96 Borghese (Camillo) Borghese (Marie Pauline )
Sulmone an Marco ?lnt. Borghese, den Sohn seines Bruders Giovanni Battista,sicherte ihm ein Eink. von 200,000 Thlrn. zn und wirkte ihm den Titel einesGranden von Lpanien aus. Einen andern seiner Neffen, Scipione Caffarelli, er-,hob er zum Cardinal und ließ ihn d. N. Borghese annehmen. Bon Ndarco Ant.Borghese, Fürsten von Eulmone, stanimt die reiche Familie der Dorghese, welchein dem Fürsten Camillo Borghese und dessen Bruder forcblüht. (S. auchCenc i.)
Borghese (Camillo, Philipp Ludwig, Fürst), vormal. Herzog von Gua-stalla, ikalien. Prinz, Prinz von Frankreich :c., geb. den 19. Juli 1175 zu Rom ,Sohn des Marco Antonio B. Als die Franzosen in Italien eindrangen, nahm erDienste in ihrem Heere, zeigte viel Anhänglichkeit an Frankreichs Sache, insbeson-dere an den General Bonaparte, kam 1803 nach Paris und heirathete Napoleons zweite Schwester, Pauline, Witwe des Gen. Leclerc. 1801 ward er fran;. Prinzund Großkreuz der Ehrenlegion, und beim Ausbruch des Krieges gegen Östreich,1805, Escadronschef in der kaiserl. Garde. kVach Beendigung desselben erhielt seineGemahlin das Fürstemhum Guastalla, und er ward zum Herzog von Guastalla er-hoben. Nachdem er den Feldzug von 1806 gegen die Preußen und Russen mitge-macht, und darauf nach Warschau geschickt worden, um die Polen zu einem Auf-stande vorzubereiten, ernannte ihn der Kaiser zum Generalgouverneur der Provin-zen jenseits der Alpen. Als solcher hielt er s. Hofstaat i» Turin und machte sich beiden Piemontesei» beliebt. Eeik Napoleons Thronentsagung hob er alle Verbindungmit der Familie Bonaparte auf und trennte sich von s. Gemahlin. Der Fürst hatteder franz. Regierung für die Eumme von 8 Mill. Fr. 322 Kunstwerke verkauft,die eine Zierde des u. d. N. der Villa Borghese (f. Rom ) bekannten Pala-stes seiner Vorfahren ausmachten, und unter denen mehre Kunstwerke vom erstenRange waren, z. B. der Borghesische Fechter , der Hermaphrodit, der Silen, dersterbende Seneca, Amor und Psyche-c. Bonaparte hatte die Kauffumme in Na-tionalgütern in Piemoni geleistet, welche 1815 der König von Sardinien in Be-schlag nahm; zugleich bekam der Fürst in Folge des zweiten EinrückenS der Ver-bündeten einen Theil jener Kunstfchähe zurück. Er lebt in Florenz , nachdem erLucedio in ^ avore» 1818 für 3 Mill. LivreS verkauft hat. Im Königreiche Nea-pel besitzt er die Fürsteiithümer Sulmona und Rossano. Er ist einer der reichstenitalien. Fürsten. Während seines Aufenthalts in Rom , 1826, behandelte ihnLeo.XII.mit großer Auszeichnung, und man erwartete von ihm die Stiftung from-mer Anstalten. Ihn beerbt sein Bruder, der Prinz Franz Borghese -Aldo-brandini, geb. zu Rom 1177, stanz. General.
Dorghese (Marie Pauline, Fürstin), geb. Bonaparte, Napoleons zweiteSchwester, gcb. zu Ajaccio den 20. Oct. 1780, begab sich, als die Engländer 1793Corsica besetzten, nach Marseille , wo sie den Conventsdeputirte» Fröron (L7ohndes durch Voltaire in Ruf gekommenen Kritikers) zu hcirathen im Begriff war,als eine andre Frau dessen Hand in Anspruch nahm. Die schöne Pauline sollte nunden General Duphot heirarhen, der späterhin zu Rom , im Dec. 1797, ermordetwurde: allein sie gab aus eigner Wahl ihre Hand zu Mailand dem General Leclerc,der 1795 Chef des Generalstabcs der Division zu Marseille gewesen war und sichin sie verliebt hatte. Als Leclerc mit der Macht eines Generalcapitains nach >Lt.-Domingo geschickt wurde, befahl ihr Napoleon , mit ihrem Sohne ihre» Gemahldahin zu begleiten. Sie schiffte sich im Dec. 1801 zu Brest ein, und die Dichterauf dem Admiralfchiffe, der Ocean, besangen die schöne Frau mit ihrem nicht min-der schönen Knaben, als die Galathea der Griechen, als die Von,, n,mi,>.->. Inder Folge ließ sie sich von Canova in Rom in Marmor abbilden: ein dein Künstlergelungenes, treues Naturbild der Göttin der Schönheit. Sie war nicht mindermuthvoll und entschlossen. Denn als die Neger unter Christoph die Capstadt, wo