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Die Beleuchtung mit Gas aus Stein- und Braunkohlen, Torf, Oel, Fett, mineralischen und vegetabilischen Harzen ... : mit vorgängigen Untersuchungen über den Gehalt dieser Brennmaterialien an Wasser- und Kohlenstoff, ihr Leuchtvermögen und ihre fabrikökonomische Anwendung, nebst statistischen Angaben über die Gewinnung derselben in Frankreich, England, Belgien ... und einer Beurtheilung der neu vorgeschlagenen Verfahrungsweisen bei der Gasbereitung / von Pelouze dem Vater ...; und mit Analysen und kritischen Bemerkungen von ... Pelouze dem Sohn ...; ins Deutsche übertragen von H. Bruhn
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Heizung der Retorten passend regieren zu können, trägt man Sorge,an dem Kondensator einen Hahn anzubringen; überdies hat man einenManometer, um den Druck zu messen, unter dem man arbeitet. Allediese Vorsorgen sind dahin gerichtet, um einen festen und regelmäßigenGang in den Arbeiten zu erzielen.

Der oben beschriebene Apparat ist zur Behandlung der natürlichenOcle und Fette, so wie zu den vorher in mehr oder minder flüssige Oeleverwandelten Harzen bestimmt; ebenso würde man den aus harzigenHölzern erhaltenen vegetabilischen Theer, dann den aus nicht harzigenHölzern in den Holzessig-Fabriken, so wie den aus Torf und endlichden bei der Destillation der Steinkohle in den Gasbereitungsanstaltengewonnenen zur Darstellung des Leuchtgases anwenden können, wennman sie nicht mit mehr Gewinn zur Fabrication der künstlichen Bi-tume verarbeiten könnte. Wenn es sich darum handelt, die Harze un-verändert, wie sie sind, zu destilliren (was uns das billigste Verfahrenzu sein scheint), so waltet wieder ein Hinderniß ob, nämlich daß dieauf einmal vorgenommene Ladung der Retorten sich bedeutend aufblähtund dadurch die Gasentwickelungscöhren verstopft. Das einzige billigeMittel, diesem Hinderniß vorzubeugen, besteht darin, das Harz, bevores in die Retorten kommt, zu schmelzen und es mittels Röhren, welchemit Hähnen versehen sind, in kleinen Mengen an den Wänden derRetorten Hinuntergleiten zu lassen. Auf solche Weise verfährt HerrEhaussenot.

Inunsrer Untersuchung über den Gehalt der brennbaren Stoffeund Vcrgleichung ihrer Elemente" haben wir Gelegenheit gehabt zu er-wähnen, daß wir in der Verwandlung der Harze in Oel zur Leuchtgas-bereitung keinen Vortheil sehen können, und wir wollen uns daher hier-mit nicht weiter beschäftigen. In dem einen wie in dem andern Fallmuß das erhaltene Kohlenwasserstoffs dasselbe sein. Allen denjenigen,welche sich mit der Fabrication im Großen beschäftigen, und welche dieganze Wichtigkeit der Vereinfachung der Operationen und ihres gleich-förmigen und constanten Ganges kennen, wird es einleuchtend sein,daß die Anwendung des bloß geschmolzenen Harzes weit ökonomischerund weit sicherer sein muß, als das Verfahren der vorgangigen Ver-wandlung in Oel .

Wie dem nun sei, so müssen wir, abgesehen von unserer persön-lichen Meinung, ein Wort über die Destillationsmethoden sagen, ver-mittelst deren man geglaubt hat, alle Hindernisse zu umgehen undallen erforderlichen Bedingungen Genüge zu leisten.

Anfangs dachte man daran, die öligen Samen gerades Wegs an-zuwenden, aber diese Speculation war, abgesehen von der schwierigenAusführung, welche in der geringen Ladung bestand, die die Retortenaufnehmen konnten, und in der Gewinnung einer Menge Kohlenoxydgasesund anderer sehr störender Stoffe auf Kosten der Samenschalen, ge-wiß schlecht. Stellte sich dieses Hinderniß nicht dar, so blieb es einleuch-