Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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Borgia (Cesare ) V7

sie wohnte, stül-mten, und Leclerc, der die Andringenden nicht länger zurücker-halten vermochte, Frau und Kind auf ein Schiff zu bringen befahl, konnte sie nurniit Gewalt dahin geschafft werden. Nach dem Tode ihres Gemahls (den 23. Nov.1802) vermählte sie sich zu Morfontaine den 6. Nov. 1803 mit dem Fürsten Ca-millo Borg Hefe (s. d.). Ihr Sohn starb bald darauf zu Rom. Mit Napole-on , der sie zärtlich liebte, veruneinigte und versöhnte sie sich unaufhörlich, dennsie wollte sich nicht immer in die Launen seiner Politik fügen. Daher trotzte sie oftseinem Willen von Neuilly aus, wo sie zurückgezogen, aber sehr angenehm lebte.Doch selbst dieser Stolz, mit dem sie von ihm federte, was ihre Geschwister sicherbaten, machte sie dem Bruder nur um so anziehender. Als sie sich aber einmalgegen die Kaiserin, zu der sie keine Zuneigung gefaßt hatte, vergaß, mußte sieden Hof meiden. Sie war noch i» Ungnade, als Napoleon 1811 vom Thronestieg, und befand sich eben in Nizza ; allein sogleich handelte sie ganz als zärtlicheSchwester. Statt ihren Palast in Roni zu beziehen, begab sie sich zu ihrem Bru-der nach Elba und machte die Vermittlerin zwischen ihm und den übrigen Gliedernihrer Familie. Als Napoleon in Frankreich gelandet war, ging sie nach Neapel zu ihrer Schwester Karoline, hierauf nach Rom . Vor der Wchlacht bei Waterloosandte sie ihrem Bruder zur freien Verfügung alle ihre Diamanten, die von großemWerthe waren. Sie befanden sich mit in Napoleons Wagen, der nach jenerSchlacht erbeutet und in London öffentlich gezeigt wurde. Napoleon hatte die Ab-sicht , seiner Schwester den Schmuck zurückzusenden. Diese lebte hierauf, vonihrem Gemahle getrennt, zu Rom , wo sie einen Theil des Palastes Borghese,den ihr Gemahl ihr überlassen hatte, bewohnte, und seit 1816 die Villa Wciarrabesaß. Ihr Haus, worin Geschmack und Kunstsinn herrschten, war der Vor-sanünlungsort des glänzendsten Kreises in Rom . Wie sah oft ihre Mutter, ihreBrüder Lucian und Louis und ihren Onkel Fesch. Als sie von ihres Bruders Na-poleon Krankheit hörte, suchte sie wiederholt um die Erlaubniß nach, sich zu ihmnach St.-Helena begeben zu dürfen. Endlich erhielt sie, was sie wünschte, alsdie Nachricht von seinem Tode eintraf. Sie starb am 9. Juni 1825 zu Florenz .Außer vielen Vermächtnissen und einer Stiftung, von deren Zinsen 2 jungeLeute aus Ajaccio Medicin und Chirurgie studiren sollen, sehte sie ihre Brüder,den Grafen vonSt.-Leu und den Fürsten von Montsort, zu Erbe» ein. Ihrganzer Nachlaß betrug an 2 Mill. Fr.

Borgia (Cesare ), zweiter natürlicher Sohn des nachmaligen PapstesAlexander VI. und einer römischen Danie, Vanozza . Zu einer Zeit, wo jenerHof eine Schule der Falschheit und Sittenlosigkeit war, und weder Verträge nochEide Sicherheit gewährten, brachte er das Unrecht in ein System. Andre Fürstenhaben mehr Blut vergossen, schrecklichere Rache geübt; gleichwol ist sein Namemit euier größer» Wchande gebrandmarkt, denn bei B. war Alles besonneneÜberlegung. Das Heiligste gebrauchte er nacbWillkürzu Erlangung seiner Zwecke.Sein Vater, der 1192 Papst geworden war, bekleidete ihn mit dem Purpur.Als Karl VUI. von Frankreich in Rom einzog, mußte Alexander mit ihm unter-handeln und gab Cäsar B. zum Unterpfande seiner Treue; allein dieser entwichnach wenig Tagen aus dem Lager des Königs. Alexander verlieh seinem ältestenSohne, der von dem Könige von Spanien das Herzogihum Gandia erhalten hatte,1497 das Herzogthum Benevent nebst den Grafschaften Terracina und Ponte-Corvo. Cäsar war darüber eifersüchtig, und als der Herzog von Gandia 8 Tagenach der Investitur ermordet ward, klagte die öffentliche Meinung seinen BruderCäsar des Mordes an. Sein Vater erlaubte ihm, den Purpur abzulegen, umsich dem Kriegsstande zu widmen , und schickte ihn nach Frankreich , um Lud-wig Xll. die erbetene Scheidungs-und Dispensationsbulle zu überbringen. Lud-wig belohnte B. für die Willfährigkeit seines Vaters mit dem Herzogthum Valen-Eviiomativtts -Lexico». Bd. II. 1