Bordeaux-Weine Borghese (Familie) S5
wieder an Frankreich . 1548 empörte sich die Stadt wegen Einführung der Salz-,taxe, und der Gouverneur de Morems ward ermordet, wofür der Connetable vonMontmorency an den Bewohnern strenge Rache nahm. Wahrend der Revolutionward es als Hauptsitz der Girondisten von den Wchreckensmännern fast wie Lyon und Marseille verheert. Der Druck des Continentalsystems, dem der Handel vonBordeaux unterlag, machte die Einwohner der Napoleonischen Regierung abge-neigt, weshalb sie sich am 12. März 1814 unter allen Franzosen zuerst für dasHaus Bourbon erklärten. Der römische Dichter AusoniuS war von Bordeaux .Montaigne und Montesquieu sind aus der Umgegend gebürtig; der Letztere liegtdort in der St.-.Bernhardskirche begraben.
Bordeau x-W eine werden nicht allein die im Bezirke der Stadt Bor-deaux gewonnenen, sondern überhaupt die in der Provinz Guyenne wachsendenWeine genannt. Die bekanntesten rothen sind: Margeaux, Haut-Brion, Graves,Medoc, Loignon, Pontacic.; der letztere ist der vorzüglichste und theuerste. Unterdenweißenerwähnen wir denGraves als den kostbarsten, Blaye und Bourg, Rion,Serons, Fargues w. Unter den GraveS-Weinen sind die gesuchtesten die von Haut-Brion, Merignac , Pcssac, Loignon rc.; unter den Medoc-Sorten die von Lasttte,Latour und Margeaux. Fast alle Bordeaux-Weine sollen einige Zurichtung brau-chen, damit sie verfahren werden können. Manche müssen 4—6 Jahre liegen, bissie die gehörige Güte bekommen. Unter dem Namen Bordeaux-Weine begreiftman noch verschiedene hochländische Weine, als den Gaillac, Bergerac , St.-Foi,Frontignac, Cahors und Muscateller von BeziereS. Bordeaux führt viele ver-schnittene Weine aus dem östlichen Südfrankreich aus, die auf dem Canal vonLanguedoc nach Bordeaux gelangen. Sie machen den wichtigsten Zweig des franz.Weinhandels auS; denn man rechnet, daß selbst in mittelmäßigen Zähren über200,000 Oxhoft im Ganzen aus dem Lande gehen.
Bordone (Paris), ein berühmter, der venetianischen Schule angehörigerMaler, geb. zu Trevigi wahrscheinlich 1500, gest. 1570. Er gab das Studiumder Wissenschaften auf, um unter Titian sich zum Maler zu bilden. Die Ent-wickelung seines Talents machte schnelle Fortschritte. Die Ausführung vieler Auf-träge für seine Vaterstadt und für Venedig verbreiteten seinen Ruhm bis nachFrankreich , wohin er vom Könige eingeladen wurde. Die dresdner und wienerGalerien besitzen Mehres von ihm. Sein berühmtestes Bild ist der alte Gondolier,der dem Dogen einen Ring überreicht; es ist in Öl gemalt und jetzt wieder in Ve-nedig zu sehen.
B o r e a S, der Nordwind, welcher von den Griechen als eine Gottheit, inThrazien wohnend, verehrt und mit Flügeln abgebildet wurde, die nebst denHaupt-und Barkhaaren voll Schneeflocken waren; statt der Füße hat er Schlangen-schwänze, und mit dem Schweife, den er von seinem Kleide nachschleppte, regteer Staubwolken auf. Die Alten erzählten von dem Boreas , den sie einen Sohndes Astreus und der Aurora nennen, daß er, als Apollo und sein Liebling Hvacin-khus im Scheibenwersen wetteiferten, auf den Apoll eifersüchtig, dessen Wurf-scheibe so geleitet habe, daß sie den Jüngling an das Haupt traf, wovon er todtniedersank. Mit der Orithyia, des ErechtheuS von Athen Tochter, die er geraubt,zeugte er die Kleopatra und Chione, den Kalais und Zetes, welche Letztere dem Ar-gonautenzuge beiwohnten.— Borealisch, nördlich, mitternächtlich.
Borghese, eine römische Familie, welche aus Siena stammt. In dieserRepublik bekleidete sie seit der Mitte des 15. Jahrh, die höchsten Ämter. PapstPaul V. , der zu diesem Geschlechte gehörte und 1605 den päpstl. Stuhl bestieg,überhäufte seine Verwandten mit Ansehen und Reichthum; er ernannte 1607seinen Bruder Francesco Borghese zum Anführer der Truppen, die er zur Auf-rechthaltung der päpstl. Rechte gegen Venedig schickte; er verlieh das Fürstenth.