Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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86
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86 Bonnay Bonnet (Charles)

Convictorium erhalten. Die Anstalt für Geburtöhülfe wird in ein besonderes Lo-kal verlegt werde». Die Malerarbeiten in der kleinen Aula (u. a. das große alle-gorische Gemalte: die christliche Kirche) werden von einigen Schülern desDirectorsCornelius fortgesetzt. Der königl. Freigebigkeit verdankt die Universität ebenfallsein anatomisches Theater, eine neue Reitschule im Erdgeschosse unter der Biblio-thek, und das neu hergestellte ehemalige Lustschloß in Poppelsdorf , 10 Minu-ten vor der Stadt, welches die zoologischen und mineralogischen Sammlungen ent-hält, und vor dem sich der botanische Garten anmuthig ausbreitet. Daran schließensich die dem ökonomischen Institute bestimmten Gebäude und Ländereien. Für dieSternwarte ist der alte Zoll, ein inDeutschland berühmter Aussichtspunkt, bestimmt.Endlich hat der König eine Sanskritdruckerei unter A. W. v. Schlegel'S Leitunganlegen lassen. Unter desselben Gelehrten Verwaltung steht auch das durch Nach-grabungen sehr angewachsene Museum deutscher und römischer Alterthümer. Überein in 5 Facultäten wirksames Lehrerpersonal von mehr als 50 Professoren undDocenten, sowie über die Ausbildung der einzelnen Institute, gibt das „Jahrbuchder preuß. Rhein-Universität" (Bonn , 4 Hefte) Auskunft. Wie für das Be-dürfiiiß und die Auftnunterung der Studirenden durch Stipendien, Freitische,Preisaufgaben im Allgemeinen gesorgt ist, so ist eine besondere Aufmerksamkeitund freigebige Vorsorge den zur Ausbildung künftiger Lehrer und Gelehrten be-stimmten Übungsanstalten und Pflanzschuleii gewidmet. Da? evangelisch - theolo-gische Seminarium, von den Professoren Augusti, Gieseler, das katholisch-theologische, von dem Professor Gratz geleitet, und das philologische Seminarium,unter Leitung der Professoren Heinrich und Näke, blühen und bringen Früchte.Außerdem sind Namen, wie Hermes und Scholz in der katholisch-theologischenFaeultät, Mackeldcy, Hasse in der juristischen, v. Walther, Harleß, Nasse,Mayer in der medicinischen, A. W. v. Ltchlegel, Hüllmann, Welcker, v. Mün-chow, Nees von Esenbeck, Goldsiiß, Diesterweg, Delbrück , Freitag, Nöggerathin den verschiedenen Zweigen der philosophischen Faeultät, durch schriftstellerischeWerke hinlänglich bekannt. Auch Niebuhr ist in Bonn durch akadem. Vorlesun-gen thätig. Die Anstrengungen der Regierung, alle Hülfsmittel des Unter-richt? hier zu versammeln, verbunden mit den Annehmlichkeiten des Orts undSchönheiten der Gegend, haben ungeachtet der hohen Preise des Unterhalts denzu erwartenden Erfolg gehabt. Im Winterhalbjahr 1826 zählte man in B.931 Studirende, darunter 110 Ausländer.

B o n n a v (Marguis de), trat als Adelsdeputirter au? der Provinz Niver-nois in den franz. Generalstaaten beim Anfange der Revolution auf. Am 14. Juli1790 leistete er zuerst den Bürgereid. Er folgte dem verst. König Ludwig XVIII. ,als dieser auswanderte, und war sein Hauptrathgebcr, so lange derselbe ln War-schau residirie. 1814 wurde er Pair und Gesandter in Kopenhagen und nachherin Berlin . Heftig trat er in der Pairskammer 1816 wider die Deputirtenkammerauf, indem er solche beschuldigte, das Verfahren der Minister in der reinen Voll-ziehung der Gesetze aufzuhalten. Bisweilen huldigt dieser Pair auch der Dicht-kunst, z. B. in seiner gegen Pethion und Charles Lameth gerichteten Satyre:„l.a prise clc« -Vnnonclacles".

Bonnet (Charles), Naturforscher und Philosoph, geb. zu Genf 1720.Das Lesen des „Schauplatzes der Natur" von Pluche und der „Gesch. der Insekten"von Röaumur entschied die Neigung des Jünglings. Er vertauschte das Studiumder Rechtswissenschaften mit der Naturgeschichte. Durch seine erste Abhandlungüber die Blattläuse, worin er bewies, daß sich dieselben ohne Begattung vermeh-ren, ward er im 20. Jahre Correspondent der Akademie der Wissenschaften in Paris .Bald darauf nahm er an den Arbeiten und Entdeckungen Trembley's über die Poly-pen Theil und machte anziehende Beobachtungen über das Athemholen der Raupen