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Zweiter Band. Bo bis C.
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Völliger

nach Weimar , wo er von 1791 bis 1804 Direckor des Gymnasiums und Ober-consistorialrath gewesen ist. Hier wirkte der Umgang mit Göthe , Herder, Wie-land und Schiller voriheilhaft zu seiner Fortbildung, vor Allem aber der vertrauteUmgang mit dem gelehrten Künstler, Heinrich Mever, mit dem er später mehrearchäologische Schriften herausgab, auf seine Vorliebe zur Archäologie, worin erin den Kreisen, welche die verwitwete Herzogin Amalie umgaben, stets neue Be-lehrung fand. Nicht ohne äußere Vortheile, aber ableitend vom ernsten Studium,war seine Verbindung mit dem Industriecomptoir und besten literarischen Unterneh-mungen. Das „Journal für Luxus und Mode" hat er von 1795 bis 1803 ganzallein unter Berkuch's Namen besorgt, und fast jedem Monatsstücke einige Aufsäheeinverleibt. Von 1797 an war er auch Herausgeber des „JA deutschen Mercurs",wozu Wieland bald nur den Namen gab. Da er überdies noch das Journal„London und Paris " in 6 Iahrg. allein besorgte und die Kupfererklärung dabeiallein über sich hatte, auch der „Allgemeinen Zeitung", seit ihrer Stiftung durchPosselt, likerarische Übersichten, Biographien der Verstorbenen (die bis 1806 allevon ihm sind), englische Miscellen und ausführliche Meßberichie lieferte, so mußtedies, verbunden mit einem ausgebreiteten Briefwechsel und der stets zuerst besorg-ten Berufsarbeit, feine Kräfte zersplittern; und die Auffoderungen, die Heyne,Herder, Wolf, Johannes v. Müllerund Andre oft dringend genug an ihn ergehenließen, sich mehr zu sammeln und etwas Bleibendes zu unternehmen, blieben meistohne Erfolg. Sei» Hauptwerk, das er in Weimar begann, aber aus Mangelan hinlänglicher Unterstützung nicht fortsetzte, sind s. Vasenerklärungen in 3Thln.,nach den Driginalkupfern von W. Tischbein'« in Neapel erschienenem Werke überdie nveite Hamilton'sche Vasensaminlung. Es sind in diesen 3 Heften nur dieersten 16 Vasen erläutert. Der Plan war, daran eine Erläuterung über dasbildliche Alterthum aus der griechischen Kunstperiode zu knüpfen und alle Punkteder griechischen Mvthologie darin zu entwickeln. — 1804 ward er als Studien-director des Pagenhauses nach Dresden berufen. Als 1814 das PagenhauS mitdem Cadettenhause vereinigt wurde, ward er Studiendirector bei der Ritteraka-demie und Dberaufseher über die königl. Museen der antiken Marmor und derMengS'scben Gypsabgüsse. Er hat seit 1805 mehre Privatvorlesungen in seinerWohnung über einzelne Zweige der Alterrhumskunde und alten Kunst vor Zuhörernund Zuhörerinnen aus der obersten Classe der Fremden und Einheimischen gehal-ten, wovon die „Andeutungen zu 24 Vorlesungen über die Archäologie" im Win-ter 1806, die „Ideen zur Geschichte der alten Malerei", die Abhandlung über dieAldobrandinische Hochzeit w. in Druck gegeben worden sind. Auch hielt er seit1811 in den Sommermonate» unentgeltliche Vorlesungen über einzelne Theileder Kunst der Archäologie im Vorsaale der Antikengalerie, welche von Fremdenhäußg besucht wurden. Aus den für seine Zuhörer bestimmten Blättern gab erden l.Curs. (Dresd . u. Lpz. 1826) herausu.d. T.: „Ideen zur Kunstmythologie"(e. Stammbaum der Relig. des Alterthums). Seine „Sabina, oderMorgen-scencn im Putzzünmer einer Römerin", dieauch, ins Franz, übersi, in Paris Glückgemacht hat, entstand aus Aufsätzen über diesen Gegenstand im Mvdejournal,durch welche der Nerf. besonders die gebildeten Leserinnen für sich gewann. Wasden schriftstellerischen Charakter dieses berühmten Gelehrten betrifft, so hat dieKritik des I» '-und Auslandes seine große Kenntniß alter und neuer Sprachen, so-wie der alten und neuen Literatur, sein glückliches ZusammenstellungSvermögen beider cusgebreiketsten Belesenheit und seine lebhafte Darstellungsgabe bei umfassen-der Gelehrsamkeit anerkannt. Diese von einem vortrefflichen Gedächtniß unter-stützlen Vorzüge haben ihn in den Stand gesetzt, viele Felder des menschlichenWis-sens mit Erfolg anzubauen. Vorzüglich ist es ihm m der AltertkumSkunde undMyihologie gelungen, theils Dunkelheiten aufzuklären, theils künftigen Bearbci-