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Zweiter Band. Bo bis C.
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Voirifaz VIII.

die er zu Festungen machte, theils um in den damaligen politischen Händeln Ita-liens Einfluß zu gewinnen. Er half dem jungen LadiSlauS zur Krone von Neapel und wirkte der Übermacht der Visconti in Mailand entgegen. Dock blieb seinepolitische Bedeutung gering, und er mußte, um sich gegen Ludwig von Anjou , denNebenbuhler seines Freundes LadiSlauS, zu schützen, einen großen Theil seinesGebiets an mächtige Herren zur Lehn geben , z. B. Ferrara an das Haus Este .Nur über die Römer gewann er mehr, als seine Vorgänger. Zwei Mal durch dieVorsteher der Stadtbezirke (ll-nule,>i) vertrieben, 1391 und 1391, verweigerteer seine zur Feier des für die Römer sehr einträglichen Jubeljahrs (1100) nöthigeRückkehr, bis sie 1399 die Abschaffung jener Vorsteher, Gehorsam gegen einenvon ihm ernannten Senator und überdies Geld zur Reise von Assist, wo er sichaufhielt, nach Rom bewilliglen. Seitdem beherrschte er Rom als unumschränkterRegent und hielt das Volk durch seine Festungen im Zaum. Zum alleinigen Besitzder Papstwurde konnte er wegen der Fortdauer des großen Schisma nicht gelangen.Als Clemens VII. zu Avignon 1391 gestorben war, wählte man daselbst BenediekXIII., und dieser neue Gegenpapst wollte ebenso wenig als sein Vorgänger zurHerstellung des Kirchensiledens abdanken. Bonifaz IX. sah daher seine mitFrankreich angeknüpften Unterhandlungen scheitern und blieb, wie sein Vorgänger,auf die kirchliche Gerichtsbarkeit über Italien, Deutschland , wo er nach Wenzel'SAbsetzung den Kaiser Ruprecht von der Pfalz unterstützte, Ungarn , England unddie nordischen Reiche beschrankt. Aus Ärger über den ihm von dem GesandtenBenedictS XIII. mit Recht gemachten Vorwarf der Simonie starb er den 1. Der.1101. Der ihm zugesprochene, für einen bejahrten Papst freilich sehr geringe,damals aber doch seltene. Ruhm beständiger Keuschheit kann die Schande seinerGewinnsucht und niedrigen Ränke nicht tilgen. 31.

Bon i faz 1III. (Bened icr Cajetan), zum Papst erwählt den 25.Dec. 1291,geb. zu Anagni , stammte aus einer ursprünglich catalonischen Familie. Er erhielteine sorgfältige Erziehung, studirte die RcchtSgelehrsamkeit, ward Capitular vonParis und Lyon, dann Consistorialadvoeat und päpstlicher Prokonotar zu Rom .Nachdem Martin N . ihn (1231) zum Cardinal erhoben, ging er als Legat nachSteiften und Portugal, und ward mit Unterhandlungen bei mehren Fürsten beauf-tragt, besonders vertraute man ihm die Beilegung der Streitigkeiten zwischen demKönig von Eieilien und Alfons von Aragonien, zwischen Philipp dem schönenund Eduard I. von England an. Nachdem Cölesiin > . auf Boi ifaz'S Betrieb diepäpstliche Würde (1291) zu Neapel niedergelegt hatte, ward dieser zum Papstegewählt. Er fand Widersprüche von Seiten der CardinäleaitSderFamilie Colonna,und rächte sich dadurch. daß er sie in den Bann that. Seine Einführung warprachtvoll. Die Könige von Ungarn und Licilien hielten den Zügel seines Pferdes,als er sich nach dem Lateran begab; sie bedienten ihn bei der Tafel, die Kronen aufden Häuptern. Indeß war B. in den ersten Versuchen seiner Gewalt nicht glück-lich. Man verweigerte ihni die Lehnsherrlichkeit über Steiften, und trotz sei-nes BannstrahlS wurde Friedrich II. al? König in Sicilien gekrönt. Ebenso we-nig gelang ihm der Versuch, Schiedsrichter zwischen England und Frankreich zuwerden. Eine Menge Bullen, die er deßhalb an den König Philipp den iLchönenvon Frankreich erließ, wurden nicht beachtet, und ebenso wenig der Bann, dener auf der Kirchenversammlung zu Rom (1302) wider ihn aussprach. Von denStanden und der Geistlichkeit Frankreichs unterstützt, vertheidigte Philipp seinekönial. Rechte gegen die Eingriffe des Papstes. Man beschuldigte diesen der Dop-pelzüngigkeit, der Simonie, des Eindringens in sein Amt, der Ketzerei, Un-keuschheit, und faßte den Beschluß, daß er auf einer allgemeinen Kirchenverkamm-lung zu Lyon gerichtet werden solle und abgesetzt werden könne, indem die Nationan den künftigen Papst appelftrte. Philipp ging noch weiter. Er schickte Nogaret

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