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Die Beleuchtung mit Gas aus Stein- und Braunkohlen, Torf, Oel, Fett, mineralischen und vegetabilischen Harzen ... : mit vorgängigen Untersuchungen über den Gehalt dieser Brennmaterialien an Wasser- und Kohlenstoff, ihr Leuchtvermögen und ihre fabrikökonomische Anwendung, nebst statistischen Angaben über die Gewinnung derselben in Frankreich, England, Belgien ... und einer Beurtheilung der neu vorgeschlagenen Verfahrungsweisen bei der Gasbereitung / von Pelouze dem Vater ...; und mit Analysen und kritischen Bemerkungen von ... Pelouze dem Sohn ...; ins Deutsche übertragen von H. Bruhn
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^ ist die zur Hälfte mit Eoaks geladene Retorte.

U. Ende der Retorte, welches 7 bis 8 Eentimeter weit bis aufden Boden der Bütte E taucht.

0. Eondcnsationsbütte, bis an den Hahn 8' mit Terpentinöl ge-füllt.

8. Eommunicationscohr mit L.

L L'. Rohr, welches 7 bis 8 Eentimeter auf den Boden der zwei-ten Bütte 6' taucht, Kühlrohr.

6'. Zweite Bütte, dient zum Condensiren für mehrere Retorten.

8'. Mit dem Gasometer communicircndes Rohr.

k. Herd.

8. Schornstein.

V. Gewölbe, aus welches die Retorten zu liegen kommen.

8. Hahn, durch den das Oel in die Retorte gelassen wird.

D. Röhre, durch die es hineinlauft.

O O 0 0. Seitenöffnungen mit Registern, welche von einanderunabhängig sind.

b. Schraubenstöpsel, um die Retorten nach Bedürfniß öffnen zukönnen.

l. Hebel, um den Deckel einer jeden Retorte hermetisch verschlie-ßen zu können.

Mit diesem Apparat will man so viel als möglich das Kohlenwasser-stoffgas von den öligen Dampfen isoliren, und diese werden von demin den Condensationsgefaßen befindlichen Terpentinöl absorbirt. Dasso erhaltene Harzöl-Gas wirkt auf die Brenner nur sehr wenig ein.

Die Temperatur, bei welcher die Zersetzung des Harzöls am vor-theilhastesten vor sich geht, liegt zwischen Roth- und Weißglühhitze inder Mitte; wendet man geringere Hitze an, so gehen zuvor unzersetzteOeldämpfe über, was der Sparsamkeit wegen sorgfältigst vermieden wer-den muß; denn obschon diese im Terpentinöl verdichteten Dampft vonNeuem zu einer folgenden Destillation dienen können, so entsteht docheine Unannehmlichkeit daraus, daß das Oel zu dick wird. Eine zuhohe Temperatur dagegen bewirkt unvermeidlich Zersetzung eines merk-lichen Theils der Kohlenwasserstoffgase, wodurch alsdann viel schwach-gekohlter oder selbst ganz freier Wasserstoff entsteht, also auch ein weni-ger intensives Licht. Aeußerst fein zertheilter Kohlenstoff schlägt sichnieder und hangt sich stark an die innern Retortenwände. Dannkann es sich noch zutragen, daß das Oel, wenn es auf eine zu warmeMetallfläche tröpfelt, dasselbe Ereigniß darbietet, welches man bemerkt,wenn Wasser auf eine glühende Platte gegossen wird, d. h. daß esempocspritzt und, ohne zersetzt zu werden, an den Wänden der Retortehinunterläuft; auf solche Weise kann es mit in den Kühlapparat ge-rissen werden, ohne selbst in Dampf verwandelt worden zu sein.

Um den Abfluß der condcnsirten öligen Dämpft anzuzeigen undum nach diesem mehr oder minder schnellen und reichlichen Abfluß die

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