Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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110 Bossuet Bestellen

Seiten des englischen Hofes beim tnriner Hofe, die, vom König von Preußen un-terstützt, die kirchlichen und Municipalrechte der Waldenser nicht bloß hergestellt,sondern durch die Anerkennung der sardinischen Regierung fest begründet hat.

Bossuet (IacguesBenigne),Bischofvo»Meaup,geb.zuDijon 1627,war6 Jahr alt, alsseinVater in Metz Parlamentsrarh wurde. Der »Lohn blieben Di-ch» in dem Iesuitencollegiuui. Zufällig kam dem Knaben eine lateinische Bibel indie Hände, deren Inhalt einen unauslöschlichen Eindruck auf ihn machte. 15 Jahrealt, ward er »ach Paris geschickt, wo er das Collegium von Navarra besuchte,dessen Vorsteher, Nicolas Eornet, ein Vergnügen darin fand, den Meist desJünglings zu bilden. B. studirte unter der Anleitung dieses würdigen Lehrersgriechisch und die heilige Schrift, verband damit das Lesen der Meisterwerke desAlterthums und das Studium der Cartesianischen Philosophie. Er ward 1652Doctor derLorbonne, und in MehKanonieuS. Hier erbaute er durch Wort undBeispiel, bekam von dem Bischof den Auftrag, den Katechismus des protestanti-schen Predigers Paul Ferri zu widerlegen, und that dies auf eine Weise, daß auchseine Gegner ihn hochachten mußten. Die Königin Mutter (Anna von Östreich)ward dadurch veranlaßt, ihmdie Bekehrung der Protestanten in demSprengel vonMetz aufzutragen. Diese Angelegenheit rief ihn oft nach Paris , wo er durch seinePredigten solchen Beifall fand, daß ihn jene Fürstin 1661 zum Hofprediger er-nannte. Seine Einwcihungsi ede des MarschallsDurenne, der 1668 rur katholi-schen Kirche übertrat, erwarb ihm das Bic-ihum von Eondom. 1670 übertrugihm der König die Erziehung des Dauphins, worauf er 1671 sein bischöflichesAmt niederlegte, weil er es für pflichtwidrig hielt, dasselbe bei seiner beständigenAbwesenden von seiner Gemeinde beizubehalten. Um diese Zeit hielt er die Leichen-rede auf Madame, die Herzogin von DrleanS, eine Prinzessin, die plötzlichan einem glän;endeu Hofe, dessen Zierde sie war, in derDlutke ihrer Iadre starb.Die letzte Rede der Art, die am Sarge des großen Condß, wird für ein Meister-stück in dieser Gattung des Styls angesehen. Die männliche Kraft seiner Redenwußte er in die zum Unterrichte seines königlichen Zöglings bestimmten „IU8c»»,s

l'iGtiüi',' iiiiierrsellc" glücklich überzutragen. Die Sorgfalt, die er auf dieErziehung dieses Prinzen wandte, wurde 1680 durch das Amt des ersten Almoft-»iers der Dauphins, und 1681 durch das BiSthum von Mcau.r belohnt; 1607erhielt er die Würde eines LtaatSrakhs, und ein Jahr darauf die des ersten Almo-seniers derHerzogin von Bouraogne. Seine Sitten und sein Glaube waren gleichstrenge. Alle seine Zeit war unter seine Studien und die Ausübung seiner Amts-pflichten getheilt; nur selten und auf wenige Augenblicke erlaubte er sich Erholungen.Die letzter» Jahre seines Lebens brachte er unter seiner Gemeinde zu, in de-ren Schone cr 1701 starb. Die gelehrten Benedictiner, von der Brüderschaft desheil. Maurus, haben in neuern Zeiten eine vollständ. Ausg. aller Bossuel'scbenWerke veranstaltet. B.'S Stvl ist voll Kraft, aber nicht ohne Flecken. Leinlateinischer Ausdruck ist hart. Die franz. Akademie zählte ihn unter ihre berühmte-sten Mitglieder. B. hat sein Leben ausführlich beschrieben (übers. v. Blich. Feder,Sulzbach 1820). Über seine Streitigkeiten mit dem Erzbischof von Cambray,Fürwlon, sehe nian Fßnßlon und Quietismus.

Bostandscki, Gartenwärter, die Wache in dem Serail des Sultans,deren Vorsteher Bostandfthi Baschi heißt und die Aufsicht über das Äußere, wieauch über die Gärten des Serails, den Eanal und die kaiserl. Lustschlösser hat. DerBostandfthi Baschi begleitet den Sultan auf allen seinen Spazierfahrten und hatauch das Vorrecht, einen Bart zu tragen, übrigens sind die Bostandfthi zugleichdie Ruderknechte und die Scharfrichter des Sultans.

B o st e l l e n, in Schweden solche Güter (Hemman), die den Soldaten oderOfflcicrei! und Beamten zu Wohnungen angewiesen sind. Jede Bostelle muß eine