Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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420 Botanybai

in dieferBai eine grosse Colonie zu gründen. Die (Gesundheit und Milde des Klima,die Fruchtbarkeit des Bodens, die geringe Anzahl der Ureinwohner, die die Blatternseitdem noch niehr aufgerieben haben, bewogen die Regierung, 1188 zuerst die Hauptst.Sidney Cove hier anzulegen. (Vgl. Ne»Holland, Neusüdwales, PortJackson und Sidnev.) Den Grund legte Arthur Philipps, zugleich Befehlsha-ber der Truppen, niit 160 Verbrechern jeden Geschlechts und Alters, und 510freiwilligen Colonisten. Zwar siechte diese, sowie alle junge Niederlassungen, we-gen des Mangels an Unterstützung von Seiten der Colonisten selbst und wegen ört-licher Hindernisse, eine Zeitlang; dann vermehrte sich aber die Colonie jährlich nichtbloß durch ireue Verbrecher, durch die geringe Sterblichkeit und durch die zahlrei-chen Ehen, sondern auch durch die freiwilligen Ansiedelungen Fremder, die kort ihrGlück machen wollen. Auf dem festen (lande zählte man im Anfange 1821 über50,000 Europäer, die an Thieren 1500 Pferde, 80,000 St. Hornvieh, 300,000Schafe, 10,000 Schweine besaßen „ud über 60,000 Acker Landes in lantwirth-schaftliche Bestellung genommen und eingehägt hatten. Europäisches Getreide,Mais, seine Merinos, Wolle, Schiffsprovision an Fleisch sind schon Ausfuhrarti-kel. Alles, was Europas Süden liefert, gedeiht dort in Überfluß an Baum - undGartenfrüchten, fast veredelt sich dort Alles. Selbst der Weinstock und der -Öl-baum versprechen Segen in Fülle, ferner Taback, Baumwolle, Zuckerrohr undCapfrüchte. Die Arbeit wird gesucht, und jede fertige Hand erhalt guten Tage-lohn. Das wenige in den Wäldern verlaufene Rindvieh hat sich schon auf 5000Stück vermehrt. Die Meer- und Flußsischerei ist reich, und Wallfifchfangsfpe-cularionen nach der Südfee gaben Gewinn. Eine Kunststraße fuhrt von der Haupt-stadt durchs Gebirge, das sich 4500 Fuß über das Meer erhebt, nach Bathurst.Die Wegsenkung vom Berge Pork mußte die schwierige Aufgabe lösen, in einersteilen Tiefe von 600 Fuß sich allmälig abzudachen. Sie läuft über Städte undOrte, die »och gar nicht vorhanden, aber doch schon mit Kirche, Straßen undMarktplatz vom Statthalter, mit Berücksichtigung der Bequemlichkeit, die die.Natur anbietet, abgepfählt sind, indeß der Name an einem Mastbaume prangt.In wenigen Monaten sieht man aber Flecken und Städte wie durch ein Wunder ander Gabel von ein Paar Flüssen oder an der Lehne eines Gebirges längs eines schö-nen Thales entstehen, das ein klarer Bach in 2 Hälften schneidet. Auch das Landjenseits der blauen Berge fand nian trefflich zur Viehweide und zum Ackerbau. Soweit die europäische Cultur hier reicht, hat die Regierung stationsweise Landgüterangelegt, die sie selbst bewirthschaften läßt, und die ihr zu Postanstalten und Pro-viantmagazinen für eine erwartete schnelle Bevölkerung diene». Canäle hat mannoch nicht gegraben, aber O.uaiS und Molos i» den Hafen gegründet, und aufJahre im voraus Flurcharten an Plätzen aufgenommen, wo die Regierung eineschnelle Bevölkerung zu gründen wünschte. Das Land ist reich an Steinkohlen, diesebon gegraben und ausgeführt werden. Bei den besonders für die Zukunft wohl-thätigen Polizeiamralten ist die jährliche Verwendung eines Zuschusses von 20,000Pf. St. für alle Verwaltungsbedürfnisse nicht zu viel. Auch liefert die Colonie zurGründung verbesserter Municipalanstaltcn durch Abgaben für Concessionen aufScheukhäuser, Rumeinfubr w. beträchtliche Zuschüsse. Sidnev-Cove (1500H., 11,000 E.) ist der Sitz des Statthalters, seine? Militair-und Polizeistabes,des ObergerichtS, der Hauptmagazine, und der einstweilige Aufenthalt der Ver-brecher bis zur Versorgung derselben mit Arbeit bei Privatpersonen oder öffentli-chen Arbeuen. Die Stadt hat eine Bank, die nach dem Bedürfniß der Colonie ihrPapiergeld vermehrt und dennoch auf Verlangen rcalisirt, wodurch sie das häufigeAuetionswelen und den Grundeigenihume-wechfel, indeß die alten Eigenthümerweiter landeinwärts neue Ansiedelungen anlegen, sehr unterstützt. Rhederei undSchiffsbau blühen; die meiste Fabricatur und Manufactur wird durch Verbrecher