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Böttcher
Dessenungeachtet setzte B. mit Hülfe eines Kameraden, Schröder, seine alchemisti-scheu Versuche fort und wußte sich endlich durch Vorzeigung von kleinen StückenGold, die er tingirt habe» wollte, im Zorn'schcn Hause so in Ansehen zu setzen, daßer lange vor der Zeit losgesprochen ward. Zum Dank dafür erbot sieb B„ seinemHerrn, in Gegenwart einiger Freunde, eine Probe seiner Tingirkunst abzulegen,und den 1. Bet. 1701 verwandelte er auch wirklich, wie es wenigstens schien, 18Aweigroschenstücke, die er in eitlem Schmelztiegel flüssig gemacht hatte, durch einhineingestreutes rothes Pulver inS feinste Gold. «Lo sehr nun auch B. um (Ge-heimhaltung der Sache bat, ward seine vorgebliche Kunst doch bald allgemein be-kannt und erwarb ihm den Zuspruch der vornehmsten Leute, unter andern desbekannten Chemikers Kunkel von Löwenstern. Der König selbst wünschte ihn zusprechen. Als er aber erfuhr, daß man Willens sei, ihn als Adepten festzuhalten,verschwand er auf cininal und lebte erst versteckt in einer Bodenkammer bei demKaufmann Rober; Ende Bet. 1701 aber entwich er nach Wittenberg , wo er unterdem berühmten l). Vater Medicin stutiren zu wollen vorgab. Zwar ließ man ihndurch ein Couunando Soldaten bis an die Grenze verfolgen und dann durch einenOssicier bei dein Commandanten von Wittenberg auf Auslieferung antragen, Alleindieser, gegen welchen B. förmlich den Adepten spielte, berichtete eiligst den Vorgangan deit dresdner Hof, von welchem sogleich der Befehl erfolgte, B. nicht auszulie-fern, sondern so geheim als möglich nach Dresden zu senden. Dies geschah imDec. 1701, und zwar mit der äußersten Vorsicht. Der Statthalter Sachsens ,Fürst Egon von Fürstenbcrg, schickte nämlich seine eignen Pferde und ließ B.mitten in der Nacht, auch nicht auf geradem Wege, sondern über Würzen nachDresden abfuhren, denn in allen Dörfern um Wittenberg lagen verkleidete preuß.Soldaten, welche B. erlaucrn und nach Berlin schaffen sollten. Wiederholte Ver-suche des berliner Hofes bei dein dresdner, B. wiederzuerlangen, blieben fruchtlos.August l l. und Fürst Fürstenberg glaubten an B. einen unschätzbaren Fang gethanzu haben, und dieser verstand sich trefflich darauf, sie in diesem Glaube» zu erhal-ten. Der entlaufene Apotbekergeselle, welchen die Preußen n Wittenberg u. d. sie.eines^entfprungenen Kerls reguirirren, erhielt Wohnung, Tafel und Bedienung rndem Aürstenberg'schen Haufe, zu seine» alchemistischen Arbeiten aber von Zeit zuZeit bedeutende Summen. 11m sich zu überzeugen, wie er die (Gelder verwende,vorzüglich aber, um ihm seine geheime Kunst abzulernen, gab man ihn: den berühmtenEhrenfried Wallher von Tschirnhausen zur Aussicht, in dessen Laboratorium er tin-giren sollte. Lange wußte B. Alle, die ihn beobachteten, zu täuschen, den Königaber hinzuhalten, und wenn die Hunderktausende von Ducaten, die er spielend schaf-fen wollte, nicht zu schaffen waren, sich mit dem schlechten Gehalte der ihm zumTingiren gelieferten Materialien zu entschuldigen. Als er aber merkte, daß derKönig endlich doch unwillig ward, und keine Täuschung mehr ausreichen wollte,machte er sich im Sommer 1704 bei Nacht und Nebel fort und nahm seinen Wegdurch Böhmen nach Ungarn . Allein Herr v. Bomsdorf, der ihm auf Befehl desKönigs nachsetzte, ließ ihn zu Weitra , einer Fürstenberg'schen Herrschaft in 'Östreich,festncbmen und brachte ihn nach Dresden zurück, wo er es nur seiner List imVorspiegeln neuer Hoffnungen verdankte, daß er nicht als Betrüger behandeltward. Indes; riethsskm doch mi» Tschirnhausen , der wohl merkte, daß B. nim-mermehr Gold zu L lande bringen werde, sich lieber mit Erfindung des Porzellanszu beschäftigen, womit der König noch am eisten zu besänftigen sein dürste.Zwar baue Tichii »Hausen selbst, welcher des Königs kostspielige Vorliebe für daschinesische Porzellan mißbilligte und deßhalb die Chinesen nur Sachsens porzeklaileue Ltchröpfköpse nannte, eine Art von Porzellan erfunden; allein es war nochviel zu glasartig, als daß es auf den Namen von Porzellan Anspruch machenkonnte. An Materialien zu Pvrzellanversuchen fehlte es nicht, kenn Tschirn ;