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wied und die östr. Reisenden mehre zugeführt, in Deutschland nähere Aufmerksam-keit erregt haben. Hhren Namen haben sie von den großen Holzpfiöcken, womitsie Ähren und Lippen zu schmücken pflegen. Bloß ein geringer Theil dieser Wil-den ist bis jetzt einigermassen civilisirt; die meisten Stämme leben noch in vollerRohheit, stets unter einander im Kriege und gewohnt, die besiegten Feinde zu ver-zehren. Genauere, obgleich unvollständige Nachrichten über sie findet mau in desPrinzen von Neuwied und andern Rcisebeschreibungen über Brasilien . Zu ihrerCivilisirung sind 1824 auf Befehl des Kaisers 3 indische Dörfer angelegt worden.
Botsarys, s. Griechen aufstand.
Botta (Earlo Giuseppe Guglielmo), Mitgl. der Akademie der Wissen-schaften in Turin , Dichter und Geschichtschreiber, geb. i466 zu S.-Givrgiv imPiemonkesischcn, studirte in Turin Medicin und Botanik. Er wurde 1194 Feld-arzt bei der franz. Alpenarmee. Dieser Dienst brachte ihn nach Corsti und 1499in die provisorische Regierung von Piemont , wo er Einer von Denen war, welchedas Provisorium für nacblheiliger hielten als die Einverleibung Piemonts mitFrankreich . Nach der Schlacht von Marengo wurde er Mitglied der pieniontesi-schen Consulata. Hm gesetzgebenden Körper mißfiel er Napoleon , weil er laut vonder Despotie seiner Staatsverwaltung redete. 1814^var er eins der Mitgliederim gesetzgebenden Körper, welche Napoleon des Throns verlustig erklärten. Nachder Restauration ward er aus der Liste der Glieder des gesetzgebende» Körpers auS-gestriche», weil er ein Ausländer und nicht uaturalisirt worden war. 1815 er-nannte ihn Napoleon zum Rcctor der Akademie zu Naney. Er legte die Stellenieder, als die konigl. Regierung wieder eintrat, und lebt jetzt als Privatmann.Seine wichtigste» Schriften sind seine „Beschreib, der Hnsel Corfu" (2 Bde.); seineÜberietz. von Born'S (.lounni-ilch,vckopInli)„M,'ciii>< n i>u>nu,'ü,>ü>ch„Merk-würdigkeiten der Brown'schen Methode"; „Erinnerungen einer Reise nach Dal-matien"; „Über Töne und Schall"; „Kurze Geschichte des savoyen-pieniontesi-schen Regentenhauses"; „Geschichte des nordanierikanischen Freiheitskrieges";1816 ein mit Beifall aufgenommenes EpdS in 12 Gesängen: ,,l! <An>Hü>,, V>joeonglürt-it-l"; 182 I: „8t<»n> ck'ltaln, >lul 1489 !>l 1814" (4 Thle. 4., >0 Bde.in 16.; und franz. 5 Bde.), etwas rednerisch, aber ein wahres Gegengift gegenrevolutionnairen Demokratismus; und 1825 zu Paris in 3 Btn. die „lli.Mnx' <!<-spe»plr8 ü'ItMie", worin er der christlichen Religion und der Philosopbie das Ver-dienst, Eiiropa civilisirt zu haben, abspricht, und es der Wiederherstellung derWissenschaften beilegt.
B ö t t ch e r (Johann Friedrich), der Erfinder des meißner Porzellans, geb. d.5. Febr , 1682 zuSchleiz iui reußischen Voigtlande, kaiii im 15. Habre von Viag-deburg, wo e>- seine erste Bildung erhalten, bei dem Apotheker Friedrich Zorn inBerlin in die Lehre und äußerte kier seltene Talente und Beharrlichkeit, besondersin chemischen Studien, benahm sich aber auch so in sich gekehrt, daß man ikm füre,inen halben Narren hielt. Anfänglich beschäftigte er sich mit der Lackir - undLltzkunst; bald aber verwandte er jede freie Stunde auf Versuche, Gold zu machen,wozu ihn derApotheker Kcpke zu Heypiersleben veranlasite, welcher ihm ein, angeb-lich von einem St.-Gallcnschen Mönche erhaltenes Manuscript über den Steindcr Weisen mitgetheilt hatte. Ganze Nachte verschloß sich B. in Zorn's Labo-patorium, arbeitete dort einzig auf Koste» seines Herrn, denn er selbst hattekein Vermögen, und benahm sich dann am Tage des entbehrten Schlafs wegenzu jeder Arbeit verdrossen. Dies zog ihm stete Verweise zu und bewirkte end-lich ein so gespanntes Verhältniß zwischen ihm und seinem Herrn, daß er diesengegen Michaelis 1699 heimlich verließ. Als er bald darauf in den größten Nach-stand gerieih, fügte er sich und ward zu Ästern 1460 unter der Bedingung, sei-nem bisherigen Thun und Treiben zu entsage», wieder in die Lfsicin genommen.