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Zweiter Band. Bo bis C.
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Böttigcr

Hausen kehrte von seinen mineralogischen Reisen durch Sachsen nie heim, ohneeine Menge Erden mitzubringen, durch welche er die Pekunfe zu ersetzen meinte,aus welcher die Chinesen ihr Porzellan fertigen. Wirklich brachte auch B. imAnfange 1705, wahrend er die Zusammensetzung einer zu Lchmelztiegeln taug-lichen Masse beabsichtigte, aus einem braunrochen Thone der meißner Gegend einPorzellan zu Stande, welches das Tschirnhausen'sche an Dauer und Schönheitweit übertraf. Der glückliche Erfinder ward nun mir Geschenken überhäuft, so-gar auf Kosten und Veranlassung des Königs in den Reichsfreiherrnstand erho-ben, jedoch noch immer nicht auf freien Fuß gelassen, theils weil man die Fer-tigung des Porzellans als Geheimniß behandelt wichen wollte, theils weil mandie Porzellanerfindung als Nebensache betrachtete und immer noch auf Entdeckungdes Steins der Weisen hoffte. Deßhalb ward B.'S Laboratorium unter Tschirn -hanfen's Aufsicht nach der Albrechisburg in Meißen verlegt, und dort die Por-zellanfabrication so geheim betrieben, daß selbst die Familien der Bergarbeiter,welche man dazu von Freiberg kommen ließ, nicht erfahren dursten, wohin undfür welchen Zweck man Letztere von den Gruben nahm. Als die Schweden 1708in Lachsen einfielen, ward B., nebst 3 seiner besten Arbeiter, unter Cavalerie-bedeckung bei Nacht auf die Bergfestung Königstein geschafft und sein Laborato-rium mit des Königs eignem Petschaft versiegelt. Der Commandant des König-steins erfuhr nicht einmal B.'S Stand und Namen. Letzterer ward übrigens aufsanständigste verpflegt, aber auch streng bewacht. Sein Zimmer hatte sogar einVorlegeschloß. Dieses eingeschränkten Lebens satt, wollte B. einst entfliehen,verrieth aber, als er sich entdeckt sah, den ganzen Plan selbst dem Commandantenund gab seine Fluchtgenoffen dessen Ahndung preis, während er sich einen leid-lichen Arrest bewirkte. Erst nachdem die Schwede» Sachsen verlassen hakten,erhielt B. feine Freiheit wieder und kam den 22. Sept. 1707 nach Dresden , woer nun auf der Venusbastion Porzellan fertigen mußte. Tag und Nacht wurdendie Materialien gestoßen, durch den feinsten Cattun gebeutelt, dann auf Marmor-platten gerieben und endlich auf einer Maschine des Hotiöpfers gemahlen. ZumSchmelzen derMasse bediente man sich an sonnenhellen Tagen des großen Tschirn -haufenschen Brennspiegels, der oft 12 —14 Stunden nicht über dem Ofen weg-kam, und so gerieth die braune Masse immer schöner; doch glückte die Erfindungdes weißen Porzellans, wonach man besonders trachtete, erst 1709. 1710 ward

das Laboratorium wieder auf die AlbrechkSburg in Meißen verlegt, auch nun erstdie noch jetzt blühende Porzellanfabrik gegründet und B.'S Direktion untergeben.Letztere aber war, seiner unordentlichen Lebensart wegen, so erbärmlich, daß dieFabrik nicht eher gedieh, als bis man B. die Direktion nahm. Ausschweifungenin der Liebe wie im Trunke lieferten ihn schon mit dem 37. Jahre ins Grab.Er starb zu Dresden d. 13. März 1719, und zwar — obgleich er vom Königenach und nach über 150,000 Thaler erhalten hatte — ganz verschuldet und sogeldlos, daß er aus seiner Casse kaum begraben werden konnte. Vgl. tas2.Bdchn.der „Denkmäler verdienstvoller Deutschen des 18. und 19. Jahrh." (Lpz. 1823).

Bottiger (Km l August), k, sachs. Hofrath und Oberaufseher der k. An-tikenmuseen in Dresden, berühmt als Archäolog, geb. d. 8. Iun. 1780 zu Rei-chenbach im sachs. Voigtlande, wo seit! Vater Com ecror war, verdankt seine philo-logische Bildung der Schulpforte und dem Privatstudium der Griechen u. Romer.Tt» Leipzig waren MoruS und Reiz seine Lehrer und Freunde. Als er nach Göt-tingen gehen wollte, verlor er durch den Brand in Gera alle Aussichten zu weitererUnterstützung und ward Hofmeister eines jungen v. Pfeilitz. 178! ward erRector in Guben , wo er auch eine Erziehungsanstalt von mehr als 20 Zoglmgenunterhielt. Am Gymnasium in Beuchen, wohin er an Rost'S Stelle als Rectorberuft» wurde, blieb er nur kurze Zeit und ging dann durch Herder's Vermittelung