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schenleben kaum hinreicht, um nur in einzelnen Gebieten des unermeßlichen Nnvfangs sich gründliche Kenntnisse zu erwerben. Die Gewächskunde zerfallt in 2Abtheilungen, von denen die eine sich bloß mit den äußern Formen und der Unter«scheid«ng derselben, die andre aber mit dem innern Bau, der Mischung der Theileund mit der Erklärung der Verrichtungen der Gewächse beschäftigt. Die erste Ab«»Heilung können wir die Naturgeschichte der Gewächse, die historische Botanik undauch Photographie nennen. Die zweite pflegt man die philosophische Botanik oderPhytonomie zu heißen, zu welcher die Anatomie der Pflanzen und die Chemie der-selben die nothwendigsten HülfSkenntnisse sind. Daß indessen der Name der phi-losophischen Botanik auch von der erstern gebraucht werden kann, hoffen wir so-gleich darthun z« können. Was nun zuerst die Naturgeschichte der Gewächse be-trifft, so gehört dazu, al« Vorkenntnifi, genaue Bekanntschaft mit der Kunst-sprache. Dies ist nämlich eine Sammlung von Ausdrücken, welche von jedemTheil der Gewächse, sowie von jeder Eigenschaft und Form derselben, gebraucht»Verben. Die Nothwendigkeit einer solchen Kunstsprache leuchtet ein, wenn manbedenkt, das; die allgemeine Verständlichkeit und die Mittheilung der Beobachtun-gen beide mit gleichem Rechte federt als in jeder andern Kunst und Wissenschaft.Damit man allen gebildeten Völkern verständlich werde, hat man jene Kunstaug-trücke größtentheils aus der lateinischen Sprache, bisweilen auch aus der griechi-schen entlehnt. In den meisten neuern Spracben Europas hat man jedoch Hand-bücher der Gewächskunde, Wörterbücher und Floren einzelner Gegenden oder gan-zer Länder, welche allerdings für den ungelehrten Liebhaber einem Bedürfnißab-helsen. Inzwischen beschränken sich die dergestalt mitgetheilten Kenntnisse doch im-mer nur auf die Nation, in deren Sprache solche Bücher geschrieben sind. Auchbat die Erfahrung gelehrt, daß man selbst in den reichsten neuern Sprachen nichteinen solchen Vorrath von bezeichnenden Ausdrücken findet, wodurch alle Begriffeder Wissenschaft mit Sicherheit erklärt werden. Daher sind, uni nicht von deut-schen Werken dieser Art zu reden, die englischen, französischen, italienischen undschwedischen Bücher voll lateinischer Kunstausdrücke, welche ebenso gut erst erklärtwerden müssen, als wenn die ganze» Bücher lateinisch geschrieben wären. Manwird also immer nur einen Theil der Schwierigkeit heben, wenn man deutsch überBotanik schreibt, und es werden überdies noch die gewählten Ausdrücke, durch keinallgemeines Gesetz des Sprachgebrauchs genehmigt, immer schwankend bleiben.Der zweite Theil der historischen Botanik besieht in der systematischen Kenntniß derGewächse. System nennt man die Anordnung der Naturkörper nach einem leiten-den Grundsätze. Die Nothwendigkeit einer solchen Anordnung konnte man erst dannzu fühlen anfange», als die Zahl der bekannt gewordenen Gewächse sich bedeutendvermehrte, und man die Ähnlichkeiten und Verwandtschaften derselben auffallendfand. Aur Zeit der Wiederherstellung der Wissenschaften waren durch Überlieferungder Alten kaum 1500 verschiedene Pflanzen bekannt. In unsern Tagen sind, nacheinem mäßigen Anschlage, schon über 50,000 beschrieben. Wie wäre es möglich,in dieses zahllose Chaos Ordnung zu bringen und sich einige Kenntniß zu erwerben,»venn es nicht durch Hülfe eines leitenden Princips geschähe? Solche Grundsätzeschwebten den Vätern der Botanik schon im 16. und 17. Jahrh, vor, undsie erkann-ten, daß man bei den Gewächsen, wie bei allen Nalurkörpern, die wesentlichenund nothwendigen Theile von den zufälligen und minder nothwendigen absondern,in den erstern aber allein die Norm der systematischen Anordnung zu suchen habe.Nun siel allgemein auf, daß die Frucht und der Same der letzte Zweck der Vegeta-tion sei, und es bestanden also auch die ersten Versuche einer svstematischen Anord-nung darin, daß man die Verhältnisse und Theile des Samens und der Frucht zumGrunde der Einiheilung legte, worin man noch dadurch bestärkt ward, daß mansah, wie höchst standhaft die Natur bci der Bildung dieser Theile in offenbar ver-