Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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Bonneval

von ihm trübten Eispressungen schlug ihm der ftanz. Kriegsminister weitere Beför-derung ab; er brach daher in die heftigsten Äußerungen gegen den Minister und dieMaintenon aus und federte, als er einem Verhastsbefehle durch schleunige Fluchtentgangen war, seinen Abschied. Er lebte an mehren deutsche» Hefen. DurchFürsprache des kaiserl. Geschäftsträgers Tunekti in Rom und dessen Gönner, denberühmten Prinzen Eugen, ward er 1106 als Generalmajor angestellt, fochtunter Eugen gegen sein Vaterland und drang 1108 in den Kirchenstaat vor.Bei dem 1114 zu Rastadt abgeschlossenen Frieden ward durch Eugens Vermute-lung der gegen B-, als Hochverräther, verhängte Proceß niedergeschlagen und ihmdie Rückgabe seiner Güter bewilligt; doch konnte er dieselben, da sie sein Bru-der jetzt besaß, trotz eines langen Processes, nicht zurückerhalten. Bei dem 1116ausgebrochenen Kriege zwischen Östreich und den Türken kämpfte B., kurz zu-vor zum Feldmarschalllieut. der Infanterie ernannt, in der für Östreich glorrei-chen Schlacht bei Peterwardein (5. Aug. 1116) mit großer Tapferkeit, ging, nach-dem er auch an der Eroberung von Temeswar Theil genommen hatte, wahrendsein Regiment die Winterquartiere bezog, nach Wien , und sobald es seine Wun-den erlaubten, nach Paris , wo er mit vieler Achtung ausgenommen wurde. NachAbschluß des Friedens von Passarowih (21. Inli 1118) erhielt B. die «teileeines Hofkriegsraths in Wien ; aber Leichtsinn, Sinnlichkeit, Hang zu Spötte-reien und die Anmaßung, sich in Eugens häusliche Angelegenheiten zu mischen,waren Ursache, daß dieser, um ihn zu entfernen, 1123 seine Anstellung als Ge-neralfeltzeugmeister in den Niederlanden bewirkte. B. reiste zwar nach Brüssel ,war aber voll Rachsucht gegen Eugen, die er dadurch äußerte, daß er gegen desPrinzen Günstling, den Marguis von Prie, UnterstakthaG>'r in den Nieder-landen, häufige Klagen nach Wien sandte. Es gelang imn indeß so wenig,denselben zu stürzen, daß vielmehr der Marquis, der seinerseits auch nicht mü-ßig gewesen war, den Befehl erhielt, sich seiner Person zu bemächtigen und ihnauf die Citadelle von Antwerpen bringen zu lassen. B. ward hierauf angewie-sen, sich in Wien zu steilen und Rechenscbast zu geben; er ging, dem Befehlezuwider, zuerst nach dein Haag, wo er fast einen Monat blieb und mit dem spa-nischen und franz. Gesandten in Verbindung trat. Dies halte zur Folge, daßB., noch ehe er Wien erreichte, auf das Schloß Lpielberg bei Brünn gebracht,ihn: der Proc-'ß gemacht und durch den HofkriegSrath das Leben abgesprochenwurde, welches Urtheil der Kaiser dahin änderte, daß er ein Jahr lang aufdem Spielberg in Verhaft blieb. Dann ward er unter der Bedingung, nie wie-der einen Fuß ausdeutschen Boden zu setzen, über die tiroler Grenze geb,acht; erbegab sich von Venedig nach Konstantinopel . Da ihm der Ruf seiner Thatensowol als die Erzählung, wie menschenfreundlich er einst die gefangenen Türkenbehandelt habe, vorausging, nahm man ihn sehr gütig auf. Voni Großvezierersucht, seinen Übertritt zur mohammedanischen Religion zu beschleunigen, weiler dann erst zu einer öffentliche» '.Audienz bei dem Großsultan gelangen könne,willigte B., der schon jetzt eine ansehnliche Summe zu seinem Unterhalte erhielt,in eine Religionsveränderung. Er erhielt vom Mufti Religionsunterricht, un-terwarf sich der Deschneidung und empfing den Namen Ächmet Pascha; seinjährl. Einkommen betrug fast 12,000 Thlr. Des müßigen Lebens überdrüssig,bewarb er sich um die «teile eines Commandanten in einer türkischen Festung;allein der Großvezier hinkerwieb seine Anstellung, und erst nach dessen Tode wardB. von dem neuen Großvezier zum Befehlshaber der Bombardirer ernannt, inwelcher «teile er die Artillerie des Großsulkans zu verbessern suchte. Hierauf alleinbeschrankten ihn die Eifersucht mächtiger Paschen , die Unentschlossenheit des «ul-lans Mohammed V. und die Abneigung der türkischen Truppen gegen alle Einrich-tungen der europäische» Kriegszucht, so nützlich er bei seinen! Hasse gegen Östreich