Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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Botanik

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wandten Pflanzen verfahren sei. Aber man fand auch ebenso bald, daß dieStand-haftigkeit dieser Bildungen bei einer sehr großen Zahl von Gewachsen zu einförmigsei, als daß man alle wesentliche Verschiedenheiten allein darin hätte suchen können.Da es also nothwendig wurde, andre Theile zu Hülfe zu nehmen, so wählte manzuerst die Blüthe, in welcher allerdings eine große Mannigfaltigkeit der Formenund eine gewisse Standhaftigkeit der Natur bemerkt wird. Indessen, theils dieBeschränkung dieser Ltandbaftigkeit, theils der Mangel der Blüthen bei unzähli-gen Gewächsen, theils die Betrachtung ihrer mindern Nothwendigkeit brachte indem unsterblichen Stifter der neuern wissenschaftlichen Botanik den glückliche» Geidanken hervor, daß die sogenannten Geschlechtstheile in näherer Beziehung zurBildung der Frucht stehe», daß sie also einen höher» Werth haben und mithinnoch bessere Emrheilungsgründe abgeben als wenigstens die Blume. Jetzt warauf einmal ei» leitender Grundsatz aufgestellt, der nicht fruchtbarer für den Unter-richt und die schriftliche Mittheilung der Kenntnisse erdacht werden konnte. Eswar ein System geschaffen, welches der menschlichen Vernunft ebenso sehr zur Ehregereicht, als es die Verbreitung der Kenntnisse erleichtert und befördert. Um eineklare Ansicht von dem berühmten Lin n,'sehen Systeme zu erhalten, bemerke man,daß dasselbe ausschließlich die Verhältnisse der sogenannten Geschlechtstheile alsNorm anerkennt. Wie Aristoteles Mangel und Dasein als die beiden ursprüng-lichen Gegensatze in der ganzen Naturlehre darstellte, so spaltete Lini»'- alle be-kannte Gewächse in zwei allgemeine Abtheilungen, von denen die eine offenbareGeschlechtstheile hat (Phanerogamisien), die andre aber dieselben verborgenoder gar nicht enthält (Kryplogamisten). Die erste Abtheilung umfaßt die -3ersten Classen seines Systems. Die Abtheilungen der Phanerogamisten rich-ten sich nämlich nach dem Beisammensein der beiderseitigen Geschlechtstheile aufdemselben Fruchtboden, oder nach ikrer Trennung. Die letztere, jetzt Dikliniegenannt, findet sich entweder auf derselben Pflanze, wo die 21. Classe, oder Mo-nöeie, oder auf verschiedenen Pflanzen, wo die 22. Classe, oderDiocie, ihre Stelleerhält. In der 23., die Linm Polygamie nannte, stehe» solche Gewächse, welchetheils beiderlei Geschlechrstheile aus demselben Fruchtboden, theils männliche, tkeilsweibliche Blüthen enthalten. Das leitende Princip in den zwanzig ersten Classen,welche sogenannte Awikterblumen haben, ist erstlich von der Verbindung, dann vonder Verschiedenen Länge, ferner von der Anhcftung und endlich von der Zahl dermännlichen Gcsehlecktstheile hergenommen. Die letzter» sind nämlich entwedermit den weiblichen verwachsendies ist die 20. Classe, Gvnandriez oder sie sindunter sich verwachsen, und zwar entweder die Antheren in der 19. Classe, -Lynge-nesie, oder es sind die Staubfäden in einen, zwei oder mehr Bündel verwachsen(18. Classe, Monadelphie, 17. Diadelphie. 18. Polyadelphie). Die verschiedeneLänge der Staubfaden macht, wenn zwei länger als die zwei übrigen sind, die 11.Classe, Didynanfie, und wenn vier länger als die zwei ander» sind, die 15. Classe,Tetradynamie, aus. Die Anheftung der Staubfäden wird bei unbestimmter Zahlderselben berücksichtigt. Stehen sie in solchem Falle auf dem Kelche eingefügt, sogehören sie zur 12. Classe, Ikosandrie; stehen sie auf dem Fruchtboden, sowerden sie zur 13. Classe, Polvandrie, gerechnet. Die 11 ersten Classen endlichrichten sich bloß nach dem Zahlenverhältniß, und zwar so, daß, wenn 12 bis 15Staubfäden da sind, die 11. Classe oder Dodekandrie angenommen wird, in denübrigen aber die Zahl der Classe auch durch die Zahl der Staubfäden sich bestimmt.In der That, wenn ein System der Federung der Verminst, Einheit in die Man-nigfaltigkeit zu bringen, jemals entsprochen, wenn es den Unterricht erleichtert undden klarsten Überblick über die unendliche Verschiedenheit der Natur gewäbrt hat,so ist es das Linn 'sche. Es wird daher auch von Denen, die sich in ihren Schrif-ten von diesem System entfernt haben, dennoch beim ersten Unterricht für unent-

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