104
Bory - de - Samt - Vincent
nach Verwundung des Prinzen von Hessen-Homburg den Sturm aikf die grlm»maische Vorstadt, und seine Tirailleurs waren die ersten, die in die eigentliche Stadteindrangen. Bei dem Vorrücken Bülow's nach der Schlacht von Leipzig erhielt erden Auftrag, Wesel zu blockiren, vereinigte sich, unterdessen zum Generallieutenanternannt, im Anfang 1814 wieder mit dem dritten Armeecorps, trug am II. Jan.viel zur Entscheidung des Gefechts von Hoogstraten , wobei er leicht verwundetwurde, bei, deckte später die Einschließung von Antwerpen , blieb, als das Bü-bow'sche Corps nach Frankreich vorrückte, mit 8000 M. Infanterie, 1400 Pfer-den und 10 Kanonen, vereint mit den andern in Belgien stehenden deutschen Trup-pen, unter dem Oberbefehl des Herzogs von Weimar bei Tournay zurück, nahm andem Gefechte bei Courtray Antheil, half die Belagerung von Maubeuge decken undvereinigte sich endlich.,»» dem Bülow'schen Corps zur Einschließung von Soissons .1815 erhielt B. das Commando des zweiten preuß. Armeecorps und war eben mitbesten Organisirung in Namur beschäftigt, als einige Bataillons sächsische Gardeund Grenadiere in Lütlich, durch die bekannt gewordene Theilung ihres Vaterlan-des und einige vielleicht unvorsichtige Ausdrücke, sowie durch Maßregeln, wodurchman sächsische Soldaten und Ofsiciere gewinnen wollte, zu einem Aufiauf gereizt,in dem Quartiere des Fürsten Blücher die Fenster einwarfen und sich nocb andreVergehen zu Schulden kommen ließen. Diese mußten, da viele tausend ehemalsin franz. und westfäl. Dienste gewesene Soldaten, unter preußischen, englischen,belgischen und andern Fahnen vereint und Napoleon nicht ganz abgeneigt, dichtan der franz. Grenze, fast im Angesicht des Feindes standen, und also bei Nachsichtähnliche Vorfälle zu fürchten waren, auf das ernstlichste geahndet werden. Blüchersandte daher die schuldigen Bataillons nach Namur und gab B. den Auftrag,sie zu entwaffnen, ihre Fahnen zu verbrennen und die Rädelsführer erschießenzu lassen. B. empörte dieser strenge Befehl; gewohnt Leib und Leben fürseine Fahnen zu opfern, fühlte er im Geiste der Sachsen , daß ihnen eine solcheSchmach schlimmer als der Tod sein müsse, und dies verleitete ihn zu dem dienst-widrigen schritt, den auf da» bestimmteste ausgesprochenen Befehl, selbst alsseine Verbitten eine abschlägliche Antwort erhielte», nicht zu befolgen. Blüchersah sich daher genöthigt, ihn von seinem Commando zu suspendiren und dem Kö-nige Anzeige von dem Vorfalle zu machen. B. reiste in das Vaterland ;>u ück,und ein Kriegsrecht erkannte ihm mehrjährige Festungsstrafe zu. Er litt diesenArrest in Magdeburg , ward aber vom König zu Ende 1815 begnadigt und mitdem Befehl der Magdeburger Brigade , später mit dem Generalcommando vonPreußen zu Königsberg beauftragt, bis er 1825 das Generalcommando der Rhein-provinzen erhielt, wo er jetzt zu Koblenz lebt.
B o r y - d e - S> a i n t - V i n c e n t (I.D. G.M.), geb.zu'Agen 1772,äußerte von Jugend an einen Hang zur Übertreibung, wenn er, likerarisch oder poli-tisch, irgend eine Partei ergriff. Als Jüngling voll Feuer über jede Entdeckung inder Naturgeschichte, und als Man» in der Politik, wenn auch irrend, doch genialhandelnd, wollte er stets wahrhaft und gemeinnützig sich auSsprechen. So muß manseine Aufsätze im „Vn» e" und im „äwimiiguc" und die in Aachen von ihmverfaßte Vertheidigung seiner Grundsätze beurtheilen. Voll neuer Ideen ist sein „blu-sai »ur Ik5 i5w» tu, luiices (lo I'imtigue Ol-mlxlt' »n pieoisdo l'Iii»I»iic pchnü-r.'ile <><-. I'nrclüpel <>e5 Omnries" und seine Schrift über die kryptogamischen Pflan-zen. Als er den Capital» Baudin 1798 auf seiner Küstenfahrt uni Neuholland be-gleitete, untersuchte er genau die Vulkane der Insel Bourbon und kam auf manchegeologische Hypothese. Als Militairimcndant beim Generalstabe des MarschallsSo-'lt bewies er gegen die KriegScommissarien und OrdonnateurS viel Strenge.1815 dieme er im Felde als Oberster unter Napoleon . Nach der Niederlage beiWaterloo schlug er vergebens am I.Iuli in einer wahren Philippica seincn Collegcn