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Zweiter Band. Bo bis C.
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Borgia (Stefano)

tinois, ei8er-Leibwache von 100 Mann und jähr!. 20,000 Livres, und vorsprachihm Untersuchung bei seinen EroberungSentwürfen. Cäsar vermählte sich 1109mit einer Tochter des .Königs Johann von Vavarra und begleitete Ludwig XII. nach Italien . Zuerst unternahin er die Eroberung von Romagna, verjagte dierechtmäßigen Besitzer des Landes, ließ sie zum Theil meineidigerweise ermordenund sich 1501 von seinem Vater zum Herzoge von Romagna ernennen. In dein;selben Jahre entriß er Jakob von Appiano das Fürsienthum Piombino ; auch ver-suchte er, >ed 0 ch vergebens, sich zum Herzog von Bologna und Florenz zu machen.1502 kündigte er an, daß er Camerino angreife» wolle, und federte dazu Soldatenund Geschütz von Guidobald von Montefeiiro, Herzog von Urbino . Aus Gehor-sam gegen den heiligen Stuhl schickte dieser ihm, was er verlangte, und B. be-mächtigte sich dafür des ganzen Herzogthums Urbino . Camerino ward mitSturm genommen, und Julius von Barona, der Herr der Stadt, nebst seinenbeiden Söhnen, auf B.'s Befehl erdrosselt. Dieses Schicksal bereitete er Alle»,die er beraubte; die ihm nicht in die Hände sielen, verfolgte er mit Gift unksIöfch.Unterdessen hatte» sich alle kleine Fürsten verbunden und zu ihrer VertheidigungSoldaten gesammelt; aber Casar B. wußte sie theils durch 3000 Schweizer , dieer nach Italien berief, in Furcht zu setzen, theils durch vortheilhafte Ancrbietun-gen zu gewinnen. So trennte er ihren Bund, bemächtigte sich ihrer Länder, undsah keni Hinderniß mehr, von seinem Vater zum König von Romagna, der Markund Umbrun erhoben zu werden, als am 17. Aug. 1503 Alexander Vl. starb.Zugleich befiel Cäsar B. eine schwere Krankheit zu derselben Zeit, wo seine ganzeThätigkeit und Geistesgegenwart nöthig war. Zwar wußte er sich der Schaueseines Vaters zu bemächtigen, versammelte seine Truppen in Rom und knüpftesei» Büntniß mit Frankreich noch enger, aber allenthalben standen seine Feindewider ihn auf; einer der erbittertsten war der neue Papst Julius I I. B. wardverbaftec und nach Spanien gekrackt, wo er 2 Iabre lang in Gefangenschaftblieb. Er entfloh endlich zu seinem Schwager, dem König von Mavarra, zog mitdiesem in den Krieg gegen Castilien , und ward den 12. März 1.>07 durch einenSchuß vor dem Schlosse von Biano getödtet. Cäsar B. war mäßig und nüch-tern, liebte und beschützte die Wissenschaften, mochle Verse und besaß eine so ge-wandte Beredrsamkeit, daß er selbst Diejenigen verführte, die gegen seine Täu-schung am meisten auf der Hut zu sein glaubten. Macchiavelli schildert in seinemden Cäsar Borgia .

Borgia (Srefano), Cardinal , Vorsteher der Propaganda, einer der edel-sten Beschützer der Wissenschaften im 13. Jahrh., war den 3. Dec. 1731 zu Velle-tri geboren und erhielt seine erste Erziehung bei seinem Oheim, Alessandro Borgia ,Erzbischos von Fermo . In einem Alter von 19 I. ward er Mitglied der etruskischenAkademie zu Crotona »nd begann zu Vellciri ein Museum von Alterthümern zusammeln, das mit der Zeit vielleicht die reichste Privatsammlung dieser Art wurde.Bencdiek X I V. ernannte ihn 1759 zum Gouverneur von Benevent und 1770 zumSecretair der Propaganda. Dies Amt, das er 18 Jahre verwaltete, brachte ihnin Verbindung mit den in allen Weltgegenden zerstreuten Missionarien, und erbenutzte dieselbe zur Bereicherung seiner Sammlung von Handschriften, Münzen,Statuen, Götzenbilder» und sonstigen Denkmälern. Pius Vl. ernannte ihn 1789zum Cardinal und zugleich zum Oberaufseher der Findelkinder. In diesem Amteerwarb er sich durch seine Nachahmungswerthen Einrichtungen große Verdienste.Als der von Frankreich ausgegangene Revolutionsgeist 1797 sich auch deni Kir-chenstaate mittheilte, legte PiuS ^ I. die Dietatur von Rom in die Hände B.'Sund gesellte ikm noch 2 Kardinäle zu. 'Als aber bei der Erscheinung der Franzö-sin vor den Thoren Roms (15. Febr. 1798) der Papst sich entfernt, und dieVolkSpartci die Oberhand gewonnen hatte, ward der Cardinal B. verhaftet