Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
1399
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R u y.

mit dem Schwane, von welcher es im Tübing.Morgenbl d. I. (Extra-Bcyi. S. 9. wo er, aber-mals ungenau Ruxrdil getauft wird) heißt: „ Unterallen Versuchen der Bildhauerey auf gedachtemSalon sey dieser der ausgezeichnetste, und verratheein großes, auf guter Bahn begriffenes Talent".Dann folgt die nähere Beschreibung; und weiter:»Das Ganze ist voll Geist und Wahrheit. Eshat nicht den Ausdruck feuriger, begehrender, aberweicher, warmer, genießender Wollust. Im Sta-tuarischen " (worin sonst?) »ist der Leib vortreflich;die Füße und Schenkel sind besonders gelungen.Auch der Kopf ist schön, voll Seele und Anmuth;der Haarschmuck »»gemein reinlich, und mit Ein-falt geordnet". Einzig wirb von den Beywerkendie eben nicht schöne Form eines Gefäßes gerüget.In 1810. endlich wurden von ihm und einer Mengeanderer Künstler die Basreliefs des Stamms (duint) der Colonne der großen Armee, nach BcrgeretsZeichnungen ausgeführt.

Ruy ( du). So heißt ein Französischer Bau-meister, oder wenigstens Dilettante dieser Kunst,von dem uns aber nichts Anderes bekannt ist, alsdaß solcher d'Aviler's Ucbersetzung von Scamozzi's lilea ä'^rcliitettnrs universale mit Anmerkungen,aus Scamozzi's übrigen Schriften, und haupt-sächlich zum Unterricht junger Architekten, vermehrthabe. Alle Biographen dieses letztem bemerkendies, ohne uns vom Unsrigen die mindeste weitereKunde zu geben.

Ruys ( ). So nennen die Kataloge von

wülkler uud Brandes, ganz ohne Weiteres,einen niederländischen Maler des XVII. Jahrh,nach welchem in A. Blooteling's Verlage ein voneinem Ungenannten geschabtes Blatt erschien, daseinen als Scapin gekleideten Mann, das Glas inder Hand vorstellt.

Ruysch (Heinrich). So nennt der einzigeBasan (ILd. sec.) einen Künstler, der die Blätterzu einem: Ikeatrnm, universale ornnium ^oi-insUuln gegeben habe.

* — — (Rachel). Ihre Blumen-und Frucht-stücke (sagt von Männlich) sind mit Geschmackund schöner Auswahl zusammengesetzt, von tref-licher Färbung, und aufs Fleißigste mit der schönstenLeichtigkeit ausgearbeitet. Ihre Früchte scheinenSaft, ihre Blumen Geruch, ihre Insekten Lebenund Bewegung zu haben. Diese eben so geschickteMalerin als gelehrte Frau, brachte noch in ihremAchtzigsten merkwürdige Kunststücke hervor. InHolland sind ihre Arbeiten selten. In Deutschland besitzen von ihr: Die Gallerte zu Wien einen dichtenBlumenstrauß in gläsernem Gefäße, mit Früchtenarff dem Tisch, von 1706. datirt. — München drey Bilder; Schleisheini zwey; Dresden dreye;Salzrhalum einst sechse (darunter zwey Nischen,die eine mit Blumen, die andre mit Trauben be-hängen, und eines, wo ein Vogelnest mit Eyernauf dem Boden liegt). — Im Katalog von Düssel-dorf, wo sie doch für den Kurfürsten JohannWilhelm so Vieles malte, sind nur zwey »rareStücke von Juffrau (sie) Rachael Reusch" an-gezeigt. Gestochen nach ihr hat van der Meer einBlumenstück (Rosen, mit einigen Insekten).

— — (S.), hieß Sara. Nach einer solchen (obetwa der Rachel Schwester?) hat A. de Blois zwey-mal (1682. und 1686.) das Bildniß des MedizinersEorn. Stalpart van der Wiel in 8°., zu dessenObserv. moci. snstom. gestochen. Litvehsei»Aerzreblldn. S. 129 u. 228. des Registers, woder Vorname in Sara ausgeschrieben ist.

* Ruysdael (Jacob). Einige setzen seineGeburt erst in 16.40. Sein Vater, ein Ebenistewollte ihn auf eine höhere Stnffe, als die seinigc,bringen. Er machte ziemliche Fortschritte in der

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lateinischen Schule, studirte Medizin und Chirurgie,und soll bereits mehrere glückliche Kuren verrichtethabe», ehe er sich gänzlich der Kunst widmete.Indessen kennt man auch Bilder von ihm, die erschon in seinem zwölften Jahre gemalt, welche dieKenner in Erstaunen setzten. Was BerghemsFreundschaft, ohne daß er sein eigentlicher Lehrerwar, auf seine Bildung für Einfluß gehabt, ist be-kannt. Beyde studirten einzig die Natur, und zwarbloß diejenige, welche sie rings um Amsterdam vorsich fanden. Don Ruysdaels übrigen, wie es scheinthöchst einfachen LebenSumständen ist Weniges be-kannt, ausgenommen das Löbliche, daß er fürseinen alten Vater die zärtlichste Sorge trug, undsich vielleicht aus diesem Grund niemals verehlichte.Dncamxr III. 9. er segq. Die Kunstcharakteristik,welche Descamps von ihm giebt, findet sich imLexikon. Hier diejenige von Taillasson. « Unterden Landschaftern ist Ruysdael einer der wahrestenund originellsten. Seine Manier, die Natur zuwählen, zu beleuchten und zu färben ist ihm ganzeigen. Nicht selten scheint er sie erst nach Sonnen-untergang gemalt zu haben, wenn die Erde nurnoch schwach erhellet ist, die Bäume in ihremDunkelgrün prangen, und aus der noch etwas be-leuchteten Dunstluft nur um so viel deutlicher er-scheinen. Andremale umgab er auch hell beleuchtetesLand mit dunkelen Baumschattcn. Alle seine Bilderhaben daher sehr auffallende Effekte; und was sonstje ihre Zusammensetzung seyn mag, findet mandarin immer irgend einige schimmernde Lichtblickeund hinwieder kräftige Schatten; und zwar alledies ohne Nachtheil der Harmonie, und ohne imGeringsten ins Harte zu fallen, was von derSchönheit und Kunst seines Kolorits den höchstenBegriff giebt. Seine vielen Baume dann sind zwarnicht jene Könige der Wälder von Poussin , derenstolze Stirnen majestätisch in den Lüften wogen,an die Wolken ju reichen, und der Wuth der S türmezu trotzen scheinen, wohl aber jene minder hohen,doch kräftigen dichtbelaubten Stämme, deren länd-liche Gestalten mehr malerisch als groß sind. DenGlanz und die Durchsichtigkeit des Wassers stellteer höchst wahrhaft dar; und dieß mußte ihm ein sehrAngenehmes und Leichtes seyn, da es bald in allenseinen Bildern erscheint. Hier klare ruhige Bäche,die den Matten ihren Reichthum spenden; dortschäumende Fluchen, die große Mühlen in Be-wegungsetzen, oder Kanäle, die in mannigfaltige»Richtungen zum öffentlichen Nutzen von Städtenund Dörfern so Vieles beytragen. Dein mensch-lichen Auge gefällt Alles, was Ideen und Gefühleerweckt: Prächtige Palläste mit ihren angemessenenUmgebungen; össentliche Spaziergänge mit schönerWelt bevölkert; dann wieder reiche Felder, oderbesonnte Berggipfel, mit Wohnungen besäet, undselbst die hehren Schauer Himmel anstrebenderFelsen. Aber auch sehr angenehm sind ihm jeneländlichen Abgeschiedenheiten, jene Waldwicsen ii^dunkelen Schatten, wo wenige Menschen von ihresgleichen abgesondert,aber auch gesichert von derselbenStolze nnd Leidenschaft in seliger Ruhe leben, undmit Ehrfurcht keine andern als die erhabenen Accenteder Natur vernehmen. So die mehrere Landschafts-gegenden von Ruysdael ; die Figuren in denselbensind nicht zahlreich; aber die Einbildungskraftschweift darin nur desto lieber herum, und bevölkertsie mit seinen eignen Geschöpfen. Mit besondererLiebe malte er jene nur geheimnißvoll beleuchtetenWaldwinkel, in welchen sich der Weise so gerne zuergehen, oder der träumende Liebende zu ruhenpflegt; wo man mit einem Buche sitzt, aber es baldweglegt, um sich ganz seinem Denken zu überlassen.Solche Gegenden theilen bald immer klare Bäche,in deren sanftem Laufe sich der Himmel, so wie dasanliegende Land und die Bäume spiegeln, derenfrisches Grün von ihnen genährt wird, so wie siedieselben hinwieder vor brennender Eonnenglutbewahren. Bisweilen segeln Enten, Gänse,Schwäne auf diesen stillen Wassern, und machendarauf ihre kurzen Reisen. Obgleich die Horizontedieses Künstlers meist nur sehr beschränkt sind, so

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