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Böttiger
lern den Weg zu bahnen. Auch über die Schauspielkunst hat er seine Forschungenverbreitet, indem er nicht allein die Mechanik der griechischen und römischen Thea-ter beleuchtet, sondern auch in der Entwickelung des Iffland'schen Spiel? und in s.Beitrügen zu der „Abendzeitung" (DreSd. I817fg.) kheilweise die Schauspielkunstder Neuern abgehandelt hat. Überhaupt darf man ihn zu den gelehrtesten, bezie-hungüreichsten und sinnvollsten Zergliederen» des Kunstfchönen in mehren Denk-mälern des Alterthums zählen, die aus Wmckelmann's Löchule hervorgegangensind. In Dresden fand Böttiger Gelegenheit, seine archäologischen .Kenntnissedurch das Studium der Antike zu vervollkommnen, sowie er selbst vielen Kunst-freunden durch Rede und Schrift ein willkommener Führer wurde. —Wenn übri-gens Einige dem gefeierten, auch wol beneideten Manne Universalität, von der erwenigstens oft glänzende Beispiele gegeben hat, als einen Fehler anrechnen, sogibt es dagegen Mehre, wie Millin, Heyne u. A., die diese Vielseitigkeit des Wis-sens bei einem Archäologen und Literaior, dem das Alte wie das Neue zur Ner-gleichung so gegenwärtig ist, nicht unnatürlich, und die Fülle von Sachen, von derer sich zuweilen Hinreisen läßt, ohne jedoch wortreich oder je geschmacklos zu werden,wenigstens sehr verzeihlich sinden, da sein Blick hell, sein Wissen gründlich undseine Darstellung gefällig und lehrreich ist. Demi ohne seine Übersicht der engl.Literatur und der Mefigeschäfte, besonders der literarischen, in der „AllgemeinenZeitung" und im „Morgenblatte" zu erwähnen, beziehe» wir uns hier bloß aufseine Erklärungen der englischen Zerrbilder im Journal „London und Paris ", woer eine Kenntniß der innern Verhältnisse Englands und der politischen Parteiendieses Landes entwickelt hat, die in Erstaunen setzen nun;, da er nie in Englandwar, und sich solche Kenntnisse gewöhnlich nicht durch Bücher, sondern nur durchsLeben erwerben lassen. Insbesondere erinnern wir noch an seine mit Geist undGründlicbkeit geschriebenen Erklärungen zu der Scbiller-Ramberg'schen Galeriein dem Tascbenducbe „Minerva". B. konnte dabei manche mündlicbe und schrift-liche Mittheilung Schiller'?, benutzen. Auch ist die seit 1818 dem „Morgen-blatte" zugegebene Beilage des „Kunstblatts" hauptsächlich durch ihn in Anre-gung gebracht und gefördert worden. Seine Verbindung mit vielen Ausgezeichne-ten seiner Zeit legt ihm oft die Pflicht auf, ihnen nach ihrem Tode ein literarischesDenkmal zu stiften. L7o schrieb er in Weimar zum 6. Bde. von Bode's „Mon-taigne" Bode'S literarisches Leben z so schilderte er später des OberhofpredigeröReinhard Charakter in einer zwei Mal aufgelegten Charakteristik, und den Berg-rath Werner in einer Rede, die in mehre Sprachen übersetzt ist; so schrieb er 1819Skizzen zu Millin's Schilderung („A. L. Mstlin, geschildert von Krafft und Böt-tcher"). Er bat auch den Vorsatz noch nicht aufgegeben, über seinen vieljährigenUmgang mit Wieland, und da er im Besitz mehrer hundert Briefe und andrerhandschrifkl. Urkunden von demselben ist, ein Werk u. d. T.: „Wieland und seineZeitgenossen", herauszugeben. — Seit 1820 gab er im Verein mit andern Ge-lehrten eine der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumswissenschaft gewidmeteZeitschrift: „Amalthea" (Lpz., 3 Bde.), heraus, fortges. unt. d.T. „Archäologieund Kunst", l. B. 1. St. (BreSl. 1828). Seil 1821 ist er Herausgeber undgrößtentheils Verfasser eines die „Abendzeitung" begleitenden „Artistischen -Notizen-blattes". Seine Vorreden und Anmerk. zu dem von ihin herausz. „Reifetagebuchder Frau von der Recke" sind nicht zu übersehen. — Nach diesen Beweisen vonBöktiger'S reichem Wirke» un Leben wie im Schriften lhum gesellen wir uns gernZu Denen, die dem für Alles, was Wissenschaft und Kunst in allen ihren Zweigenbefördern kann, rastlos thätigen, dabei auf eine seltene Art gefälligen und in mehrals einer dem Gemeinwohl gewidmete» Verbindung vielfach wirksamen Manneihre ungeheuchelte Achtung darbringen. Sein sehr ähnliches Bildniß, nach Vorgel'ü Zeichnung, steht vor dem Taschenbuch „Urania" 1823.