Braacke
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Inzwischen hatte chn der Tod seines Vaters in den Besitz eines beträchtlichen Ver-mögens gesetzt. Er zog sich auf ein Landgut in Stalbridge zurück, wo er sich be,sonders mit Physik und Chemie beschäftigte. Er war eins der ersten Mitgliedereiner gelehrten Gesellschaft, welche sich 1615 bildete und anfangs u. d. N. einesphilosophischen Collegiums ihre Versammlungen hielt, vor den bürgerlichen Un-ruhen nach Oxford flüchtete, und nach der Wiederherstellung der Regierung vonKarl II. u. d. N. der königl. Gesellschaft bestätigt wurde. Robert Boyle beschäftigt^sich zu Oxford mit der Vervollkommnung der Luftpumpe. Wie Kaco hielt er denWeg der Erfahrung für den einzig zuverlässigen, um die Wahrheit zu finden. Ergestand der Materie nur rein mechanische Eigenschaften zu. Jedes Jahr seines Le-bens ward durch neue Versuche bezeichnet. Ihm verdankt man die erste genaueKenntniß von der Einsaugung der Luft bei den Verkalkungen und Verbrennungen,und von der Zunahme des Gewichts der Metallkalke. Im Allgemeinen ist er der ersteFührer Derer, welche die chemischen Erscheinungen der Luft studieren, der Vorläu-fer eines Mayow, Haleg, Cavendish und Priestley gewesen. In allen seinen phi-losophischen Arbeiten zeigte er einen geraden, methodischen, nur auf die Erfahrungfußenden Geist. Dabei besaß er eine lebhafte, bewegliche, zu überspannten Ideenhingezogene Phantasie, welche in seiner frühern Jugend durch das Lesen des „Ama-dis von Gallien" auf eine Weise geweckt worden war, daß der Einfluß davon stetssichtbar blieb. Schon von Natur war D. zur Schwermuth geneigt, und dieseStimmung ward durch mehre Ereigniffe noch vermehrt. Besonders machten derAnblick der großen Carthause zu Grenoble , die Wildheit der Gegend, sowie dasstrenge einsiedlerische Leben der Geistlichen daselbst einen tiefen Eindruck auf ihn.Der Teufel, so sagt er selbst, habe, seine tiefe Schwermuth benutzend, seineSeele mit Schrecken erfüllt und ihm Zweifel gegen einige Hauptlehren der Reli-gion eingeflößt. Dieser Zustand war ihm so unerträglich, daß er versucht Wai d,durch einen freiwilligen Tod sich davon zu befreien. Nur die Furcht vor der Höllehinderte ihn daran. Indem er sich im Glauben zu stärken suchte, fand er die bisauf ,hn erschienenen Schriften zur Vertheidigung der Religion für seinen Geist nichthinreichend. Um selbst die Werke, welche die Grundlage derselben sind, in derUrschrift kennen zu lernen, studirte er die orientalischen Sprachen, und verbandsich mit Pococke,-Thomas Hvde, Samuel Clarke , Thomas Barlow :c. DasErgebniß dieser Studien war eine Überzeugung, die sich theils in theologischenSchriften, theils in wohlthätigen und großmüthigen Handlungen äußerte. Erstiftete öffentliche Lehrstunden, um neue Beweise für die Lehrsätze der christlichenReligwn vorzutragen, und dieser B.'schen Stiftung verdanken wir die schönen Re-den Ltamuel Clarke's über das Dasein Gottes. Er beförderte die Missionsanstal-ten in Indien und ließ die Bibel auf seine Kosten ins Irländische und Galiieheübersetzen und drucken. Mit seinen religiösen Grundsätzen verband er die reinstenSitten, eine seltene Bescheidenheit, Wohlthätigkeit und Uneigennützigkeit. Erstarb zu London 1691 und ward in der Westminsterabtei beerdigt. Seine gesam-melten Werke gab Birch in 5Bdn. (London 1744, Fol.) zuerst heraus. — SeinesBruders Karl Sohn, John B., Graf Burlington und Cork , geb. den 2. Jan.1706, heirakhete 1728 Lady Hamilton , und schrieb histor. und philos. Bemerk,über das Leben und die Werke, Swift's. Er starb den 16. Nov. 1762.
Braacke, eine durch Überschwemmung »ach eincmDurchbruche des Deichsentstandene große Vertiefung, gemeiniglich nahe hinter deni hauptsächlichsten Deich-durchbruche. Wird die Braacke nicht weiter umdeiebt, so pflegt sie Ebbe undFlukzu haben und sich dann in einer Reihe von Jahren allmälig zuzusehlaminen. Diesist nctürlich weit langsamer der Fall, wenn der hergestellte Deich die eingerisseneBraacke vom Außendeickslande trennt. — Braackmann heißt der Eigenthümerdes Landes, m dem die Braacke eingeriffen ist.
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