätter findet sich ohneZweifel in Hecquets, von F. Basan vermehr-tem und verbessertem: Latslo§us lies Lstsmpss,Arsvees cl'sprös , 8". Paris 767.
welcher, mit großer Genauheit verfaßt, den Jnn-halt deutlich, die Maaße bestimmt angiebt, unddie schönen, schönsten, seltenen und seltensten, mit:L.—'p.b.-R.—I'.k. kürzlich anzeigt. Nehmenwir noch dazu, was uns der wmklersche Gant-katalog Neueres darbietet, so erhalten wir dadurcheine Kunde, welche über diesen Gegenstand, etwadas — nicht viel bedeutende Neueste ausgenom-men, nichts Mehreres zu wünschen übrig laßtDer Katalog von Basan enthält eine Vermehrungder g 5 v N". von Hecquer bis auf über 1Z00. —Kopien nahm Basan, so wenige als möglich auf.Der winklersche Katalog zählt über 6c>n. unterdieser Zahl die einzelnen Blätter von ganzen Fol-gen nicht gerechnet. Beyde sind systematisch ge-ordnet, nach folgenden Rubriken: A. Testament,N. Testament. Geistliche Geschichten und Allego-rien. Geschichte der H. Jungfrau, Geschichte der
Heiligen, Mythologie, Profangeschichke und Alle-gorien, Bildnisse; Statüen, Basreliefs, geschnit-tene Steine, Büchertitel und Verzierungen; ganzeFolgen, worunter auch (nicht an gehöriger Stelle)Jagden und Landschaften enthalten sind. Ein Der-zeichniß meines sei. Vaters zahlt vollends überi 5 oo. Blätter, worunter dann aber Kopien inMenge sich befinden. Rubens Merk in derDresdner -Sammlung ni'mnit"iZ. Bande ein (Aei-«ecke Illöe p. 187.). Ueber lao. Stecher habennach Basan, nach dem lehterwähten Verzeichnißaber an die 180. und, nimmt man diejenigen derneuesten Zeit hinzu, an die 200. nach ihm gear-beitet. „Rubens " (sagt Lüßli l. c. 110—111.)hatte das seltene Glück, sehr viele seiner beßtenBilder noch bey seinen Lebzeiten durch die vortref-lichsten Stecher, die zum Theil unter seiner eigenenLeitung arbeiteten, vervielfältigt zu sehn. Unterdiesen haben vorzüglich B. und G- a Bolswert,p. Pontius, I. Suyderhoef und L. vofter-mann der Vater eine beträchtliche Anzahl Blät-ter nach ihm gestochen, die desselben Kunstcharak-ter in seiner ganzen Größe darstellen, und (waswir eben dem Meister ihrer Urbilder zu verdankenhaben) eigentlich die ersten waren, welche ihrerNadel und Grabstichel Farbe zu geben wußten.Die wichtigsten sowohl von diesen als von etli-chen andern geschickten Stechern (im Ganzen 87.)nennt der gedachte Kunstrichter (l. c. 112—210.);und sein Verzeichniß hat noch das besondere Ver-dienst, daß darin die Urbilder selbst mit der größ-ten Deutlichkeit beschrieben, und mit eben so gros-ser Kenntniß gewürdigt werden. Wir nennen hierabermals nur das Schönste aus dem von ihmgenannten Schönen.
1.) Vom Geschichtlichen von B. a Bolswert:Die Auferwcckung Lazari und (gehört dem S. aBolswert) Christus zwischen den Schacher»; vonS. a Bolswert: Die Himmelfahrt Mariä; vonvan Dalen: Die vier Kirchenvater, St. Ambro-sius, Gregor, Hieronymus und Augustin beysam-men im Gespräche; von Pontius: Den Kinder-mord , ebenfalls eine Himmelfahrt Maria, undTomyris die den Kopf des Cyrus in ein Blut-gefäß tauchen laßt; von I. Schmutzcr: St. Am-brosius, der dem Kaiser Lheobosius den Eintrittin die Kirche zu Mailand verwehrt; von Suy-derhoef: Den Sturz der Verdammten (ganz vor-treflich); von Vorstcrmann: Den Sturz der auf-rührerischen Engel; dann die Anbetung der Wei-sen und eine Abnehmung vom Kreuze (diese bey-de» letzter» vielleicht das Schönste, das nach Ru-bens gestochen worden ^). Noch erwähnen miraus diesem Verzeichnisse: Zweiter H. Familien,die eine von R. Earlom für Boydcll geschabt, diezweyte von R. Morghen gestochen (das Urbildder letzter», einst bey Lord Clive), deswegen, weilFüßli (>. c. S. 177.) bemerkenswerth hinzufügt:„Unter einer großen Menge Vorstellungen vonL>. Familie» , Madonnen mit dem Kinde undähnlichen auf wenige Figuren beschränkten Kom-positionen, glaubte ich nur die zwo jetzt beschrie-benen wählen zu dürfen, die meines Trachtensallein des Rubensischen Geistes würdig sind; undes wäre unbegreiflich, wie ein in dem historischenFache so vorzüglich großer Meister die bemeldtenzwo vortrcflichcn Vorstellungen zum Bewundernausführen und daneben dennoch eine Menge Bil-der von gleichen und ähnlichen Gegenständen, ganzohne Wahl, ohne Geschmack, ohne Geist und Aus-druck habe verfertigen können, wenn man nichtaus seinen Lebensbeschreibungen wüßte, daß ermit Aufträgen zu dergleichen Vorstellungen so über-mäßig überhäuft wurde, daß ihm solche bisweilenbis zum Ecke! unangenehm werden, und ihm dieLust zum gehörigen Nachdenken ganz benehmenmußten". Welch' Alles, wir gestehen es, wirnoch für ein sehr mildes Urtheil halten! Eben sobemerken wir noch (nach Füßli l. c. S. 192.):Die Geschichte Sonstantin des Großen, in einer