Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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108 Bosporus

Land Ist gegen N. eben, tm S. bergig und waldig, Hauptgewässer sind die Save (Saustrom), der Bredas, die Dosna, Nania und Drina. Bosnien hat gutenAcker-., Obst- und Weinbau, die Viehzucht ist ausgezeichnet, und die Gebirgeliefern gutes Eisen, von weichem ein großer Theil im Lande zu Gewehren undKlingen verarbeitet wird. Die übrigen Gcwerbfleißerzeugnisse sind Leder, Saf-fian und grobe Wolizeuche. Hm 12. und 13. Jahrh, gehörte Bosnien zu Un-garn . 1339 kam es an den serbischen König Stephan, nach seinem Tode blieb esselbständig, und der Ban Twartko nahm 1310 den Königstitel an. 1401 wardes den Türken zinsbar, und seit 1463 ist es eine türkische Provinz. Es wird in densüdlichen und nördlichen Theil, oder Ober - und NiederboSnien eingetheilt. Je-nes wird bisweilen Herzogwina oder das Herzogthum Saba genannt, weil KaiserFriedrich III. 1440 dem damal. Fürsten dieses Landesrheils den Herzogstitel bei-legte. Trawnik ist die Residenz des Pascha von Bosnien. Die Hanptst. des Lan-des ist Bosna Serai oder San.'">vo, ital. Seraglio, am Zusammenfluß der Mi-gliazza mit dem Bosnasirome, mit 15,000 meist elenden H. und 60,000 Einw.,die Garnison von 10,000 Hanitscharen mitgerechnet. Die Citadelle liegt in eini-ger Entfernung von der offenen Stadt. Die Einkünfte von Sarajewo bezieht je-desmal die Mutter des Großherrn. Noch sind Awornik, Banjaluka und Türkisch-Gradisca historisch und statistisch merkwürdig. Die Furcht vor dem Verluste ihresEigenthums macht, daß die Dosniaken der türkischen Regierung so anhänglichsind; sie fürchte» nämlich, es möchte, wenn eine christliche Macht Bosnien wie-dererobern sollte, ihnen ebenso ergehen als früher den Christen nach der Erobe-rung des Lander durch die Türken.

Bosporus . So wurde die Mec"enge, welche aus dem schwarzen Meerein den Propontis (Mare di Marmora) sühn, genannt, entweder weil die in eineKuh verwandelte Ho hier übersetzte, oder weil die Meerenge so schmal ist, daß einOchse hindurchschwimmen kann. Nachher, als man andre Meerengen auch mitdiesem Name» belegte, hieß jene Bosporus ThracicuS. Hn der Mitte dieses Ca-nals war die Stelle (5 Stadien, etwa 2800 F. breit), wo DariuS eine -Schiff-brücke schlug, als er gegen die Scythen ziehen wollte. Bosporus Cimmericushieß bei den Alten die Meerenge, welche aus dem schwarzen Meere in den PaluSMöotiS führt. Die ehemals hier Handel treibenden Htaliener nannten sie Boccadi L. Giovanni oder Estretto di Cassa. Außerdem führte im Alterthume ein Reichden Namen Bosporus , von der Meerenge, auf deren beide» Seiten es lag. HnPanticapäum (jetzt Kertsch , s. d.), einer milesischen Colonie auf der tauri-schen Halbinsel, errichteten dieses Reich 419 v. Chr. die Archäanaktiden, und re-gierten bis 431. Spartakus war der erste König. Unter seinem Nachfolger La-tyrus ward das Reich auf die Küste von Asien ausgedehnt, und sein -Lohn Leuko»brachte 300 Theodosia dazu, half der Handlung auf (vorzüglich mit Korn nachAthen , mit Fischen, Pelzwerk, Häute», Wachs, Sklaven:c.) und erwarb sei-nem Stamme den Beinamen der Leukoniden. Leukanor (290) ward den Scythenzinsbar; und dieser Tribut wurde so drückend, daß Parisades, der letzte der Leuko.niden, es vorzog, sich dem Könige von >4>ontilS, Mithridates, zu unterwerfen,der auch die Scythen unter SciluruS (116) bezwäng und seinen Sohn zum Kö-nig von Bosporus einsetzte. Dieser brachte sich selbst um; da ihm Mithridates imTode folgte, so gaben die Römer das Land (64) seinem zweiten Lohne PharnaceS,der später ermordet wurde. Die Römer besetzten hierauf den Thron mit verschiede-nen Fürsten, die sich für Nachkommen des Mithridates ausgaben. Als dieserStamm 259 n. Chr. auSgestorben war, bemächtigten sich die Larmatcn desReuchs,denen es 344 die Chersoniden entrissen. Nun gehörte die taurische Halbinsel zumostromische» Reiche, bis die Chazaren und später die Tataren unter mongolischenFürsten sich derselben bemächtigten. (S. Taurien.)