Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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Borroineo

sodast er sogar den Unterhaltungen entsagte, die die profanen Wissenschaften ihmin der von ihm errichteten gelehrten Gesellschaft (vaticanische Nächte genannt) ge-mährt hatten. Bei den Bauten des Papstes mir eigner Einsicht thätig, verwen-dete er einen großen'Theil seiner Einkünfte auf die Verschönerung der unter seinemSchutze stehenden Kirchen. Um die trienterDecrete, die er wörtlich memorirt undnebst einige» Gehülfen in dem von ihm redigirten „(ä-iwaliGii»; >>»»>>»>».", demsvmbolischen Buche der katholischen Kirche , verarbeitet hatte, selbst ins Werk zusehen, hielt er in Mailand 1565 als l.r^tuzl.iiero seine erste Synode, und nachdem Tode des Papstes verstattete ihm dessen Nachfolger, PiuS V. , 1566, die be-ständige Residenz in seiner Metropole. Hier, wo seit 86 Zähren kein Erzbischof ge-genwärtig gewesen und daher die kirchliche Disciplin im ärgsten Verfall war, trat ermit Umsicht und Entschlossenheit als Reformator der Geistlichen, Klöster und Laienauf. Ungeachtet der Hindernisse, die ihm von den Freunden der herrschenden Miß-brauche entgegengesetzt wurden, gelang seiner Klugheit und unermüdeten Thätigkeitdieses schwierige Unternehmen. Am Ende seiner 18jährigen Amksfübrung wardie Diöces von Mailand durch ihre trefflichen Anstalten, verbesserten Sitten undwürdigen Priester allen bischöflichen Sprengeln ein Muster. B. fing die Reformbei feinen Hausgenossen an, die er in frommer Gemeinschaft nach bestimmten Re-geln leben lehrte, errichtete Seminarien für den geistlichen Stand und Schulen fürden 'Adel , brachte die Stifter und Nonnenklöster zur gesetzmäßigen Zucht und stiftetedie Oblaten des heiligen AmbrosiuS, eine Congregation regulirter Weltgeistlichen,denen er nächst den Barnabiten die Leitung der Lehranstalten anvertraute, weil ihmdie anfangs dazu gewählten Jesuiten nicht zusagten. Durch seine bischöfliche AmtS-vcrwaltung, besonders auf seinen VisikationSreisen, gab er selbst das rühmlichsteBeispiel wahrer Hirteutreue. Für diese Anstalten und Verbesserungen bestimmteer von seinen auf 86,060 Ducati steigenden Einkünften 3Vi?ptheile, und begnügtesich, indem er allen übrigen Pfründen entsagte, mit dem Einkommen seines Erzbis-thums. Zu Mailand verschönerte er den Dom und die Feier des Gottesdienstes, zogdas Volk durch gute Prediger und vorzügliche Kirchenmusik in die Kirchen, führteauch unter den Laien strengere Kirchenzuchu ein und sorgte überhaupt für die Wohl-fahrt und ^itilichkeit diesem Stadt, die wenig Gutes besitzt, dessen Stiftung oderVerbesserung sie nicht ihm verdankte. Widerspenstige Geistliche und Mönche, sowiedie auf die Erweiterung seiner bischöflichen Gerichtsbarkeit eifersüchtige spanischeRegierung zu Mailand verfolgten diesen würdigen Prälaten mit Erbitterung. Erwurde wegen Visitation eines epemten Ehorherrnstiftes bei dem Papste verklagt,als Hochverräkher an den kcnial. Rechte» verdächtig gemacht; ja die Vorsteber derHumiliatcn, eines Ordens, dessen Reform er betrieb, gingen in ihrer Wuth soweit, daß einer derselben nach ihm schoß (156L) und ihn verwundete. Die Thäterwurden jedoch bestraft, der Humiliakenorden aufgehoben, die Anklagen der Regie-rung zurückgenommen und seine erzbifchöflichen Rechte mehr als je befestigt. Da-mals bereiste B. die katholische Ltchweiz, 1510, und stiftete zu Mailand das hel-vetische Collegüan zur Bildung tüchtiger Priester, sowie die unter dem Namen desgoldenen Borromäischcn Bundes bekannte Verbindung der 1 katholischen ssantonszu gemeinschaftlicher Vertheidigung ihres Glaubens. Bei der Hungersnoth 1570und während der Pest in Mailand 1576 rettete seine Aufopferung und schnelleAnordnung zweckmäßiger Hülfe einen großen Theil der Bevölkerung dieür Stadt.Auch über die neuen Verhöhnungen von Seiten der spanischen Statthalter siegteendlich (1581) sein beharrlicher Eifer für Ausrechlhaltung guter Sitte und Zucht.So viele Kränkungen und Beschwerden mußten seinen ohnehin durch mönchischeKastcuingen abgemergelten Körper aufreiben. Er starb den 3. Nov. 1581 16 Z.alt. Es fehlte nicht an Wundern auf seinem Grabe, daher 1616 seine Heilig-sprechung erfolgte. Auch ohne diese wird die Nachwelt die Reinheit seines Lebens,