Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
1398
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,598 Rustici.

predigend zwischen einem Leviten und Pharisäer,woran Gestalt und Ausdruck ungemein gerühmtwinde. Ferner eine Leda, eine Europa , eineGrazie, einen Vulkan, einen Neptun , und einenkolossalen nackten Mann zu Pferde. Schlecht fürso viel Kunst belohnt, blieb er hierauf lange müßig,als er von Franz I. nach Frankreich berufen ward,wo er ein Pferd von doppelter Lebensgroße mo-dellirte, weiches die Statüe dieses Monarchen tra-gen sollte, der aber darüber starb, sodaß das ganzeWerk unvollendet blieb. Jetzt kehrt« er wieder nachseiner Vaterstadt, fand aber dieselbe eben belagert,und sein Erbgut von dem Feinde verwüstet; er gingdaher schleunig in Frankreich zurück, und starb da-selbst i 55 o. Rustrci hatte drey Maximen, vondenen besonders zwey vortreflich sind: Die erste,lang über ein Werk nachzudenken, selbst ehe mandie Scizze davon entwirft; die zweyte, die Skizze,whne sie anzusehn, lange ruhen zu lassen, ehe manzur Ausführung schreitet; die dritte, sein WerkNiemandem zu zeigen, bis es vollendet ist. ^ate/et.

* Ru stick (Gabriel). AuchLanzil. 1Z8. undFiorillo I. Z17. zahlen ihn unter die ausgezeichnetenSchüler des Frate, kennen aber ebenfalls keinnamentliches Bild von ihm.

* — — (Dk'ncenj), Vater, wenigstens vonChristoph Rustichi. /.a»Li I. Zog. nennt ihn s. v.KnLtrco. ohne Taufnamen, lediglich einen Seneser,und Schüler von Sodoma .

— — — — — So nennt Lanzi I. Z 3 r.jetzt s. v.K«Ltr'ci einen vermuthlichen zweyten Sohnvonvincenz, gleichen Namens, Verwandten, undwahrscheinlich Schüler von A. Casolani, der an«ine Auferweckung Lazari dieses letzter» in der KircheSt. Franzisc zu Siena die letzte Hand geleget habe,und übrigens der Schwächste aus dieser Familie war.

* Rura (Clemens). Lanzi II. ZZ 5 . setzt seinenTod in 1767. und giebt seiner Kunst ein allgemeinesrühmliches Zeugniß. Gegen End seiner Tage wurdeer blind.

* Rurhard (Andreas). Nach ihm hat P.Monaco ein großes Blatt (Salbung Davids) ge-stochen ; wahrscheinlich dasselbe, welches wir beyBrandes mit: I. /Zlessanstri et ?. 8cattsZIia«xc. bezeichnet finden.

* — — (Carl). Von ihm befinden sich inDeutschland : In der Gallerie zu ll>ien eine Hirsch-jagd mit seinem Monogramm, welches vonMechel giebt, und eine Bärenhetze von i 665 .datirt , beydes kleine Bilder. — In der Lichren-steinschen s. v. Rorard ei» Löwengehege und eineLandschaft, ebenfalls klein. In dem Katalog der-selben wird er besonders für Jagden und Vieh,wegen meisterhafter Zeichnung, gutem Kolorit,treflichem Jmpasto, besondern, Fleiß, und vor-züglich deswegen gerühmt: Daß er die Unbefangen-heit (mnocenrs) der Natur mit jeder Feinheit derKunst zu verbinden gewußt. Im RaunizischenKabinette eine Bären- und eine Hirschjagd. —München eine Baren- und eine Hirfchhetze, beydelebensgroß. — Dresden ebenfalls eine Bären-hetze, klein, und Circe , von Ulysses entzaubert,7" 2" breit, 5 ' 2" hoch. — pommersfelden eineFelsenhöle mit drey scherzenden Löwen und einemPanterthier; dann eine Wildniß mit Wasserfall,Wasservögeln, und zwey Luchsen mit einem Löwen.— Düsseldorf «inst eine Hirschjagd 8> 10" breit,7, 7 " hoch. Und von einem so vortreflichen (wahr-scheinlich aber eben darum auch — bescheidenen)Künstler, weiß man so wenig, dasür von somanchem Stümper so Vieles zu erzählen. Ge-stochen nach ihm kennen wir einzig vier schöneBlatter; darunter zwey von P. Peiroleri, dereneines Hirschen und Wasservögel, das andre einenLöwen der ein Pferd zerreißt, darstellt; und zweyandere, die obenerwähnte Löwen , und Hirschjagdaus dem Kaunizischen Kabinette, in Schwarzkunstvon Rhein. E. Rhein . Endlich von Prestel: Leo-parden, die einem Löwen seine Beute streitig machen,

Ruxthiel.

nach dem Urbilds in der Gallerie Drabeck, einBlatt, welches schwarz 11. fl. und colorirt dasDoppelte kostete.

R»einer (Diego), ein geschickter Spanischer Kunststicker des XVI. Jahrh, folgte dem Fr Lorenzode Monserrate ,57b. in der Aufsicht über alle das,was für den Eskurial in dieser Gattung gearbeitetwurde, ^iorillo IV. 92.

Rurland (der Herzog), ein Englischer Kunst,dilettante des XVIII. Jahrhunderts, der z. B.Reynolds Zeichnung der Geburt Christi für dasgroße Fenster der Kapelle im New-College zu Oxford mit 800. Pf. Sterl. zahlte.

Rurlinger (Caspar), ein Schreibemeister.In ,60h. wurde von Neuem zu Basel , ein von ihmverfaßtes Schriftenbuch, unter einem deutschen (Schreibekunst von Capitalien rc) und lateinischenTitel aufgelegt. Breirkopfs Gesch. derSchreibet, herausg. v. R 0 ch S. bo.

* Ruks oder lat. Rurus (JaSpar). Sowird ein Kunstverleger, gebürtig von Mecheln ,genannt, dessen Adresse man, ohne weitere Ljngab«eines Stechers, auf einer Madonna mit dem Kindeund St- Joseph (Lxemplum ecce novum ärc.)nach F. Barozzi in Fol., fände. Andre (gleich denZusätzen im Lex.) nennen ihn, wohl irrig, wirklichals Stecher dieses Blattes. Dann wird irgendwobemerkt, daß sein Name (Aa^pa»- K»t«r lUock-liniensis) als Verleger auch auf folgendem Werke;viverssrum Pentium srmsturs equestris — per

S,tti/m<m^nNverpianum (LolomN i 577 >

4°. enthält 52 . Kupfer und deren Erklärung) zulesen sey.

Rutren (P. I.). Einen solchen benennt manirgendwo als einen Künstler, der nach Guido Renkin gr. qu. 4°. das liegende Jesuskind, einen Vogelan einem Faden haltend, gestochen habe.

R»tz (Georg). Ein solcher war im I. 1Z8».als Pfalzgräfiicher Münzmeister zu Lauf (im Nürn«bergerrGebiet) angestellt. Will'« Nürnberg .Munzbelust. IV. 45 -

* Ruxleben , der in den Zusätzen des Lex.erscheint, ist ein irriger Name für Ruexleben.

— — ( ), f> auch unten Ludwig

Schneider.

Ruxthiel (Heinrich Joseph), nicht Rutphiel,wie es im Tüb. Morgenbl-1808. S- 1018. heißt,ein junger talentvoller Bildhauer, gebürtig vonLierneux , im Ourth-Departement, Schüler vonHoudon und David, der schon in 1804. (damals25 —2b. I. alt) die schöne Büste von Lalande ver-fertigt hatte, erhielt in i 8 » 5 . von dem National-institute den zweyten Preist für einen Meleager, dersich aus Mißvergnügen in seinen Pallast zurückzieht,und in 180b. von der Spezialschule der Malereyund Sculptur zu Paris den (seiner Zeit von demGrafen von Caylus gestifteten) ersten für den Aus,druck, an einem Kopf in Lebensgröße. Diesmalwar derjenige tiefer Verehrung aufgegeben worden.In demselben Jahr bekam er von dem Verwaltungs,Conseil den Auftrag, zwey Statüen (den Geniusder Künste und Wissenschaften, und denjenigendes Kriegs) zu verfertigen, welche in dem Vestibüldes Pallafles der Ehrenlegion aufgestellt werdensollten. In 1807. stritt er mit Caloigne von Brügge wieder um eine Palme des Nationalinstitutes, diejener nur mit Mühe vor ihm erreichen mochte,/hm//. pr<b/. Im I. i8»8. gewann er wiedervollends den großen Preiß mit einem treflichcnBasrelief: Dädalus , der dem Jcarus die Flügelanheftet, um aus dem Labyrinth von Creta znentfliehen, in über halb lebensgroßen Figuren,das sich inLandons 8slon <ie I'sn 1808. p. II».im Umrisse abgebildet befindet. In 1809. befandsich dieser geschickte Mann als Kaiser!. Pen-sionnair in Rom , und sah' man damals auf derdortigen Ausstellung von ihm eine Eipsfigur: Leda