Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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Trabant

Brabant , das Herzogthnm, eine der wichtigsten Provinzen der Nieder',künde, grenzt im N. an Holland und Geldern, im W. an Seeland und Flandern ,im S. an Hennegau und Namur , im O. an Lattich und Geldern. Die altenHerzoge von Brabant übten ein großes Ansehen über die Regenten der benachbar-ten belgischen Staaten aus, und in der Periode der spanischen und hernach deröstreichischen Regierung behaupteten die Depntirten von Brabant den ersten Platzin der allgemeinen belgischen Ständcversammlung, stimmten auch zuerst ab. Weilein Theil von Brabant , und zwar der größere, der östr. Souverainetät, und derkleinere der Souverainetät der vereinigten Niederlande angehörte, so nannte manersteres das spanische oder östreichische, und letzteres das holländische oder StaatS-brabant. Der südliche Theil Brabams heißt der wallonische. Die dortige ge-meine Landessprache ist verdorbenes Französisch; im nördlichen Theil ist solchedas Flämische. Die vornehmer« Classen der Brabanter reden allgemein rein fran-zösisch. Vormals war Brabant in 4 Quartiere eingetheilt: Löwen, Brüffel, Ant-werpen und Herzogenbusch . Beide erstere nebst einem Theile des dritten warenöstreichisch, und das übrige den Generalstaaten der Niederlande unterworfen. GanzBrabant begriff in sich 28 Städte und 700 Dörfer. 1746 eroberten die Franzo-sen das östr. Brabant , gaben es aber 1748 im aachner Frieden zurück. Abermalseroberte Frankreich solches 1794 und behielt dasselbe im Frieden von Campo For-mte (1797) und im Frieden von Luneville (1801). Das nördliche östr. Brabant hieß nun das l. ,Io >Irux dirtboz, das südliche ür Dvlr. 1810 vereinigteFrankreich auch das holländische Brabant mit seinem Reiche und bildete aus dem-selben mit einem Theile von Geldern das 1)c>>:>rt. <le°i limiobes <l,i IGIn. Vorder franz. Revolution hatte das östr. Brabant seine eignen Stände: 2 Bischöfe,11 Äble, die Herren der Herrschaften (Baronien), und 7 von den Magistratenzu Brüssel, Löwe» und Antwerpen crwäklte Deputiere. Zwischen dem Monar-chen und den Staaten von Brabant und Limburg bestanden gewisse Compaetate,Oovonso rntröt- (der frökliche Einzug) genannt, kraft deren die LNände jener Landenicht bloß an der Gesetzgebung, sondern auch an der Gesehvollziehung Antheilhatten. Die Privilegien dieses Theils der Niederlande wurden einst so hochge-schätzt, daß manche Ehefrauen aus andern Provinzen in Brabant oder LimburgWochenbette hielten, um ihren neugeborenen Söbnen das Jndigenat dieser Landezu verschaffen. Während der Regierung des Kaisers Josepb II. entstand ein gro-ßer Streit über die Auslegung der .loven^c on>r, <- mit den Ständen von Brabant und Limburg , deren heftiger Widerstand die Aufhebung der Stände zur Folgehatte. Diese Provinzialstände versammelten sich aber außerordentlich und spra-chen kühn die Trennung BrabantS von der Landeshoheit des Hauses Ostreich aus.Nach dem Tode Josephs II. machte Leopold 1 !. den damaligen Streitigkeiten durchHerstellung der alten Vorrechte ein Ende. Jetzt bildet Brabant , in Folge despariser Friedens von 1814 und der Beschlüsse des wiener CongresseS, einen Haupt-theil des neuen Königreichs der Niederlande und bestebt aus den 3 niedcrländ. Pro-vinzen: 1) Südbrabant (62 UlM., 490,000 E.) mit Brüssel (Hauptst.),Löwen, Diest, Arschot, Tirlemont, NevilleS, Wavre , dem Meierhofe Quatre-Bras, Neerwinden, Lignv, Waterloo; 2) Nordbrabant (96 UlM., 340,000E.), mit Herzogenbusch (Hauptst.), Breda, Eindhoven , Bergen opZoom u. a. m.;3) der Marsgrafschaft Antwerpen (48 IHM., 330,000 E.), mit der ehemak.Herrlichkeit Mecheln. Nordbrabant ist mit Moor, Heide und Wald bedeckt. ImGanzen ist Brabant reich an Getreide, besonders an Weizen, aber auch an Hopfenund Flaebs. Selbst in gemeinen Kornjahren bringt es mehr Getreide hervor, alsdie Bevölkerung verzehren kann. Auch sind die Tuch - und Wpitzenmanufaekurenansebnüch. Eine Menge Canäle erleichtern den inländischen Handel, und derauswärtige hat seit der Öffnung der »Lcheldc zugenommen. Südbrabant schickt 8,