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Zweiter Band. Bo bis C.
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BorodinO

fand, sond-'rn zuweilen sogar Diamanten mir sich; wahrscheinlich ist Bornes da»reickste Goldland der Erde. Perlen und Perlmutter werden häufig an den Küstengefunden. — Pfeffer wird in Menge hervorgebracht; der CampherhauiiN'on Bor-nes liefert diese» Gummi in vorzüglicher Güte. Viele Küstengcgenden sind reichan dauerhaftem und schlankgewachsenem ^chiffbauholze. starke» Hornvieh findetsich im nördlichen Theile des Lande», und zahlreiche Heerde» von Rothwild undwilden Schweinen durchstreifen die grasreichen Ebenen. Das merkwürdigste vier-füßige Thier ist der hier einheimische Orang-Outang. Die Schwalbenart, derenNester gegessen werden, und der Paradiesvogel finden sich lang» den Küsten desLandes. Die Ureinwohner von B., eine Negerart, bewohnen das Inneredes Landes, und die Benennung Eidabaner, HorafuraS, Maruht», PapuanSu. a. m. scheinen die unter mancherlei Oberhäuptern stehenden Stämme des näm-lichen Volks zu bezeichnen. Alle stehen auf einer niedrigen Stufe der Bildung.Blutrache und Mord des Beleidigers sind Ehrenpunkte für den waffenfähige»Plann. Es ist Sitte, am Grabe eines angesehenen Mannes einen oder mehreSklaven zu schlachten. Die Mündungen der Flüsse werden von den Badschus be-wohnt, die oft ohne festen Wohnplatz mit ihren kleinen Fahrzeugen von Ort zuOrt dem reichern Fischfänge nachziehen. An den südlichen Flußmündungen lebtunter dem Namen der Isalams ein schwarzgelber, kleiner, träger, mohammeda-nischer Velkerstamm, unter dem sich jedoch geschickte Arbeiter in Gold, Silberund Holz finden. Des Handels und Bergbaues wegen halten sich auf Bornes an200,000 Chinesen auf. Die durch das ganze indische Meer zerstreuten Malaienhaben hier Staaten gestiftet, z. B. Bornes, Samba», Hermatha, Sukkadana,Landak, Banjermassing u. s. w. Vor alter Zeit mag sich das Reich von Bornesüber die ganze Insel und einen Theil der Philippinen, namentlich Sulu und Ma-ghindanao, erstreckt haben; die Beherrscher sollen von chinesischer Abkunft gewesensein. — 1621 kamen die Portugiesen hieher, dursten sich aber erst 1690 zu Ban-jermassing niederlassen, wovon sie bald durch Verrath und Mord wieder vertriebenwurden. Die Versuche der Engländer 1102 und 1111, hier eine Niederlassungzu bilden , waren vergeblich. Nur den Holländern gelang es, mit dem Fürstenvon Banjermassing einen Handelsvertrag zuschließen, 1613 ein Fort und eineFaetorei bei dem Dorfe TatiS, und 1118 eine zweite zu Pontianak und seitdemmehre zu errichten. 1823 haben sie sich einige bisher unabhängige Staaten derMalaien unterworfen und sind dadurch die Herren der östl. Grenze des -LiaatSvon Banjermassing bis zu dcrnördl. Grenze von Sambasgeworden; dieses Gebietenthält alle Gold - und Diamantgruben der Insel. — Auf der Nordwestseite derInsel liegt die StadtBorneo an einem beständig mit Fahrzeugen bedeckten Flusse(111° 11' O. L. von Grecnwich, 4° 56'S. B.). der Wohnort des LulianS,dem mehre Fürsten lehnSpfljchtig sind, und hat 3000 theils auf Pfählen erhöhte,theils auf Flößen errichtete Häuser. Da der Boden sehr sumpfig ist, so findet diemeiste Verbindung mittelst kleiner Canäle statt, welche die Stadt nach allen Rich-tungen durchkreuzen. Die Wochemnärkte werden auf dein Wasser gehalten undhaben deßhalb keinen festen Platz; das Gewimmel der Käufer und Verkäufer inihren kleinen Böten ist heute hier, morgen dort. — Die Ausfuhrartikel von Bor-nes sind Gold, Pfeffer, Muskatnüsse, Ebenholz, Campher, spanisches Rohr,Bambusstöcke, wohlriechende Harze, Benzol- und indische Vogelnester. Die See-räuber von den nördlich liegenden Suluinseln beunruhigen einen großen Theil derKüsten von Bornes. Die jetzt sehr thätige niederländ. Regierung ist beflissen, diegesunden und mit reichem Pflanzenwuchs bedeckten Landungspunkte in der -Nach-barschaft durch Militairposten zum Schutz des Handels ihrer Nation zu decken.Fast alle Producte B.'S werden an die Chinesen verkauft.

Borodino, s. Moskwa (Schiacht an der).