Bonnrt (Advocat) Bonneval 81
und Schmetterlinge, und über den Bau des Bandwurms. Ein lebhafter Brief-wechsel mit vielen in - und ausländischen Gelehrten und eine zu anhaltende Beharr-lichkeit bei der Arbeit entzündeten feine Augen und hinderten ihn über 2 Jahre an»Schreiben. Sein immer thätiger Geist benutzte diese Ruhe, um über die O.uelleder Ideen, die Natur der Seele und über die Geheimnisse der Metaphysik nachzu-denken. 1752 ward er Mitglied des großen Raths seiner Vaterstadt, und bliebin demselben bis 1768. Nachdem er seinem Daterlande in der öffencl. Verwal-tung mit Nutzen gedient hatte, zog er sich auf sein Landgut Genthod , am Uferdes genfer Sees, zurück, wo er mit seiner liebenswürdigen Gattin ein eingezogenes,der Natur, dein Umgänge mit in - und ausländischen Gelehrten und seiner ausge-breiteten Corrcspondenz gewidmetes Leben führte, bis er den 20. Mai 1793 starb.B. war ein feiner, genauer Beobachter der Natur. Er zog religiöse Betrachtun-gen in das Studium der Natur, und daraus nützliche Folgen für das Leben. Inseiner Psychologie herrschen materialistische Ansichten, z. B. die Ableitung allerVorstellungen von der Bewegung der Nervenfibern. Von s. naturhist. und Philo-soph. Werken gibt es 2 Sammlungen, die eine von 9 O.uart-, die andre von 18Octavbdn. (Neufchatel 1779). Fast alle sind auch inü Deutsche übersetzt. Dieberühmtesten sind: „'l'ridlü d'inreelnlo^ic"; „liealierobci «ur l' ne.'i^c de5teuiller duns les zduntes"; „LonsidoialinnH »ui le» ce»^< organisez"; „t.e»i-tvmzdation dc In imtuie",- „bre.-d li^iio «ui le; OiLuIler do 1'ame";„ichlinpchnczie pldloznzddgiie" und „brr.ii do p^olioln^io".
Bonnet, Advoeat und Iläminder (Vorstand) dieser Classe von Geschäfts-männern in Paris . Während der Revolution beeiferte er sich, viele Unglückliche,welche vor das Revolutionstribunal geschleppt wurden, zu vertheidigen. Glän-zende Rednertalente zeigte er in seiner Vertheidigung des Generals Moreau. Inspäterer Zeit warf man ihm vor, daß er gegen die Leidenschaften und gegen dieRache der franz. Vtaatsanwälte, besonders seit 1815, zu nachgiebig gewordensei, indem er sich zu sehr den Wünschen des Generalprocureurs Bella, t hingebe.Wir glauben indeß, daß ihm durch solche Vorwürfe zu viel geschieht, da er bekannt-lich vor fast 30 Jahren Leben und Freiheit wagte, um Angeschuldigte zu retten.Richtiger ist, daß B. jetzt der äußersten rechten Seite m der Dcputirtenkammerangehört und dadurch seine Popularität verloren hat.
Bonnet, in der Fortificakion, eine Erhöhung der Brustwehr an den a„S-springenden Winkeln einer Feldschanze oder eines Festungswerks, welche denZweck hak, das Enfiliren der Front, an deren Ente sie liegt, zu hindern. DieBonners erfüllen diesen Zweck indessen nur zum Theil und haben, wenigstens beiFeldwerken, den Nachtheil, daß die zu ihrer Vertheidigung bestimmte Mannschastwegen der zugleich nörbigc» Erhöhung des Bang uet (s. d.) dem Flankeiifeuermehr ausgesetzt ist: ein Übelstand, der bei Festungswerken, die, wenn sie richtigangelegt sind, nie von der Ruckenseite aus in die Flanke genommen werdenkönnen, von selbst wegfällt. 32.
Bonneval (Claudius Alexander, Graf von), oder Achmcl Pascha,aus einer angesehenen franz. Familie, geb. 1672 zu Couzsac im Limonsi». kamim 16. Jahre zur adeligen Leibgarde des Königs, zeigte aber einen ausschweifendenHang zu sinnlichen Vergnügungen. Im Kriege lernte man ihn als einen talent-vollen und glücklichen Parteigänger kennen; Jeder folgte ihm gern, wenn er einenStreifzug unternahm; besonders genoß er der Achtung des Marschalls von Luxem-burg . Nach deni rvswicker Frieden überließ er sich einem zügellosen Leben, sprachöfters gegen Hof und Religion, und machte sich viele Feinde. Beim Ausbluchdes span. Erbfolgekrieges 1701 erhielt er die Erlaubniß, ein Regiment anzuwer-ben, mit dem er als Oberster nach Italien ging und sich jetzt wieder durch Tapfer-keit, aber auch durch Ausschweifungen auszeichnete. Wegen der aus Geldmangel