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Bonifaz (Päpste)
im thüringer Waldgebirge bei dem Dorfe Altenberga, einige Stunden von Gotha ,ist ihm ein würdiges Denkmal, das in einem 30 Fuß hohen Candelabcr besteht,errichtet worden. Die Errichtung dieses Denkmals am t. Sept. 1811 war miteiner Feierlichkeit verbunden, bei welcher von einem kathol., einem luther. und ei-nem reform. Prediger Reden gehalten wurden. Der verst. Superintendent, 1).Löffler zu Gotha , hat diese Feierlichkeit in einer kleinen Schrift, welcher eine Le-bensgeschichte des BonifaciuS beigefügt ist, beschrieben. Der würzburg . Weih-bischof Würdtwein hat zu Mainz (1189, Fol.) des B. Briefe (geordneter und voll-ständiger als die von Werrarius veranstaltete Sammlung) herausgegeben.
Bonifaz, Päpste dieses Namens. I., den 29. Dec. 418durch eine Par-tei des römischen Klerus gewählt und erst nach dem Falle eines Gegenpapstes, Eu-lalius, 419 durch den Kaiser HonoriuS bestätigt, verfolgte die Pelagianer undarbeitete mit behutsamem Eifer an der Erweiterung seiner Macht, verlor aber durcheine Verordnung des griech. Kaisers TheodosiuS 1l., deren Zurücknahme nichtganz erwiesen ist, 421 die kirchliche Herrschaft in Ostillyrien und starb schon den4. Sept. 422. Seine Regierung ist durch Thatsachen merkwürdig, welche diedamalige Abhängigkeit des römischen BiSthums von den weltlichen Landesherrenbeweisen. — II., vorn 21. Sept. 530 bis 16. Oct. 531, kam durch den baldi-gen Tod eines Gegenpapstes, DioskuruS, zur alleinigen Regierung. Auch ererkannte die Oberherrschaft des weltlichen Regentcnbei einer Svnode zu Rom 531,wo eine von ihm veranstaltete Wahl seines Nachfolgers für ungültig erklärt wurde,mit dem Geständnis an, durch dieses Unternehmen die Majestät verletzt zu haben. —III., regierte vom 19. Febr. bis 10. Nov. 601. — IV., vom 25. Aug. 608 bis1. Mai 615, ohne etwas Merkwürdiges zu thun, außer daß er das Pantheon zuRom zu einer Kirche der heil. Maria weihte. (S. Pantheon.) — V., ein Nea-politaner, von 619 — 625, bestätigte das Recht der Freistätten in den Kirchenund suchte die damals noch neuen englischen Kirchen an seinen Stuhl zu fesseln. —VI., im I. 896 nur 15 Tage. — VII., ein widerrechtlich eingedrungener Papst,behauptete sich 914 einen Monat, floh dann mit den Schätzen des Vaticans nachKonstantinopel , riß im März 984 aufö neue die päpstliche Gewalt an sich, indemer den damaligen Papst Johann XIV. einkerkern und umkommen ließ, starb abernach 11 Monaten, 985. — Vlll., (s. d.) — IX., Peter Tomacelli aus Neapel ,wurde, während Clemens VII. in Avignon residirte, zu Rom 1389 NachfolgerUrbans VI . Er war ein gebildeter Weltmann von schöner Gestalt und einneh-mendem Betragen, doch kein Theolog, und der kirchlichen Geschäfte und Gesetze sounkundig, daß er oft verkehrte Resolutionen ertheilte und den ärgsten Beschämun-gen nur durch den Beistand einiger erfahrenen Cardinäle entgehen konnte. Destobester fand er sich in den Handel mit geistlichen Ämtern und Pfründen, worin erein System des unverschämtesten Wuchers organisirte und namentlich die Abgabeder Annaten 1312 so einrichtete, wie sie nachher von den Päpsten gefedert wordenist. Ein und dasselbe Amt, oder auch nur die Anwartschaft darauf, verkaufte erum verschiedene, willkürlich von ihm selbst gesteigerte Preise an mehre Bewerberzugleich oder verlieh schon verkaufte Ämter und Anwartschaften mit Verfälschungendes Datums zum zweiten, ja zum dritten Male an Mehrbietende, ohne den betro-genen ersten Käufern das Mindeste zu erstatten; ja er verordnete selbst die Ein-schränkung seiner Gnadenbriefe auf eine geringere Zahl, um sich wieder die Aus-nahme von dieser Verordnung besonders bezahlen zu lassen. Ebenso trieb er esmit den Dispensakionen und Ablässen, bei denen er jedoch wiederum von seinenAgenten betrogen wurde. Auch an heiliger Stätte während der Messe scheute ersich nicht, solche Geldgeschäfte mit seinen Vecretairen abzumachen. Die dadurcherworbenen Reichthümer verwendete er theils zum Vortheil seiner habsüchtigenVerwandten, theils auf kostbare Baue, z. B. der Engelsburg und des Capitels,
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