Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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Borromeo

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Borromäische Inseln

BorromLische Inseln (wegen der vielen dort befindlichen Kanin-chen 1s,>Ie >lci evnipfli), 4 kleine Inseln im Lago Maggiore, in Oberitalien , der INMeilen lang lind 14 Meile breit ist, und dessen größerer Theil zu Piemont , derkleinere zu dem lombardischen Königreiche gehört. Die Ufer dieses Sees bildet einschönes Hügelland mit vielen Ortschaften, Landhäusern, Weinbergen, Gärtenund Kastauienwäldchen. Die Inseln haben ihren Namen von der Familie Borro-meo, welche seit Jahrhunderten im Besitze der reichsten Ländereien in der Nähe desLago Maggiore war. Bitaliano Borromeo ließ 1671 auf 3 nackte Felsen i» die-sem See Gartenerde auffahre» und Terrassen ausmauern. So entstanden die Isolabella, Isola madre, l'Isolino und Isola dei Peseatori, wovon die beiden erster,,wegen ihrer reizenden Anlagen berühmt sind. Die mit Fasane» bevölkerte Isolamadre liegt in der Mitte des Sees. Auf 7 Terrassen befinden sich, außer einen.Zum Nutzen eingerichteten Garten, Cypressen, Lorbern, Kastanien und Mvrten.Die Isola bella ist mit Kunstschnörkel überladen. Sie prangt mit einem schönenSchlosse von 4 Stockwerken, das nahe am Ufer liegt und einige Monate von den,Grafen Borromeo belvohnt wird. Durch die Grotte Terrene hängt es nur denGärten zusammen, die im französischen Geschmack und auf 1l> Terrassen, die im-mer sich verkleinernd hinaufiaufen, gepflanzt sind. Das Ganze hat das Ansehe»einer abgestumpften Pyramide, auf deren Spitze ein kolossales Einhorn, das Wap-pen der Borromäer, steht. Pomeranzen -, Citronen - »nd Limonienbäume, zuschönen Hecken verbunden oder zu Lauben sich wölbend, hauchen hier ihre Wohl-gerüche auS; hochstämmige Lorberbäume bilden einen kleinen Hain; man siehtMyrten und Cypressen, nebst Granatbäumen, deren Früchte hier zur Reife ge-langen; denn die Berge, welche den See bekränze», dienen den Inseln zur iLcbntz-mauer gegen die kalten Winde. Doch ist das Klima der Isola madre milder alsdas der Isola bella , indem auf der letzter» die Pomeranzen - und Cikronenbäume ,c.in, Winter durch darüber gedeckte Bretter geschützt, auch sogar bei stärkerer KälteKohlenpfannen darunter gesetzt werden müssen. D,eEinw. der Isola dei Peseatorihandeln mit Fischen nach Mailand und Piemont und treiben Schleichhandel.

D o , r o m e o (Carlo), Graf, aus einer alten mailändischen Familie, geb.den 2. Oet. 1533 zu Arona am Lago maggiore , dem Stammschlosse seiner durchTugend und Gottesfurcht ausgezeichneten Ältern, war schon als zwölfjährigerKnabe Commendaturabt, studiere zu Pavia die Rechtswissenschaft, wurde 1559Doctor und 1569, da der Papst Pins I V. sein Oheim war, nach einander aposto-lischer Protenotar, Referendar, Cardinal und Crzbischof von Mailand . VonJugend an ernst, fromm und streng gegen sich selbst, widmete sich der '—jäh-rige Jüngling den ,h», übertragenen Regierungsgeschäften mit gewissenhaftemEifer. Als Legat über die Romagna, Mark Ancona und Bologna verwalteteer einen großen Theil der Civilregier,mg, als Proteetor von Portugal, der Nie-derlande, der Schweiz, der Franciskaner , Carmeliter und Maltheser mehre wich-tige Zweige der Kirchenregierung des Papstes, der ihn zu seinem Großpönitentiariuserhob und »ickrs Bedeutendes ohne seine Mitwirkung that. Die Wiedereröffnungund den für die päpstliche Monarchie so glücklichen Ausgang des Conciliums zuTrient bewirkte großentheils dieser einflußreiche Neppt, dessen Eifer für eine durch-greifende Verbesserung der Kirchenzucht auch große» Antheil an der Abfassung undAnnahme der wohlthätigen Reformationsdccreie des Conciliums hatte. Die Hei-ligkeit seines Wandels und seine „»ermüdete Berufstreue beschämten den-Ltolz unddie Üppigkeit andrer Cardinäle und brachten ihn in den Verdacht der Heuchelei.Nach dem Tode seines Bruders, 1562. wünschte der Papst selbst seinen Rück-tritt in den weltlichen Stand, um durch ihn die Größe seines Hauses zu befesti-gen; aber B. ließ sich im stillen die Priesterweihe ertheilen, folgte der geistli-! chen Führung des Jesuiten Ribera und verdoppelte die Strenge in seiner Lebensart,