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Die Beleuchtung mit Gas aus Stein- und Braunkohlen, Torf, Oel, Fett, mineralischen und vegetabilischen Harzen ... : mit vorgängigen Untersuchungen über den Gehalt dieser Brennmaterialien an Wasser- und Kohlenstoff, ihr Leuchtvermögen und ihre fabrikökonomische Anwendung, nebst statistischen Angaben über die Gewinnung derselben in Frankreich, England, Belgien ... und einer Beurtheilung der neu vorgeschlagenen Verfahrungsweisen bei der Gasbereitung / von Pelouze dem Vater ...; und mit Analysen und kritischen Bemerkungen von ... Pelouze dem Sohn ...; ins Deutsche übertragen von H. Bruhn
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voir 6, taucht einige Linien tief in dessen Oel ein und setzt darin einenTheil mit fortgerissenes ««zersetztes Oel ab. Endlich geht das Gas indie Röhre 6 über, die es in den Gasometer führt. Dieses Rohr mußeine doppelte Biegung haben, damit das noch mit fortgerissene übrigeOel sich unterwegs absehen und in einem besondern Behälter I aufge-fangen werden kann.

Wir haben nur eine schnelle Skizze über die Fabrication desLeuchtgases aus Steinkohlen und Oel entworfen, doch werden wir ge-nauer und weitläufiger aus diese Operationen zurückkommen, da es unsnur darum zu thun war, eine ununterbrochene Reihenfolge aufzustellen.Der Leser wird nachher die Details besser fassen, durch welche wireinen Stützpunct für unsere Bemerkungen über die Theorie und Praxisder Beleuchtug darzubieten suchen.

Der Apparat Fig. 1, den wir so eben erklärt haben, hat seitdemmanche Veränderung erlitten, doch wollen wir bloß denjenigen anführen,welchen Dame als seine Erfindung bekannt gemacht hat und den erzur Gasbereitung aus Harzöl anwendet.

Die Zersetzung des Harzöls erfordert nur sehr wenig zusammenge-setzte Apparate, welche gleichfalls zur Zersetzung eines jeden Oels dienenkönnen. Nr. 1 und 2 auf Taf. Xll stellt Danrä's Apparat zurZersetzung der Harzöle dar.

Man füllt Retorten zur Hälfte mit Coaksstücken von mittlerGröße und bestmöglich von gleichem Volumen. Es geschieht dies,um den Oeltheilchen recht viele Oberfläche zu verschaffen. Nach einigerZeit erfüllen die Coaks nur noch unvollkommen ihren Zweck, indem dieStücke sich mit einer Kruste umgeben; dann muß man sie erneuern.Man hat vorgeschlagen, zusammengerollte Eisenblechstücke hineinzulegen,welche wieder gereinigt werden können, aber der Vortheil, den diesedarbieten sollen, ist schwer zu ergründen, und übrigens können die Coaksnachher noch zum Brennen verwandt werden, indem sie um nichts sichverschlechtert haben.

Das Gas und die öligen Dämpfe gehen bei Anwendung diesesApparats unmittelbar in eine Condensationsbütte, welche kalt gehaltenwird. Dieser Kühlapparat erfüllt denselben Zweck, wie die Vorlage,welche bei der Steinkohlendestillation beschrieben worden ist; sie dientebenfalls dazu, eine Retorte von den andern zu isoliren, so daß, ohnedie Heizung und die Verrichtungen der Nächstliegenden Retorten ineinem und demselben Ofen zu unterbrechen, man irgend eine entladen,von ihren Coaks befreien und von Neuem wieder laden kann. Ausdiesem Kühlapparat, in den die Dämpfe geführt werden, geht das Gasin eine zweite ähnliche Bütte, nachdem es durch Röhren gelaufen ist,welche in immer bei sehr niedriger Temperatur gehaltenes Wasser ge-taucht sind. Endlich wird das abgekühlte Gas von dem Gasometeraufgenommen. Siehe die Tafeln.